St. Antönier Trilogie


Publiziert von adrian Pro , 25. März 2015 um 17:26.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:23 März 2015
Ski Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   A 
Aufstieg: 2100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Küblis - St. Antönien - Parkplatz Nr.5 (immer Richtung Partnun fahren)
Kartennummer:Montafon 238 S

St. Antönier Trilogie
- Schijenflue
- Wiss Platte
- Sulzluh

Was für ein Prachtstag! Was für eine Tour!

Diese Idee geistert schon lange in meinem Kopf herum. Die drei Gipfel an einem Tag zu besteigen, als Rundtour sozusagen. Die Voraussetzungen passten, das Wetter, die Bedingungen und die Kondition, alles im grünen Bereich.

So zog ich früh am Morgen einsam meine Spur Richtung Partnun. Obwohl es mir gar nicht pressierte, die Kräfte wollen eingeteilt sein, kam ich gut voran.
Vor mir drei Tüüreler welche jedoch den Rotspitz oder den Schollberg als Ziel auserkoren hatten. So stieg ich einsam in guter Spur die Engi hinauf, die Harrscheisen waren nicht nötig.
Ab Plasseggenhütte dann an der Sonne, ein herrliches Gebiet, eine wunderbare Landschaft galt es zu durchlaufen. Kurz vor der Grenze zu Österreich beginnt dann der Anstieg zur Schijenflue.
Die Spur welcher ich folgte nahm eine andere Richtung und so hiess es ab jetzt selber Spuren. Das lief vorerst ganz gut und in ein paar Kehren war ich schon unterhalb des Gipfelaufbaus. Schnell die Harrscheien montiert und hoch ging‘s durch den harten Hang auf das Gipfelplateau.
Der erste Gipfel ist geschafft, Touchdown beim Gipfelkreuz, übrigens eines meiner liebsten Kreuze.
Nun gönnte ich mir eine Pause, Panorama luege war angesagt. Schön, die Sulzflue aus dieser Perspektive. Auch der Blick zur Wiss Platte, so guet.
Das Bergpanorama jedoch, die unzähligen Gipfel, Flanken, Grate, Zacken, zu bestaunen, ein Traum eines jeden Bergsteigers. Der Blick verliert sich in den weiten der Alpen, so grossartig die Natur sich einem bietet, so klein und unscheinbar ist man dabei selbst. Ein Bild dass es immer wieder gilt sich zu erarbeiten um die Einzigartigkeit, die Schönheit darin zu erblicken und gleichzeitig auch Demut zu empfinden, ist man doch ein nichts im Vergleich, in Grösse und Zeit. Und doch ist es einem gegeben, es zu erleben, zu erfahren, zu geniessen und zu spüren.

Genug philosophiert, der Weg ist noch lang.
Schnallen gut zu, Ski an und los geht’s an die Abfahrt, ein paar schöne Schwünge liegen drin, Pulverschnee ist die Mehrheit. Ich fahre ganz runter zum Zollhaus.
Fell aufziehen und hinauf geht’s Richtung Wiss Platte. Hier ist der Pulver tiefer, was mich im Aufstieg gar nicht freut, ist doch streng Spuren angesagt. Hoffentlich bringt das meinen Plan nicht durcheinander.
Komm ich unten noch gut voran, ist unter dem Gipfel dann teilweise der Schnee knietief, was mich doch einiges an Kraft kostet.
Doch schlussendlich steh ich auf dem Gipfel beim Kreuz und lasse abermals den Blick in der Runde schweifen. Eine innere Befriedigung macht sich breit, eine wohlige Wärme steigt auf und abermals Touchdown beim Gipfelkreuz.
Die Schijenflue sieht von hier mächtig und imposant aus. Am Panorama selbst hat sich nicht viel geändert, doch die innere Zufriedenheit ist markant gestiegen! Nach einer abermals guten Gipfelrast mache ich mich auf den Weg zum Gruobenpass.

Der direkte Weg passt mir irgendwie nicht, so fahre ich nach Osten runter zum Weg bei P.2242 ein wenig schieben, Felle aufziehen und los geht der kurze Aufstieg zum Gruobenpass.
Weiter lauf ich zum Tilisunafürggli P.2226. Hier entscheidet sich der weitere Verlauf der Route. Alles passt, ich fühl mich gut, eine Stärkungspause und dann geht’s los Richtung Sulzfluh.
Eigentlich habe ich gehofft ab hier auf einer guten Spur aufzusteigen, doch das meiste ist verweht und so heisst es wieder Spuren, was das Ganze natürlich anstrengender macht aber dafür auch viel interessanter.
Ich schalte in einen guten Rhythmus, nicht zu schnell aber stetig, so komme ich gut voran und nach zwei Stunden stehe ich unter dem Gipfelaufbau zur Sulzfluh.
Ab hier könnte ich runterfahren, doch das gibt der Kopf natürlich nicht zu und die Beine mögen noch, also hopp, der Rest hoch und zum dritten Mal an diesem Tag Touchdown beim Gipfelkreuz!
Hurra! Geschafft! Perfekt! Eine wohlige Zufriedenheit breitet sich in mir aus während dem ich genüsslich zur Schijenflue und Wiss Platte rüber schaue. Ich fühle mich ausgezeichnet, halte inne und bin einfach nur da.
So stehe ich während einiger Zeit gedankenverloren da und staune über die Schönheit die sich mir da bietet und über die eigene Leistung welche ich da vollbracht habe. Ja, ein wenig Stolz schwingt schon mit.
Doch der aufkommende wind zwingt mich zur Abfahrt, ganz Richtig als ob er sagen wollte halt, es ist noch nicht zu Ende!
So bereite ich mich für die Abfahrt vor, welche ich vorsichtig genug angehe.

Es ist ein wenig ruppig, das Welschtobel hinunter, der Schnee ist am Tag etwas feucht geworden und hat schon wieder angezogen. Doch es läuft gut, sehr gut sogar.
Bei der berüchtigten Schlüsselstelle am Ende des Tobels liegt noch genug Schnee, so dass ich gut abrutschen kann. Ab da ist es dann nur noch Kühr, etwas traversieren und dann in weiten Bögen genüsslich nach Partnun hinunter. Das Restaurant Alpenrösli hat leider geschlossen und so steche ich gleich runter auf den Fahrweg, welcher Kälte sei Dank, sehr schnell ist und kurze Zeit später steh ich am Startpunkt.

Eine eindrucksvolle Tour, zum grossen Teil der Österreichischen Grenze entlang, über drei aussichtsreiche Gipfel, guet isch gsi!

Fazit, man ist zu mehr Leistung fähig als man denkt, es beginnt im Kopf.
 

Tourengänger: adrian


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