Kilimanjaro (5895m)


Publiziert von Pasci Pro , 13. Oktober 2008 um 20:45.

Region: Welt » Tansania
Tour Datum:30 September 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: EAT 
Zeitbedarf: 6 Tage

Für den höchsten Berg Afrikas haben sich 16 Wandersfreunde vom Geschäft (16 Leute = 1 komplete Gruppe) in profesionelle Hände begeben und die einfachste Route, die Marangu-Route gewählt.

1. Tag > Gate 1970m - Mandara-Hütten 2720m, 8,6 km
Endlich geht es los! Nach dem gestrigen Reise-Ruhetag und dem Besuch des lokalen Marktes sind alle gigerig auf den Kili. Wir wandern in extrem gemütlichem Schritt und überwinden die ersten 800 Höhenmeter problemlos. Es bleibt übrig Zeit für viele Gespräche und tolle Aufnahmen im Regenwald.

2. Tag > Mandara Hütten - Horomobo Hütten 3780m, 12 km
Nach einer erstaulich guten Nacht in 4er-Zimmern geniessen wir ein ausgiebiges Frühstück und 'schlendern' anschliessend wärend rund 7 Stunden zur den Horombo-Hütten.  Bald lassen wir den Regenwald hinter uns und bestaunen die abwechslungsreiche Savanne - endlich ein neues Fotosujet! :-)

3. Tag > Akklimatisationstag mit Wanderung zum Mawenzi Sattel 4340m, 8,9 km
Wieder gut und ausgiebig geschlafen (10-11 Stunden). Wieder 4er Zimmer! Allerdings stellen wir fest, dass der Speisesaal in den Horombo-Hütten massloss überbelegt ist und wir genau 30 Minuten Zeit haben fürs Essen (Morgen und Abend) und dass total 4 Schichten serviert wird. Das ist wohl der einzige Stress am Berg! :-)
  Hier haben auch die ersten Teilnehmer Kopfschmerzen, mir geht es blendend. Ich erfreue mich am tollen Wetter, der herrlichen Aussicht auf den Kili und am heutigen Abstecher zum Mawenzi Sattel. Der Weg dort hinauf führt am Zebra Rock vorbei.

4. Tag > Horombo Hütten - Kibo Hütten 4750m, 9,5 km
Auf zu neuen Taten! Ausgeschlafen (bald Überdosis) und voller Tatendrang spazieren wir zur höchstgelegenen Kili Hütte, der Kibo Hütte auf über 4700. Der Weg ist weiterhin super einfach, breit und nur wenig ansteigend und die Vegetation wächselt langsam von Savanne zu Steinwüste.

Wir bekommen den Massenschlag gleich neben dem Trägern anstatt im 'Guest House'. Nach dem frühen Frühstück und dem Breaving geht es um 1800 ins Bett. Von Schlafen kann keine Rede sein: Es ist laut, jede Drehung eines Kameraden ist gut hör- und spürbar und die dünne Luft lädt auch nicht zum träumen ein. Wir sind froh ist endlich Mitternacht und wir werden geweckt.

5. Tag > Kibo-Hütten - Uhuru Peak 5895m - Horombo-Hütten 3780m, 19,5 km
Es wird zwar noch ein Frühstück serviert, aber Apetittlosigkeit macht sich breit. Ein Löffel Porrage und ein Toast müssen reichen. Draussen ist es noch nicht so kalt (Nestwärme?), trotzdem hüllen wir uns in unsere wärmsten Kleider.

Wie in Trance schaukeln wir los, langsam ein Fuss vor den anderen, immer dem Lichtschatten des Vorderen folgend. Es ist stockdunkel und wird immer kälter. Aktiv warm halten ist bei diesem Schneckentempo nicht möglich und erste Kältegefühle machen sich breit. Von Höhenkrankheit zum Glück noch keine Spur. Der Aufstieg zum Kraterrand ist sehr steil und mühsam denn das tiefe Kies-Sand-Gemisch erschwert das Vorwärtskommen enorm.

Just auf dem Gilmans Point angekommen geht die Sonne auf - ein wahrlich traumhafter Moment. Das Naturschauspiel sucht seinesgleichen und im Sekundentakt kommen die Lebensgeister zurück. Wir geniessen diesen Moment und gratulieren einander, schiessen unzählige Fotos.

Nach rund einer halben Stunden heisst es weiter auf den Gipfel, den Uhuru-Peak. Diese 200 Höhenmeter haben es in sich. Obwohl ich von Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel verschont bleibe komme ich kaum mehr aus dem Atmen heraus. Es kommt mir vor als würde ich an Ort und Stelle in vollem Tempo joggen. Zum Glück ist der Gletscher ein weiteres Naturschauspiel und eine gute Ablenkung, denn plötzlich stehe ich auf dem höchsten Punkt Afrikas.

Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route. Einer meiner Kollegen hat Mühe mit der Höhe und leidet an starkem Schwindel. Zwei Führer, ein Gspänli und ich nehmen ihn abwechslungsweise unter den Arm und stützen ihn bis zur Kibo Hütte. Dort wird erstmals der Staum von den Kleidern geklopft, zünftig durchgeatmet und was gegessen!

Anschliessend geht es ziemlich zügig hinunter zu den Horombo-Hütten.

6. Tag > Horombo-Hütten - Gate 1970m, 20,5 km
Heute nur noch Abstieg und mit einem breiten Lächeln herumstolzieren! Freude herrscht in der Gruppe und wir 'fliegen' via den Mandara-Hütten zum Parkeingang. Eine traumhafte Trekking-Woche geht zu Ende aber drei Hightlights steht uns noch bevor: Zeremonie, Dusche (!) und die Party bis in die frühen Morgenstunden! :-)

Fazit:
Ein wahrlich tolles Stück Erinnerung! Abwechslungsreiche Vegetation und eine tolle Mannschaft machen das langsame Wandern zum Erlebnis. Das allgegenwärtige Lachen der Einheimischen steckt an und der Anblick des Kilimanjaro ist atemberaubend! Nur zu empfehlen! :-)
 


Tourengänger: Pasci

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Kommentare (1)


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Mel hat gesagt:
Gesendet am 15. Februar 2011 um 21:23
schöner, eindrücklicher bericht und tolle fotos!
irgendwann möchte ich auch auf dem kili stehen :-)


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