Blaubergstock 2865m - Müeterlishorn 3059m


Publiziert von Bergamotte Pro , 16. Mai 2015 um 12:41.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:12 Mai 2015
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW bis Göscheneralp. Die Strasse wird im Frühling jeweils etappenweise freigegeben. Aktueller Stand: www.goeschenen.ch. Gwüest (1576m) lässt sich aber jederzeit per Alpentaxi erreichen.
Unterkunftmöglichkeiten:www.gasthaus-goescheneralp.ch
Kartennummer:255S (R. 771, 772)

Sobald Anfang Mai die Strasse freigegeben wird, schlägt die Stunde der drei Gipfel südlich des Göscheneralpsees. Die weite Ostflanke des Lochbergs bietet bei Sulzschnee Fahrgenuss pur, während das Müeterlishorn gegenüber landschaftlich mit einem Spektakel aus Fels, Schnee und Eis begeistert. Da kann der Blaubergstock nicht mithalten und wird dementsprechend selten begangen. Trotzdem besuche ich ihn heuer bereits das zweite Mal, denn er lässt sich ideal mit einem der zwei grossen Brüder kombinieren (*klick).

Wem vor allem die Abfahrt am Herzen liegt, dem sei der Lochberg empfohlen. Dessen Ostflanke firnt früh auf. Das lässt sich von der schattigen, westexponierten Mulde am Müeterlishorn nicht behaupten. Und einfach entsprechend länger zuwarten, ist keine Lösung, sonst gerät man weiter unten - auf den Älpergenplatten - rasch in Teufels Küche. Heute habe ich das für meinen Geschmack fast zu fest ausgereizt.


Die starken Regenfälle bis weit über 2000m und die Hitzephase haben in der Steiltraverse südlich des Göscheneralpsees deutliche Spuren hinterlassen. So lasse ich die Turnschuhe nach dem Staudamm vorerst an und wechsle erst zehn Minuten später auf die Skier. Anschliessend unschwierig und mit einigen Portagen über die bereits aufgeweichte Unterlage nach Älpergen. Bei Hartschnee wird diese Traverse aber rasch zur Schlüsselstelle der Tour und kann gar Steigeisen erfordern.

Im anschliessenden Aufstieg zum Älpergensee (2511m) liegt noch ausreichend Weiss für zwei, drei Wochen Skivergnügen. Vom Hang beim Vorder Feldschijen zieht wie meistens ein riesiger Lawinenkegel hinab. Nach dessen Querung folgt eine kurze Steilstufe (ca 33°). In der Lochberg-Flanke erkenne ich einen einsamen Türler, wir sind heute die einzigen im Gebiet. Spätestens beim Seelein trennen sich die Routen auf Müeterlishorn, Blaubergstock und Lochberg. Ich ziehe geradeaus weiter durch die sanfte Mulde. Der Führer empfiehlt, den Blaubergstock (2865m) via Älpergenlücke über den Ostgrat zu begehen (was ich letztes Jahr gemacht habe). Das mag vielleicht im Hochwinter die vernünftigere Variante zu sein, doch wer begeht diesen Gipfel schon im Januar!? Bei sicheren Frühjahrsverhältnissen empfehle ich die steilere NE-Flanke Richtung Lochberglücke: sie ist direkter, durchgehend mit Skiern machbar und vor allem in der Abfahrt viel lohnender.

In der kurzen Abfahrt finde ich im oberen Bereich bereits Firnverhältnisse vor. Nach dem Anfellen folgt der landschaftlich eindrückliche Wiederaufstieg über das Blauberggletscherlein. Man hält sich auf der Nordseite des Kessels, in Distanz zur kleinen (noch bestens eingeschneiten) Spaltenzone. Prägende Gestalt hier ist nicht das unscheinbare Müeterlishorn, sondern der Felszacken des Hinter Feldschijen. Den Ostgipfel vom Müeterlishorn (3059m) erreicht man zuletzt zu Fuss über dessen Westgrat, je nach Verhältnissen können Eisen nötig sein.

Auf dem Gipfel vertrödle ich bei angenehmer Temperatur und Windstille Zeit. Das Warten hat sich gelohnt, im Kessel finde ich lohnende Firnverhältnisse (wobei man durchaus noch eine weitere Stunde hätte warten können). Den Preis dafür bezahle ich auf den völlig aufgeweichten Älpergenplatten, die ich in einer nicht nachahmenswerten Direktlinie befahre. Anschliessend mühselig über den Lawinenkegel zurück in die Traverse, welche gefahrenlos befahren werden kann, da schon fast alles unten ist. Zum Abschluss wie letztes Jahr auf die Sonnenterrasse vom sympathischen Gasthaus Göscheneralp im Gwüest.


Zeiten
2:35  Blaubergstock
1:20  Müeterlishorn
1:00  Staudamm

Tourengänger: Bergamotte

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