Herbstwanderung auf den Oberbauenstock


Publiziert von TomClancy , 27. Oktober 2008 um 21:22.

Region: Welt » Schweiz » Nidwalden
Tour Datum:25 Oktober 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Bauen - Brisen - Bürgenstock   CH-NW   CH-UR 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 955 m
Abstieg: 1280 m
Strecke:Niederbauen Bergstation - Merlieggen - Laucheren - Schwiren - Oberbauenstock - Schwiren - Lückli - Zingel - Färnital - Wandeli - Ronen - Stockhütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PW nach Emmetten, Gratis-Parkplatz bei der Talstation der Luftseilbahn Emmetten - Niederbauen. Mit der Seilbahn hoch nach Niederbauen Station.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit der Luftseilbahn Emmetten - Stockhütte nach Emmetten zurück. Für diese Runde gibt es ein Rundfahrtbillett. Beim Rundfahrtbillett wird das Halbtax-Abo akzeptiert.
Unterkunftmöglichkeiten:Verschiedene in Emmetten, auf dem Niederbauen oder in Stockhütte. Übrigens hat der Volg in Emmetten am Samstag bis 18.00 Uhr offen: sympathisch!
Kartennummer:LK 1: 25'000, Blatt 1171 Beckenried

Ich benutze den grauen Samstag für einen Ausflug ins Niederbauen-Klewenalp-Gebiet. Mit der Luftseilbahn Emmetten-Niederbauen entfliehe ich dem Nebel. Dieses Durchbrechen der Nebeldecke fasziniert mich immer wieder. Auf 1570 Metern sind die Temperaturen angenehm, aber es weht ein zünftiger Föhn (gemäss Seilbahnmitarbeitern 30 km/h).

Die letzte Begegnung habe ich mit einem Älpler, der mit seiner alten Yamaha Richtung Hunds-Chopf braust. Nachher sehe ich den ganzen Tag keine Menschenseele mehr, bis ich bei Ronen wieder auf das Strässchen Richtung Stockhütte komme. Nach einer turbulenten Arbeitswoche ist das ein willkommener Ausgleich!

Bei Merlieggen steige ich die steile Flanke Richtung Brächen / Fulberg auf. Leider sind hier in zu grossen Tritten Eisenbahnschwellen verbaut, die bei Nässe sehr glitschig sind. Auf Fulberg zweigt der Wildbeobachtungspfad ab und die Strecke über Laucheren Richtung Gross Schilt ist ab hier blau-weiss markiert. Durch die steilen, grasigen Flanken zieht sich der Weg. Er ist sehr aufgeweicht und tief. Die Trekkingstöcke bewähren sich. Sie geben mir willkommenen zusätzlichen Halt. Unterhalb des Oberbauenstocks traversiert der Weg bis zu einem Geröllfeld. An dieses schliesst sich die Schlüsselstelle an: der Aufstieg auf den Grat. Mit ein bisschen Herzklopfen nehme ich diese Stelle in Angriff. Ich war froh über die von Sputnik beschriebenen Drahtseile. Sie sichern die ausgesetzteren Stellen sehr gut ab. Der Fels ist in der unteren Hälfte des Aufstiegs trocken und griffig. Die obere Hälfte ist wieder plurpig, trotzdem aber im Aufstieg problemlos zu begehen. Der Blick über den Grat ins Grosstal entschädigt für den Aufstieg. Die Südflanke des Oberbauenstocks ist sonnendurchflutet und duftet nach Bergheu. Ich wende mich nach links und steige zum Gipfel auf, um dort Rast zu machen.

Gesättigt nehme ich die Gratwanderung bis zum Zingel (1901m) auf. Es ist alles da, was Gratwanderungen so erlebnisreich macht: spannende Tiefblicke, überraschende Aus- und Rundblicke, und viel Abwechslung. Um den Gandispitz kreist ein junger Steinadler. Man erkennt deutlich die weissen Flecken auf den Flügeln. So frei sollt man gelegentlich sein können!
Vom Lückli steige ich über den mittlerweile wieder rot-weiss-roten Wanderweg ins Färnital ab. Beim Punkt 1652 hat es eine imposante Ruine, die mehr gewesen sein muss als ein Alpstadel. Vielleicht weiss jemand mehr darüber? Ab Pt 1652 führt ein rot-weiss-roter Weg ziemlich direkt über Gänti nach unten. Ich folge dem blau-weissen Weg über Chruteren. Die beiden Wege treffen sich  aber schon bald wieder. Dann geht es via Wandeli Richtung Roneren und schon bald ist die Stockhütte erreicht. Ein letzter wehmütiger Blick zurück in die Sonne und ich tauche in der modernen 6er-Gondel in den Nebel ein.

Die Tourenplanung hat sich bewährt. Da ich kein Konditionswunder bin, war es gut, den steilen Aufstieg auf den Oberbauenstock zu Beginn einzuplanen. Zudem scheint es mir einfacher, durch den Morast aufzusteigen, als hinunter zu schlittern. Rückblickend kann ich sagen, dass der gefährlichste Teil der Tour die Querung der grasigen Flanke bei Laucheren war.

Der ganze Weg ist sehr gut markiert. Die einzige Unsicherheit ergab sich bei Färnital, Pt 1652. Der dort direkt nach unten führende rot-weiss-rote Weg ist im Swissmap 25 noch nicht als Wanderweg eingetragen. Der eingetragene Bergwanderweg ist jetzt blau-weiss-blau markiert. Es sind aber beide Wege machbar und treffen nach kurzer Zeit wieder zusammen.

Tourengänger: TomClancy

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Kommentare (2)


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trainman hat gesagt:
Gesendet am 29. August 2010 um 22:00
Hi Tom
Geniale Tour im Licht über dem Nebel,solche Situationen liebe ich.
Grüsse trainman

TomClancy hat gesagt: Tolle Herbstour
Gesendet am 31. August 2010 um 00:15
Hoi Trainman

Ich kann Dir diese Tour wirklich als schöne Herbsttour empfehlen. Auf dem Oberbauenstock hast Du einen wunderbaren Blick aufs Nebelmeer!

Gruss

TC


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