Östliche Paracia 2452m - Allein mit Erika


Publiziert von georgb Pro , 3. April 2015 um 20:16.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 3 April 2015
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m
Strecke:18km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Pustertal-Prags-Wildsee
Kartennummer:tabacco Pragser Dolomiten

Unser heutiges Ziel ist so unbedeutend, dass die Kartographen es nicht für nötig befinden, den Berg mit einem eigenen Namen zu versehen. Nur der niedrigere Westgipfel ist als Paracia bezeichnet. Niemand wird die Mühe auf sich nehmen von Prags aus dahin zu marschieren, naja, mancher schon ;-)
Der Zustieg ist lang und bis zur Alten Kaser gewinnt man kaum Höhe. Alle anderen Tourengeher sind längst abgezweigt und wir bewegen uns in absoluter Einsamkeit Richtung Hochalmhütten. Der sonnige Hang ist schon teilweise ausgeapert und als wir die Ski an der blühenden Schneeheide vorbeitragen, beginnen wir am Sinn unserer Unternehmung zu zweifeln. Gefühlte zwanzig Mal schnallen wir ab und wieder an. Doch über 2000m hat sich der Schnee besser gehalten und an der Alm betreten wir eine weiße Wunderwelt. Manche halten sie sogar für die schönste Hochalm der Dolomiten!?
Wir bleiben trotzdem nicht lange, der Weg ist noch weit und aufgeweichte Hänge können wir nicht gebrauchen. Eine steile Querung bringen wir schnell hinter uns und mit einer kleinen Abfahrt zwischendurch sind wir nach einer weiteren Stunde am Kreuzjoch.
Hier steilt sich zum erstenmal das Gelände wirklich auf, mit einigen Spitzkehren staksen wir Richtung Vorgipfel. Zu faul, die Harscheisen auszupacken, schnallen wir kurz ab und stapfen das steilste Stück über die Steine zu Fuß hinauf, wir haben ja schon Übung darin. Weiter hinten, der höchste Punkt, liegt auf einer flachen Kuppe, wahrlich kein eindrucksvoller Gipfel. Als Aussichtspunkt allerdings sehr nett, es gibt Einiges zu bewundern, nur die Marmolada versteckt sich so eben gerade.
Der abgeblasene Rücken bietet sich als Abfahrt nicht an, wir wählen dafür eine steile Rinne östlich davon, in der sich eine schöne Auflage gehalten hat. Besser als befürchtet schwingen wir hindurch und stehen unvermittelt wieder in unserer Aufstiegsspur.
Zurück an den Fojedörahütten haben wir jetzt mehr Zeit und lassen den schönen Ort auf uns wirken. Die folgende Abfahrt über die mageren Schneereste auf dem Steig gelingt recht ordentlich, auch wenn es nur ein Rutschen und Bremsen ist. Die vielen Erikas am Weg unterhalten uns dabei, während wir die Ski wieder auf den Rucksack binden. Erst an der Alten Kaser ist die Auflage durchgängig. Alte vereiste Trittspuren und frisch gewachste Ski bringen uns erstaunlich zügig bis zum See. Nach ein paar Stockschüben und Skatingschritten übers Eis sind wir viel schneller als erwartet wieder am Parkplatz. Trotzdem waren wir über sechs Stunden unterwegs. Viel Aufwand für einen namenlosen Gipfel und ein wenig Bergeinsamkeit mit Erika!?

Tourengänger: georgb

Galerie


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