Rundlauf auf Steg- und -Strubel: horn & wild!


Publiziert von Alpin_Rise , 4. Mai 2015 um 11:33.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:24 April 2015
Ski Schwierigkeit: S+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 2600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Engstligenalp
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Lenk, Simmenfälle

Im Wildstrubelmassiv gibt's immer was zu holen. Diese Weisheit bewahrheitete sich auch Ende April 2015, denn die Bahnen auf die Engstligenalp fahren in der Regel bis Anfang Mai: DIE Chance für Spätfrühlings-ÖV-Tagestouren ab Bern!
Wir haben beschlossen, mal auf die Engstligen zu fahren und je nach Verhältnissen die Maximalvariante Steghorn-Wildstrubel-Ammertentälli oder allenfalls Teile davon zu befahren. Es wurde dann doch die Maximalvariante, dank dem (relativ) frühen Start um Neun auf 2300 m und den guten Schneeverhältnissen. Diese waren bis in den frühen Nachmittag sodann bestens, allerdings bescherten uns die schwache Schneelage unten raus einen halbstündigen Fussmarsch bis ins Lenker Tal. 


Wunderbar rassige Rundtour mit vielen Abfahrtsmetern bei besten Verhältnissen!

Mit den Liften über die Engstligenalp bis zur Bergstation Skilift Drossen, dort  ganz kurze Abfahrt hinunter auf 2300m , dann direkter Anstieg unter die Strubelegga: Wir wählten die etwas steilere (um 35°) und exponiertere östliche Variante. Unter der Steilstufe auf 2820m die Feststellung: steil sind nur gerade die ersten 15 m, dank einem (dünnen!) Drahtseil an einer etwas ungünstigen Stelle dürfte die Stufe praktisch immer überwindbar sein - je dicker der Schneepanzer, desto leichter (um WS). Obwohl um die Ecke westlich eine Schneezunge durchgehend zum Stampfen einlud, wählten wir mehr aus Neugierde das Drahtseil für den Aufstieg, zwei, drei kräftige Züge und es war geschafft. Die restlichen 50, 60 Höhenmeter dann im 40° Gelände, Sicherungsstangen vorhanden -  zur Strubelegga auf etwa 2900 m- was für ein Panorama!
Problemlos über die idealen Skihänge zum Steghorn, eine Stelle etwas über 30°. 

Abfahrt in noch nicht ganz ideal aufgesulztem Schnee, längere Querung bis an die Zunge Wildstrubelgletscher auf ca. 2700m. Dort wieder angefellt und auf der Normalroute auf den Mittelgipfel - wir wollten ursprünglich den "normalen" Wildstrubel anpeilen, irrten uns jedoch im Gipfel. Dann Querung (geht ohne Felle) zum Wildstrubelcouloir, welches oben doch deutlich über 40° hat. Stellenweise sogar noch etwas Pulver gefunden, dann fast nahtlos in guter Firn. Nun hart nach Osten unter den Nordabstürzen durch, an P. 2620 vorbei, dann eine Steilstufe (um 35°) hinunter ins Ammertentäli. Dort blöderweise auf der Nordseite geblieben wie auf der Skitourenkarte empfohlen, besser wäre die westliche (südliche) Bachseite mit einem steilen Couloir - aber nur bei guten Verhältnissen! 
Bei Eggezun war fertig fahren, Frühlingsspaziergang zum Restaurant Simmenfälle, wo wir ausgerechnet ins einzige "Busloch" des Nachmittags reinfallen... sodann Alpentaxi bis Lenk

Zur Bewertung: die ganze Tour ist im ZS-Bereich, ausser das Wildstrubelcouloir, welches mit oben über 40° den Grad S+ verlangt. Achtung: dieses Couloir ist im Hochwinter öfters blankgeweht!


Tourengänger: Alpin_Rise, bartli


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»