Rundwanderung in Grächen - Wanderwoche BFO


Published by eugen Pro , 15 October 2008, 20h12.

Region: Monde » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:15 October 2008
Waypoints: Grächen 1616m. 5300 ft. (1)
Height gain: 111 m. 364 ft.
Hiking grading: T1 - Valley hike
Route:Gasenried - Grächen
Access to start point:Mit dem Postauto nach Grächen
Maps:1308

Die BFO, die Berufsfachschule Oberwallis, führt diese Woche Sport- und Wanderaktivitäten in der näheren und weiteren Umgebung durch. Dies vor allem auch darum, weil momentan die erforderlichen Räumlichkeiten noch fehlen, um einen regelmässigen Turnunterricht vor Ort garantieren zu können. Für einmal musste also heute nicht an Pythagoras, an die verbes français oder an Otto von Bismarck, 1815-1898, gedacht werden. Stattdessen waren wir im einmaligen Wanderparadies von Grächen unterwegs. Einmal nicht die harte Schulbank drücken zu müssen - was gibt es Schöneres im Leben eines Schülers, und insgeheim vielleicht auch in jenem des einen oder anderen Lehrers?

Unsere Wanderung nahm im schmucken Gasenried (1659 m ü. M.) ihren Anfang. Lockeren Schrittes ging es vorerst in Richtung Riedbach, mehr oder weniger der Strasse entlang. Kaum jemandem wird wohl der wunderbare Blick auf die bekannten Viertausender Nadelhorn, Stecknadelhorn, Hohberghorn und Dirru Horu weiter oben am Berg entgangen sein. Ach, wie gerne wären wir doch da hinauf gezogen! - Wie schade, dass die Würste in unseren Rucksäcken keinen Raum für Kompromisse liessen und geradezu darauf warteten, bei der erstbesten Feuerstelle gebraten zu werden.

Beim Riedbach angekommen, ging es darum, eine erste (und auch schon letzte) Steigung von hundert Höhenmeter hinauf Richtung Bordierhütte zu überwinden. Wir Lehrer hatten alle Hände damit voll zu tun, zu sorgen, dass die Schüler hier am Berg nicht einen allzu hohen Gang einlegten. Das Resultat wären sonst wohl Schweissausbrüche und unvorhergesehene Pausen gewesen, was den Fortgang unserer Unternehmung unter Umständen sogar hätte in Frage stellen können. So waren wir dann alle froh, nach einiger Zeit auf der Eggeri, einer uralten Wasserleite, angekommen zu sein. Von hier aus war die Wanderung dann ein Kinderspiel, was aber nicht heissen will, dass sie auch nur im Geringsten langweilig gewesen wäre. Lange (wohl wieder rund eine ganze halbe Stunde) wanderten wir nun flach gen Norden. Schade, dass zu dieser Jahreszeit das Wässerwasser schon nicht mehr floss, sonst hätte sich manch einer davon überzeugen können, dass wir nun nicht einmal mehr flach sondern regelrecht bergab liefen. Da die Wasserleite nun aber schon mehr als trocken ist, bleibt diese letzte Behauptung noch zu beweisen.

Auf alle Fälle kamen wir dann irgendwann am Orte genannt Äbnet, auf einer Meereshöhe von 1659, an. Es ist zu vermuten, dass manch einer und manch eine seinen oder ihre Cervolat schon unterwegs im Geheimen ausgepackt hatte, um sie bei der Feuerstelle dann als erster oder erste ins Feuer strecken zu können. Welch ein Irrtum! - es musste von der versammelten Lehrerschaft vorerst noch ein Feuer entfacht werden, wobei sich der Schreibende darauf konzentrierte zu schauen, dass von den anderen Lehrern alles richtig gemacht wurde. Und prompt unterlag der Physik Lehrende dem Irrtum, zuerst Kohlen und dann erst Holz auf den Herd zu schütten - da half dann auch all der umweltschonende Migros Budget Brenn Sprit nicht mehr weiter. Daheim auf dem Balkon mache er das halt immer so, und dort funktioniere es tadellos. Wobei halt zu entgegnen war, dass dies keine Kitchen Science war, dass wir uns ganz im Gegenteil in freier Natur aufhielten, und dass halt dort unter quasi extremen Bedingungen alles ein wenig anders als daheim in der warmen Stube abläuft.

Wer jetzt schon um den Erfolg unseres Picknicks und damit letztlich um den Erfolg unseres Sporttages gebangt hat, liegt falsch in der Gegend. Bald züngelten die Flammen des benötigten Feuers in den Himmel wie kaum je zuvor gesehen. Die Würste und anderen Köstlichkeiten waren schnell gebraten und noch schneller verzehrt, so dass man sich bald zwecks Verdauung in den sowieso schon ständig da seienden Schatten legen konnte. Nur einer kam schlecht weg und musste allerlei Sprüche über sich ergehen lassen - derjenige, welcher als Vegetarier nur solches isst, das keinen Schatten wirft und weder "muh" noch "miau" macht. So lächelte man über seine "gestrickten Koteletten" usw., selber nicht wissend, dass die Produktion eines einzigen Hamburgers mehr als zweitausend Liter Wasser braucht. Der Prophet in der eigenen Klasse gilt halt nicht viel.

Leider ging auch dieser schöne Tag viel zu schnell zu Ende. Wandern in Grächen lohnt sich immer (siehe auch die beiliegende Karte, die ich von der Grächner Homepage geladen habe). Und auch über unsere Schüler konnte man nur staunen: immer wieder verschwand irgendeiner im nahen Walde - nicht etwa, um aus Langeweile auf einen Baum hochzuklettern, nein, um sich in das Geschichtsbuch zu vertiefen und damit die anstehende Prüfung vom kommenden Freitag vorzubereiten. Zudem hatten die Schüler die Wanderung zu fünfzig Prozent während ihrer Freizeit gemacht. Bitte, weiter so!

Hike partners: eugen

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