VAVM 6 Cap. Soveltra - Fusio


Publiziert von basodino Pro , 24. Juni 2015 um 09:33.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:21 Juni 2015
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Pizzo Barone   Gruppo Pizzo Campo Tencia   CH-TI   prato sornico   cabanna soveltra 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 860 m
Abstieg: 1100 m
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Fusio kann man mit dem Bus nach Locarno verlassen, vor allem sinnvoll, wenn man den gesamten VAVM ab Locarno gelaufen ist
Unterkunftmöglichkeiten:Osteria Dazio im Ortskern (Lager und Zimmer), Restaurant Pineta gegenüber des Ortskerns auf einer kleinen Anhöhe (nur Zimmer)
Kartennummer:1272 Pizzo Campo Tencia

Nach der erfolgreichen 5. Etappe genoss ich die Behaglichkeit der Soveltrahütte. Diese war sogar überbucht und es drohte eine Nacht auf einer Notmatratze auf dem Boden, trotz vorheriger Reservation. Als Einzelperson landete ich beim Abendessen an einem Tisch mit 6 Holländern, mit denen ich mich sofort recht gut verstand. Es zeigte sich, dass wir am nächsten Tag dieselbe Etappe unter die Füsse nehmen würden.

Zu unserem Glück kam eine 10er-Gruppe letztlich nicht, so dass es das normale Bett gab und ich gut erholt am nächsten Tag aufbrechen konnte. Man beginnt den Weg auf der Westseite der Hütte und folgt rechts des Flusses dem Tal zunächst ohne größere Höhendifferenz, dann durch lichten Wald und über Wiesen an Corte di Fondo vorbei aufsteigen, später durch den Wald (wo es viele Spuren gibt - beinahe alle führen letztlich nach oben) bis Corte Grande. Hier knickt der Weg nach rechts in einen offenen Hang, den man komplett ersteigt. Oben wird man mit einem "Gipfelkreuz" bei den Ruinen auf 2095 m belohnt. Zwar ist es kein Gipfel, aber von hier hat man eine schöne Aussicht. Und obwohl hier neugierige Kühe mit uns spielen wollten, bot sich diese Stelle als erster Pausenplatz an. 1 h 45 min, T2.

Mit diesen Ruinen beginnt ein wirklich schöner Wegabschnitt. Man wandert leicht hinab zum Ri del Piatto, den man überquert. Jenseits geht es leicht nach rechts hinauf auf eine etwas höhere Geländeterasse, wo sich die Häuser von Piatto finden. Das hintere Gebäude ist eine sehr einfache Unterkunft. Weiter geht es bequem hinauf durch das Tälchen bis in die Nähe des Lago del Piatto, entgegen der Karte erreicht man selbigen auf der markierten Route aber nicht, sondern biegt vorher auf den Pass zu ab. Zuletzt steigt man recht steil in einer Kehre zum Pass auf, wobei zur Zeit ein kleines Schneefeld im steilsten Abschnitt den Weg verbirgt und ein Ausweichen nötig macht (T4-, sonst leichter). 0 h 45 min, T3

Vom Pass geht es dann eine doch durchaus steile Rinne hinab. Ein kleines Weglein, einfach zu gehen, in seiner Steilheit für den Ungeübten aber eine mentale Herausforderung überwindet gut 100 Höhenmeter. Spätestens hier wurde ich in die holländische 6er-Gruppe endgültig integriert, in dem Fall als spontaner Führer. Normalerweise würde man am Fuße der Rinne ein Geröllfeld vorfinden, derzeit liegt dort aber noch eine Menge Schnee, der sich in der mittleren Steilheit wunderbar abrutschen lässt. Weiter unten erwischen einen dann doch noch ein paar Blöcke und ein wenig Geröll, was aber nicht allzu schwierig ist. Unweit der Kreuzung bei 2008 m machten wir dann unsere Mittagspause. 0 h 45 min, T3+

An der Kreuzung biegt man rechts ab und gewinnt nochmals ca. 60 Höhenmeter. Nochmals erinnert der Weg ein wenig an den Grundcharakter des VAVM, wenn er sehr schmal, beinahe exponiert, durch die Steilflanke führt. Fusio und der Lago Sambuco kommen immer wieder in den Blick, unten kann man die Kirche von Mogno erspähen. Zuletzt quert man in eine Blockgeröllhalde hinein, durch die man zum Lago Mognola wandert, wo sich erneut eine schöne Pause lohnt. 0 h 45 min, T3.

Am Abfluss des Sees hilft einem eine Brücke auf die andere Seite des Ri di Mognola, der sich wenige Meter weiter beeindruckend in die Tiefe stürzt. Rechts davon führt der Weg in einen mit Felsen durchsetzten Grashang. Leider hat sich hier keine gute Spur entwickelt, so dass man zwischen den Steinen im Gras sich seinen Weg etwas eierig hinabsuchen muss. Die Corte Mognola ist dann wieder sehr malerisch gelegen und von hier lohnt sich der Blick zurück zu den Wasserfällen. Der Weg, nun deutlich besser und freundlicher, führt in den Wald hinab, an Corte dell'Ovi vorbei bis man bei Vacarisc di Fuori auf eine Schotterstraße trifft. Diese flach hinab, bis man nach knapp 10 min links abbiegen kann auf eine weitere Forststraße. Nach wenigen Minuten zweigt von dieser ein Weg ins hohe Gras abwärts ab. Jetzt wieder auf einem normalen Bergweg schlängelt man sich bis nach Fusio hinab. 1 h 30 min, T2

Unterkunft suchten wir uns in der Osteria Dazio im Ortskern. Einerseits schön gelegen, mit guter Küche, sauberem Lager bzw. Zimmer, andererseits um seine Existenz kämpfend, mit durchaus gehobenem Preisniveau und beim Geld mit etwas angespanntem Benehmen, bleibt ein etwas gemischter Eindruck. Uns wurde gesagt, dass die Betreiber nicht mehr lange dort sein werden, auch im Angesicht eines Hotelneubaus im Ort. Mal sehen, wie sich dieses eher verschlafene Dorf weiter entwickeln wird.

Somit konnte ich den VAVM für mich selbst komplettieren. Zwar dauerte es einige Zeit, mehrere Anläufe waren notwendig, aber auch so ist es eine schöne Erfahrung. Die meisten Abschnitte fordern eher konditionell bzw. muskulär heraus, als dass sie schwierig sind. Er ist für den normalen Wandersmann die bei weitem leichtere Kost als bspw. der VAV, und man kann in einer knappen Woche beinahe alles erleben/erfahren, was das Tessin in den Bergen so ausmacht.

Beginn des VAVM hier!

Schlusspunkt in die Leventina hier!

Tourengänger: basodino


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Kommentare (2)


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danicomo hat gesagt:
Gesendet am 24. Juni 2015 um 09:52
Bello, bravi.....
Daniele

basodino Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 24. Juni 2015 um 10:23
Mille grazie!
Marcel


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