Tour de Molare (Season Opener) Tag 1+2: Cap. Pian d'Alpe - Pizzo Erra 2417 m - Cap. Piandios


Publiziert von basodino Pro , 6. Juli 2015 um 23:11.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum: 4 Juli 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Molare 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1280 m
Abstieg: 1175 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:von Faido mit dem Bus nach Lavorgo, dort umsteigen und mit dem Bus nach Sobrio Paese
Unterkunftmöglichkeiten:Cap. Pian d'Alpe UTOE (1764 m), bewartet, Cap. Piandioss (1860 m), bewartet
Kartennummer:1253 Olivone, 1273 Biasca

Der diesjährige Season Opener stand unter dem Motto "einmal rund um den Pizzo Molare", wobei gleich klar war, dass wir mit unseren konditionellen Möglichkeiten selbigen nicht selbst ersteigen würden.

Prolog (Tag 1):
Von Sobrio aus begannen wir unseren Weg. Wir wählten den unteren Zugang zur Hütte, da wir nicht nur, aber auch wegen des Wetters, nicht über die Bassa dei Cantoi gehen wollten, die knapp 200 m höher liegt als die Hütte. Schöner ist es ohnehin der Strada Alta für eine halbe Stunde zu folgen, da man die Furche des Baches Dragone durchschreitet, was schöne Blicke erlaubt. 30 min, T1

Bei P. 1070 beginnt dann der Aufstieg. Wir mussten aber gleich am 2. oder 3. Baum Halt machen, da uns ein Regenschauer erwischte (zum Glück kein Gewitter). So halb gebremst, halb angenäßt in 2 weiten Kehren über den teilweise überwachsenen Weg aber immer angenehm hinauf. Bei Ghis gibt es weitere 2 Kehren, dann in einen Tobel und dahinter auf eine erstaunlich gepflegte Alpe, die durch eine private Seilbahn erschlossen ist.
Die Alpe verlässt man nach links aufwärts und geht in eine Querung, die bei Radura della Cresta endet (1592 m). 1 h 40 min, T2

Nun links abbiegen und durch den Wald über einen Rücken, der interessante Aufwerfungen und Löcher aufweist (die Erde lebt). Schließlich flach nach rechts weg und hinüber zu einer Lichtung, auf der die Cap. Pian d'Alpe steht. 0 h 30 min, T2, im Ganzen 2 h 40 min, im Beschreibungskopf nicht enthalten.

Die Hütte ist seit diesem Jahr wieder bewartet. Wir wurden sehr herzlich empfangen und bekamen ein außergwöhnliches, aber auch außergewöhnlich gutes Abendessen. Sehr zu empfehlen.

Haupttour (Tag 2):
Nach nächtlichen Gewittern erwartete uns ein klarer Morgen, allerdings auch ein ungewöhnlich warmer dazu. Zunächst geht es von der Hütte wenige Meter die Lichtung entlang auf gleicher Höhe, bevor es dann nach links aufwärts ansteigt. Im lichten Wald, aber schon mit der Sonne im Rücken steigt man bergan und erreicht nach 30 min die Bassa dei Cantoi. Nun über den breiten Rücken im leichten Auf und Ab an den Fuß des Matro, wobei man immer häufiger die schöne Aussicht auf die beiden benachbarten Bergketten genießen kann. Von der Forcarella, die man nicht wirklich wahrnimmt, geht es nun steiler hinauf, teilweise über hohe Stufen bis direkt an die Verbauung, die den Gipfel ganz für sich vereinnahmt. 1 h 15 min, T3

Wir wichen dem Beton links aus und machten kurz vor P. 2123 Rast. Der Weg taucht links weg und quert für ein paar Minuten die Flanke, bevor man wieder auf den Grat trifft. Am Cogn muss man sich entscheiden, ob man diesen durch eine weitere Querung links auslässt oder ob man einer Spur hinauf folgt. Wir entschieden uns für den Gipfel (2166 m). 0 h 20 min, T3-.

Vom Cogn steigt man einige Meter in einen Sattel hinab. Dort wölben sich einem einige niedrige Felsen entgegen, man mag geneigt sein, diesen wieder links auszuweichen, was hier aber nicht der schönere Weg ist. Direkt über die Felsen nahe der Kante hinauf bis zu einem eisernen Kreuz. Dahinter dem Weg folgend bis direkt unter den Gipfel der Pianca Bella (2165 m). 0 h 25 min, T3 (eine Stelle I).

Von dem 3. Gipfel (ja wir zählen heute) über den Grat weiter bis zum Croce di Sasso (2132 m), Nummer 4 im Sack bis zum Sattel 2122 m. Hier muss man sich entscheiden, ob man den Grat weitergehen möchte, um den Pizzo Pianche (2225 + 2228 m) mitzunehmen oder ob man nach links ausweicht. Da 2 unserer Gruppe dem Pizzo Erra ausweichen wollten, entschieden wir uns diesen einen Gipfel auszulassen, was sich im Nachhinein nicht als so clever erwies.
Der klare Weg führt links hinab, quert unter Lawinenverbauungen hindurch und man erreicht eine klare Verzweigung. Hier wird man zum Fehler eingeladen. Die 2 Ausweicher verabschiedeten sich (siehe Hinweis am Schluss). Wir nahmen den Weg leicht ansteigend. Man erreicht nach wenigen Metern eine Kehre, die einen dazu einlädt erneut gegen den Gipfel anzusteigen, was wir ja nicht wollten. Die Idee war, hier zum nahen Passo dei Laghetti zu queren. Vor einem liegt sehr grobes Blockgeröll, welches wir notgedrungen durchquerten, um gleich zu merken, dass weiter unten ein weniger ausgeprägter 2. Weg vorhanden ist. Wahrscheinlich sind wir zu früh abgebogen. Man erreicht ein kleine Scharte zwischen P. 2225 und P. 2088, die gerade gefundene Spur zieht dahinter links eines Schutttälchens hinab, wir wollten aber irgendwie rechts hinauf. Also durch steile Hänge, viel Geröll und schließlich am Schluss auch wieder mittels Spur zum Passo (2129 m). 1 h 00 min, T4- (wenn man sich cleverer anstellt, auch schneller).

