Zehner 3026m - Geht doch!


Publiziert von georgb Pro , 17. März 2015 um 19:14.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:17 März 2015
Klettersteig Schwierigkeit: ZS
Ski Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 1550 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Gadertal-St. Vigil-Pederü
Kartennummer:tabacco Alta Badia

Während der Fahrt ins Gadertal lauschen wir mit Wohlwollen der Wettervorhersage. "Letzte Schauer und Wolken ziehen nach Westen ab und der Ostwind bringt Sonnenschein für ganz Südtirol". Trotz der Euphorie gehen wir vom Gaspedal und geben den Wolken Gelegenheit, sich zu verziehen. Auch für den Aufstieg zur Lavarellahütte nehmen wir uns viel Zeit und legen schon mal vorsorglich den Sonnenschutz auf. An der Hütte starten die ersten Übernachtungsgäste und gemeinsam ziehen wir die Spur zum Zehner. Nur kurz, denn sie zweigen alle zum Neuner ab und lassen uns mit dem unberührtem Gelände allein. Der Wind hat doch ein wenig Schnee in die Mulden geblasen, mühsam stapfen wir durch den Nebel. Das erste Wummen und Zischen fährt uns durch Mark und Bein. Auch die versprochene Ostströmung sieht mehr nach Süd aus und bringt ständig Nachschub. Am Fanesschloss steht unser Entschluss fest: der Zehner ist heute nicht möglich. Aber auch die Querung zum Roßhauptkofel macht keinen Sinn, Pause!
Nach ausgiebiger Rast reift der Entschluss, noch ein Stückchen weiter zu gehen, der nächste Hang sieht machbar aus. Mit der Höhe wird der Untergrund immer stabiler und plötzlich lacht aus einer Wolkenlücke der Zehner mit Kreuz. Wenn das kein Zeichen ist!  
Doch der lange Gipfelhang ist eine Tortur und nur mit Eisen sicher zu bewältigen. In unserem Führer steht: Leichte Skitour, bei vernünftiger Spuranlage kaum lawinengefährdet. Wo allerdings er bei einem über 30 Grad steilen Hang eine leichte und lawinensichere Spur legt, bleibt sein Geheimnis!?
Mit den letzten Körnern erreichen wir den Einstieg zum Klettersteig. Heuer ist er in gutem Zustand, der mangelnde Schnee hat auch was Gutes. Trotzdem gilt es aufzupassen, so mancher Tritt ist noch verdeckt und in der letzten Schneerinne verliert sich das Seil. Zum Glück ist es nicht eisig und trittfest, Überraschung, der Zehner geht also doch! Von den Auflockerungen ist auch jetzt am frühen Nachmittag nichts zu sehen, keine Grund lange zu verweilen. Zügig steigen wir zum Skidepot zurück, mit der angemessenen Sorgfalt natürlich und verstecken uns hinter einem Felsen vor dem immer noch Süd!-Wind.
Heute haben sie gründlich danebengegriffen, kann passieren! Vielleicht hätte zuviel Sonne auch den steilen Hang gefährlich aufgeweicht. So ist die Abfahrt zwar bockig, aber sicher, und ohne große Umschweife surfen wir auf und neben unserer Spur zurück zur Lavarellahütte.
Voller Hoffnung rücken wir uns die Sitzbank zurecht und warten beim Kaiserschmarrn auf die wärmende Frühlingssonne. Vergebliche Liebesmüh, Panoramafotos und Bräune fallen heute aus, auf der Rodelbahn rutschen und skaten wir zurück nach Pederü. Selbst bei der Heimfahrt erwischen wir keinen Sonnenstrahl, gut so, denn sonst hätten wir uns trotz des unverhofften Gipfelglücks maßlos geärgert.

Tourengänger: georgb

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