Von Amden nach Unterwasser mit Leistchamm


Publiziert von teisenkopf , 27. Oktober 2008 um 15:15.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:19 Oktober 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Speer-Mattstock   Churfirsten 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Amden – Hinter Höhi - Furgglen - Flügenspitz – Leistchamm – Unterwasser
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bus
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus und Bahn
Unterkunftmöglichkeiten:Ochsenhütte
Kartennummer:237 T Walenstadt

Schon beim letzten Besuch auf dem Speer, kam mir die Idee doch mal von
Amden ins Toggenburg, nach Wildhaus oder Starkenbach, zu wandern.


Bei dem noch tollen Spätherbstwetter letztes Wochenende sollte es dann
soweit sein. Die meisten Wanderer nehmen wohl die Direktroute über Arvenbüel
und Looch, doch mir schwebte der Weg über Hinter Höhi, Alp Furgglen, den Gulmen
sowie Vorder Höhi vor. Hier ist man nach dem ersten Anstieg auf den Strichboden immer
auf einem schönen Höhenpfad. Zwischen der Vordere Höhi und dem Flügenspitz war es
uns im Feuchtwald sogar so, als ob wir ein Waldhuhn gehört hätten - aber da der Weg
schon ziemlich stark begangen aussah, wollte ich nicht auch noch davon abweichen und
mehr Unruhe ins Dickicht bringen.

Kurz nach dem Wegzeiger Richtung Looch kamen uns auch schon die ersten
Leistchamm-Gänger entgegen. Ein junges Paar machte den wohl gutgemeinten Versuch
uns mit Zeitrechnungen und der Warnung vor dem schlechten Wegzustand vom Aufstieg
abzubringen. Aber erstens war es früher Nachmittag, wir noch ziemlich frisch und
zudem wollte ich ja eigentlich in Richtung Alp Selun.

Nach relativ einfachem Anstieg auf den Leistchamm, genossen wir unser Obstvesper
und die grandiose Rundumsicht vom Gipfel. Mein persönlicher Lieblingsgipfel in dieser
Kette bleibt aber der Selun. Nach kurzer Rast war es schon vorbei mit der Einsamkeit,
neue Berggänger kamen nach und wir machten uns wieder an den Abstieg, etwas
matschig halt im Abgang.

Kurz nach dem »Tritt«, trafen wir auf den Tageshöhepunkt, eine Gruppe friedlicher
grasender Steinböcke, die sich kaum durch unsere Anwesenheit verunsichern liessen.
Man hatte eher den Eindruck sie warteten nur darauf wann wir endlich wieder verschwinden.

Jetzt war es nicht mehr weit und wir erreichten in der letzten Mittagssonne Hinter Selun.
Trotz dem mir bekannten Wildmannlisloch war mir nicht bewusst welche tiefe Spalten,
regelrechte Schlünde alles Wasser hier oben verschlucken um es an der Südseite an einer
Quelle nahe des Walensees wieder freizugeben, eine interessante Infotafel hierzu an einem
dieser grossen Berglöcher, erläuterte dies sehr anschaulich.

Nach wenigen Minuten war jetzt die Ochsenhütte erreicht – hier am heimeligen Kaminofen
und nach hervorragenden Älplermakronen, liessen wir mit einer kleinen Flasche Walen-
städter den Abend ausklingen. Am Sonntagmorgen ging es dann weiter ins Toggenburg,
am Wildmannlisloch vorbei und weiter Richtung Selamatt. Schon bald war es aber vorbei
mit der Morgenruhe und immer mehr Sonntagsausflügler und Wanderer drängten auf die
Hochflächen. Zunehmend, je näher man den Bergbahnen kam. Also bewegten wir uns im
allgemeinen Trubel weiter Richtung Iltios, um von dort den letzten Abstieg zu beginnen.
Wieder war ich doch sehr positiv überrascht wie schnell und einfach wir mit dem öffentlichen
Nahverkehr zum Ausgangspunkt zurückkehrten.

Die schönsten Stunden in den Bergen waren und sind, so empfinde ich es zumindest, die
Frühen am Abend oder Morgen, die Stimmung ist einfach irgendwie anders, warum
auch immer.


Tourengänger: teisenkopf

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