Vom Passo wenige Meter hinab, dann über eine schwache Spur erst leicht ansteigend, dann querend zu überraschenden rot-weißen Wegzeichen, die einen in der Folge bis zu P. 2307 bzw. rechts davon führen. Dann verlieren sie sich im leichten Gelände, um unmittelbar vor dem Gipfel in einer schwach ausgeprägter Rinne wieder aufzutauchen, was einem die Wahl der richtigen Route zum Gipfel erleichert. 1 h 00 min, T3+

Man muss dazu sagen, dass uns das unheimlich heiße Wetter inzwischen ein wenig den Stecker gezogen hat, was sich vor allem auf die Wegzeiten auswirkte.

Nach 1/2 Stunde Rast auf Gipfel Nummer 5 verfolgten wir weiter den Grat. Man überschreitet gefühlt 3 weitere Gipfel des Pizzo Erra (nennen wir es Gipfel Nummer 6), wobei das alles noch leicht ist. Ein wenig kniffliger wird es dann hinab und über P. 2366 hinweg. Hier weicht man ein wenig in die Flanken aus, wobei vor allem der Abstieg vom P. 2366 nach links hinab über ein sehr steiles Weglein führt. Den Pizzo Alto (2356 m) kann man dann überschreiten (Gipfel Nummer 7) oder aber rechts umgehen, um den Grat unmittelbar nach dem Gipfel wieder zu erreichen. 1 h 00 min, T4

Nach dem Pizzo Alto wichen wir nochmals nach links aus, um bald möglichst über eine sehr schwache Spur erneut den Grat zu gewinnen. Dort liegen noch ein paar Felsen und Blöcke im Weg, bevor der Grat wieder angenehm wird und zum Pizzo Caslett (2293 m), also Nummer 8, mit seinen beeindruckenden Steinmauern führt. 0 h 30 min, T4

Den Gipfelkopf sind wir nicht direkt abgestiegen, sondern ein paar Meter zurück, durch Gras südlich hinab und dann über leichte Platten und Blöcke zurück eher rechts des Grates, dann aber links an P. 2240 vorbei zurück auf eine klare Spur, die einen zu den zwei Pässen (2117 + 2116 m) führt. Dort trafen wir auf die beiden Ausweicher, die uns aber zeitlich bereits etwas voraus waren. 0 h 30 min, T3

Nun folgt man der beinahe durchgehenden Spur bis zum Motto Crostel (2300 m), dem 9. und letzten Gipfel des Tages. 0 h 40 min, T2

Jenseits erwartet man einen durchgehenden Weg, der aber bei P. 2212 nochmals so seine Tücken hat, schmal, abschüssig, erdig, nicht nur angenehm, vor allem wenn man müde ist. In dem Sättelchen vor der Bassa di Nara hat man es dann aber geschafft. Man umgeht einen kleinen Knubbel rechts und erreicht die Bassa. 0 h 40 min, T3+

Von der Bassa steigt man nach rechts über sanfte Wiesen bis zum Croce del Mottarone (2028 m), biegt nach links in eine bewaldete Flanke, erreicht das erste Wasser des Tages (!!!!) seit der Hütte und bald eine Fahrstraße, der man wenige Minuten folgt und die Cap. Piandioss von links über Wiesen erreicht. 0 h 40 min, T2

Wir waren total erledigt, was weniger der interessanten Route, als dem Übermaß an Sonne und Hitze zu verdanken war. Außerdem hatte ich meine 3 l Wasser zwar gut eingeteilt, letztlich waren sie aber hoffnungslos zu wenig.

In der Cap. Piandios wurden wir aber gut umsorgt und genossen ein sehr italienisches Mehrgangmenu mit allen Finessen. Auch hier kommt man kulinarisch voll auf seine Kosten.

Für den weniger ambitionierten Wanderer mag noch folgender Hinweis dienen:
Wenn man bei P. 2122 vor dem Pizzo Pianche nach links absteigt, erreicht man Foppascia (1899 m) und kann den Pizzo Erra und seine weiteren Gipfel auf schönen Forstwegen solange ausweichen, bis man über Cna di Laghetto (2016 m) wieder auf den Grat aufsteigen kann. Dieser Abschnitt ist nicht überall bestens ausgewiesen, mit einer Karte aber leicht zu finden und wurde mir von den beiden Ausweichern als lohnenswert beschrieben. So spart man ca. 1 Stunde Wegstrecke.

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Tourengänger: basodino, tourinette


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Kommentare (1)


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Thöme hat gesagt: das freut mich
Gesendet am 28. Juli 2015 um 23:05
Hallo Basodino
Das freut mich, dass Euch das aussgergewöhnliche Abendessen bei uns aussergewöhnlich gut geschmeckt hat. Vielleicht begegnen wir uns ja irgendwann irgendwo mal wieder, es würde mich freuen... Beste Grüsse Thomas von der Cap. Pian d'Alpe


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