Lötschepass - Berghüttenfeeling & Hotelgenuss 2/3


Publiziert von passiun_ch , 23. September 2015 um 22:15.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:10 Juli 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 532 m
Abstieg: 1089 m
Strecke:Lötschepasshütte - Hockenhornlücke - Lötschepasshütte - Sattlegi - Lauchernalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Lötschenpasshütte - 2690 m.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Lauchernalp - Wiler - Ried
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Nest und Bietschhorn in Ried

Der Tag erwacht so langsam und begrüßt uns mit einem wolkenlosen Himmel. Die Vorfreude auf einen traumhaften Gipfeltag steigt von Minute zu Minute. Noch einmal umdrehen kam da natürlich nicht in Frage und so wurde diese Morgenstimmung mit einem Rundgang um die Hütte genossen. Kalt ist`s geworden, es hatte in der Nacht leicht gefroren und bevor es ungemütlich wurde, ging es zum feinen Hütten- Z'Morge zurück in die warme Stube. Den Rucksack für den Gipfel war schnell gepackt, denn viele Sachen konnte wir bis zur Rückkehr in der Hütte deponieren u. a. die leichten Schuhe für den heutigen genussvollen Hotelabend.

Von der Hütte geht man zunächst auf Wegspuren in nordöstlicher Richtung auf dem  breiten Kamm immer auf das Hockenhorn zu. Dieser Weg über den Kamm bietet geologisch eine faszinierende Strecke mit  farbenfrohen Gesteinsschichten, insbesondere bei Sonnenschein, mal soll hier oben mehr als 30 verschiedene Gesteinsarten sehen und ein kleines Mitbringsel landete auch gleich im Rucksack. Den Weg immer weiter bergauf folgend erreicht man dann den Fuss des Kleinen Hockenhorns. Hier quert man dann das steile Firnfeld und gelangt so in den Sattel zwischen dem Klein -und Gross Hockenhorn, schon dieser Abschnitt bereitete mir ein wenig Kopfzerbrechen. Der Schnee war durch den nächtlichen Frost noch recht hart und ich empfand ihn als wenig griffig, doch es ging dann in diesem Abschnitt besser als wie ich anfangs vermutet hatte.
Nach einem kleinen Aufstieg am Fuß des Klein Hockenhorns erreichten wir den Sattel zwischen den beiden Gipfeln. Schon vor dem ersten Firnfeld schauten wir den anderen " Gipfelstürmer" zu und  studierten ihre Routenwahl zum Fuß des Hockenhorns. Ein paar gingen dem große Firnfeld aus dem Weg und wählten eine Route an dessen linkem Rand. Wir entschieden uns für die Begehung des Firnfeldes, da uns die andere zu nah am Abgrund ins Gasterntal verlief, obwohl ich zugeben muss ein wenig damit geliebäugelt habe.
Der Anfang war noch recht flach und unproblematisch, jedoch empfand ich es etwas zu hart und glatt. Das Firnfeld wurde nun schräg aufsteigend gequert und besaß Trittspuren. Ich hatte ein paar Bedenken und dachte mit Steigeisen unter den Sohlen wäre es vielleicht besser gewesen. Nach gut einem Drittel des Hanges stieg mir der Abstieg zu Kopf: "Hier musst Du auch wieder runter."  Die Tritte waren gefroren und ein wenig eisig und ich  fühlte mich nicht wohl dabei. Irgendwann drehte ich mich dann um und dann war es geschehen ich "blockierte" und ging nicht weiter. Wir beschlossen dann gemeinsam hier die Gipfelbesteigung abzubrechen. Ich drehte mich um und es ging wieder zurück denkste Du, war aber leider nicht so. Ich benötigte ein wenig psychologischen und technischen Beistand um mich zu drehen. Schritt für Schritt im Schneckentempo ging es wieder zurück in den Sattel.
Mit tröstenden und aufmunternden Worten ging es zurück in Richtung Lötschepass. Unterhalb des Kleinen Hockenhorns machten wir dann eine Pause und genossen auch das von hier schon beeindruckende Panorama. Der Blick reicht von der nahen Balmhorn-Ostwand über die sonnigen Südwände von Doldenhorn und Blümlisalp zum Bietschhorn. Im Süden dann die  Walliser Alpen vom Weissmies bis zum Grand Combin und weiter bis zum Mont Blanc.
Auf dem Aufstiegsweg ging es nun zurück zum Lötschepass. Passend zur Mittagszeit genossen wir auf der Sonnenterrasse ein feines Röschti und einen Walliser Teller. 
Es folgt nun ein genussvoller Abstieg durch eine Plattenlandschaft im oberen Teil, die mit vielen kleinen Seelein dekoriert ist. Wir wählten den linken Weg via Sattellegi zur Lauchernalp, der rechte führt direkt hinunter zur Kummenalp. Mit verhältnismäßig wenig Höhenverlust erreicht man auf einem abwechselungsreichen Panoramaweg die Sattelegi. Vor uns liegt nun die gut 400 m. tiefer liegende Lauchernalp.
Auf einem nicht zu steilen Weg erreichten wir dann das Berggasthaus Lauchernalp. In der dank "rot leuchtenden" Sonnenschirme schon von weiten sichtbare Beiz, füllten wir unseren Wasserhaushalt wieder auf. Die letzten gut 100 Höhenmeter absolvierten wir dann über kleine Wege durch die Almwiesen hinunter.
Für die Fahrt ins Tal wählten wir dann die große Gondel, es gibt aber auch die Möglichkeit die 500 Höhenmeter mit einem Monster-Trotti zu absolvieren. In Wiler ging es dann mit dem Poschi zum Weiler Ried, wo wir im Rahmen des Packages "Hüttenschmaus & Hotelzauber" eine Nacht im schönen Hotel "Nest und Bietschhorn"verbrachten. Doch zuvor genossen wir den Sommerabend noch mit einem wunderbaren Abendmenü (siehe Menükarte und Bilder).

Ein wunderbarer Abschluss eines schönen Tages, wenn auch ohne Gipfelglück.

Die Tourbeschreibung des zweiten Tages von Renaiolo findest Du hier.

Lötschepass mit Berghüttenfeeling & Hotelgenuss - Tag 1

Lötschepass mit Berghüttenfeeling & Hotelgenuss - Tag 3 

Tourengänger: Renaiolo, passiun_ch


Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (1)


Kommentar hinzufügen

Kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 23. September 2015 um 23:29
> Die Tritte waren gefroren und ein wenig eisig und ich fühlte mich nicht wohl dabei.

kenne das gefühl. meine lösung sind grödel oder genauer microspikes. wiegen rund 360g das paar und passen in jede jackentasche. sind bei uns eigentlich immer dabei. auch im sommer. sind zwar keine steigeisen, geben aber mehr als genug halt in solchen situationen.

www.hikr.org/gallery/photo187776.html?post_id=17331#1


Kommentar hinzufügen»