Becs de Bosson (3149m)


Publiziert von Omega3 , 13. Oktober 2008 um 19:33.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:10 Oktober 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Grimentz, télécabine
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Evolène, poste
Kartennummer:1307, 1327

Der Becs de Bosson ist ein prächtiger Aussichtsgipfel verziert mit zwei kecken Gipfeltürmen. Wählt man als Ausgangspunkt das herausgeputzte Vorzeigedorf Grimentz, kann der Aufstieg mit Hilfe der Seilbahn Grimentz - Bendolla erheblich verkürzt werden. Im Herbst fährt die Seilbahn jedoch nur noch sporadisch. Mir hätte die Warterei bis zur nächsten Bergfahrt zu lange gedauert, so bin ich gleich losmarschiert.

Ab Bendolla folge ich dem markierten Bergweg in Richtung Pas de Lona. Das (nicht allzu hässliche) Skigelände lasse ich nach wenigen Minuten hinter mir, ab P.2455 geniesse eine intakte Natur. Nach einer Steilstufe (P.2670) erreiche ich eine Hochebene, hier verlasse ich den Weg und steige rechterhand über die grasige Südflanke direkt zur Pointe de Lona an. Oben angekommen nehme ich den Becs de Bosson ins Visier und folge dem einfachen Blockgrat in leichten auf und ab. Kurz vor dem Col des Becs de Bosson stellen sich zahlreiche Felstürme in den Weg, deren Traversierung nicht ganz simpel ist (die Landeskarte zeigt hier ein trügerisches Bild). Hier wurde auch ein Klettergarten angelegt. Das Umgehen in der Südflanke ist zum Glück unproblematisch. Der Col des Besc de Bosson kann auch direkt von Bendolla erreicht werden, allerdings erfolgt diese kürzere Aufstiegsvariante durch das Skigelände.

Vom Col leitet ein gut ausgetretener Pfad über den Ostgrat zu den Gipfeltürmen des Becs de Bosson, dazwischen muss noch ein kleines Wändlein erklommen werden, ein Fixseil erleichtert die Sache erheblich. Nun wird der östliche Turm südseitig umgangen, wobei man elegant durch ein Felsfenster schlüpfen darf - was für ein schöner Anstieg! Nach wenigen Schritten stehe ich am Fuss des westlichen Turmes (wobei sich dieser wiederum in zwei kleine Türme teilt). Die letzten 3 bis 4 Meter sich leicht zu ersteigen (I). Der Aufstieg zum östlichen (gleich hohen!) Gipfelturm scheint nicht trivial zu sein, mir fehlte die Zeit für einen ernsthaften Versuch.

Für Liebhaber (für mich!) von feinem Schutt bietet sich eine nette Abstiegsvariante. In der Südflanke genau unterhalb des Felsfensters (im östlichen Gipfelturm) beginnt nach einer Felsstufe ein Couloir, angereichert mit feinem Schutt - traumhaft (Steinschalggefahr beachten!). Nach dieser rasanten Surfpartie stehe ich bald bei der Cabane Besc de Bosson, die ist aber schon auf Winter eingestellt und alle Luken sind dicht. Für den weiteren Abstieg stellen sich die Pointes de Tsavolire fast in den Weg, so nehme ich diese einfachen Gipfel (eigentlich ist es nur einer) gleich noch mit. Vom Gipfel steige ich dann über grasige Hänge nach L'A Vielle ab, von hier führt ein markierter Bergweg hinunter nach Evolène, wobei die in der Abendsonne goldig leuchtenden Lärchen mein Herz ein weiteres Mal frohlocken lassen.


Tourengänger: Omega3

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