Mythen-Triple (3/4 Klassisch)


Publiziert von marc1317 , 2. Juni 2015 um 00:52.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:31 Mai 2015
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Mythengruppe   CH-SZ   Alptaler Berge 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1200 m
Strecke:Haggenegg - Haggenspitz Nordgrat - Kleiner Mythen - Vorgipfel - Zwüschet Mythen - Holzegg - Schafweg/Rotgrätli - Grosser Mythen - Grüeziweg - Haggenegg
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Schwyz auf einer teils sehr schmalen Bergstrasse rauf zum Berggasthaus Haggenegg, hier einige PP

Drei auf einen Streich bei Traumwetter

Diese Tour stand schon lange weit oben auf meiner Wunschliste. Insbesondere hatte ich es auf die Überschreitung von Haggenspitz und Kleinem Mythen abgesehen, der grosse Bruder war dann noch das i-Tüpfelchen.

Start um kurz vor 8 Uhr vom PP etwas oberhalb des Gasthauses Haggenegg. Das Wetter zeigte sich bereits jetzt von seiner guten Seite, keine Wolke trübte die Sicht. Ich folgte dem Pfad durch den Wald immer steiler werdend zum Einstieg des Haggenspitz Nordgrates (T6, III). Das Gras wird schnell recht steil, was aber durch die guten Trittspuren vor keinerlei Probleme stellt.

Schon bald war die bekannte und ausgesetzte Linksquerung erreicht, in der sich schon eine 3er Seilschaft befand. Der letzte legte ein akrobatisches Meisterstück hin, was mich zunächst etwas zweifeln liess, ob die Stelle ohne Seil so eine gute Idee wäre. Die Sorge war aber völlig unbegründet, die Stelle ist nicht wirklich eine grosse Herausforderung. Nun ging es weiter steil bergauf, immer in leichter Kraxelei.

Ich entschied mich vorsichtshalber dann gegen den Müllerkamin, die 3er Seilschaft hingegen versuchte sich darin. Der Alternativaufstieg ist steil, aber dennoch gutmütig. Noch ein letzter steiler Aufschwung bei der Gedenktafel und prompt ist man auch schon auf dem ersten Gipfel des Tages. Hier genoss ich die schöne Aussicht völlig alleine, ein weiterer Sologänger traf gute 10 min. später ein.

Nach einer ausgiebigen Gipfelpause ging es dann über den Normalweg hinab ins Griggeli (T5). Weiter dann in einem teils Zick-Zack-Kurs hoch in die Nordflanke des Kleinen Mythen. Der Nordkamin (Mythenkamin, III) war für mich der anspruchvollste Teil der heutigen Unternehmung. So recht wollte ich den ersten paar Metern im Kamin nicht trauen, die rutschigen Schuhe taten ihr übriges. Nachdem die ersten Meter allerdings zurückgelegt waren, fand ich auch gleich wieder in den Rhytmus und der Rest des Kamins war schnell abgehakt, der Gipfel somit erreicht. Auch hier noch keine Anzeichen von Massenansturm, es war nur ein anderer Wanderer bereits hier oben.

Im Abstieg bzw. im Übergang zum Vorgipfel (T4-T5, II) kamen mir dann schon deutlich mehr Leute entgegen (u.a. wie sich herausstellte ein anderer Hikr), im Abstieg vom Vorgipfel dann nochmal um einige mehr. Das Zeitmanagement war also mehr als effizient :-) Der Abstieg zum Zwüschet Mythen (T2) ging dann recht rasch vonstatten - vllt. etwas zu schnell, was sich heute in den Oberschenkeln bemerkbar machte.

Normalerweise folgt nun der Aufstieg via Chalberstöckli rauf zum Grossen Mythen, um die reguläre "klassische" Überschreitung zu komplettieren. Ich sah allerdings bereits im Vorfeld davon ab, da ich mit dieser Route keine guten Erfahrungen gemacht habe (Rutschpartie auf einem Altschneefeld unterhalb des Chalberstöcklis mit anschl. Spitalaufenthalt). Sein Glück soll man bekanntlich nicht zweimal herausfordern.

Deshalb war der Schafweg das Mittel der Wahl (T5, II). Hierzu musste man erst einmal rauf zur Holzegg, dann in der Warteschlange der hunderten Turnschuh- (bzw. Lackschuhtouristen) anstehen und schliesslich mit diesen herauf bis zur Kehre 22 auf dem Grüeziweg (T2).

Diesmal habe ich auch tatsächlich das Nonnenbrünneli entdeckt, bei meiner ersten Begehung letztes Jahr bin ich wirklich daran vorbeigelaufen (da zu weit unten gequert und nicht aufgepasst). Kurze Zeit später hörte ich dann Kletterer im Wyss Wändli, wie sich herausstellte auch Hikr ;-).

Die letzten Meter legt man dann bei anregender Ausgesetztheit auf dem bekannten Rotgrätli zurück. Durch einen letzten Kamin und schon steht man auf dem Gipfel des Grossen Mythen. Für einen Sonntag war meiner Meinung nach recht wenig hier oben los?! Ebenfalls haben sie jetzt einen deutlich freundlicheren Herrn bei der Getränkeausgabe eingeteilt, auch wenn ich mich fragte, wie er "so lässig" und "überfreundlich" drauf sein konnte ;-) Naja, manchmal will man es nicht wissen...

Abstieg dann nach dem ein oder anderen Getränk über den Grüeziweg. Es ist immer wieder interessant, welches Publikum und vor allem mit welcher Intention dieses dort rauf geht. Durchaus denkbar ist aber die Verwechslung von einem Wanderweg mit einem Catwalk oder einer Hochzeitsparty. Wobei ich auch eine dieser Aerobikdamen aus dem "Call on me" Video von Eric Prydz ausmachen konnte - schon interessant!

Die angegebene Zeit von 7 Std. ist Brutto und bezieht alle Pausen mit ein.




Tourengänger: marc1317


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