Skitour Sonnleitenspitze und Leobner durchs Haberlkar


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 21. Januar 2015 um 18:35.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Ennstaler Alpen » Eisenerzer Alpen
Tour Datum:21 Januar 2015
Ski Schwierigkeit: SS
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-ST 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1511 m
Abstieg: 1511 m

Von Johnsbach ist der Leobner ja ein bekannter Skitourenklassiker, die Anstiege von Süden sind weniger bekannt. Und das obwohl beide Anstiege äußerst lohnend sind. Der Anstieg über die Aigelsbrunneralm wurde von mir bereits einmal gemacht und beschrieben, heute haben wir den Anstieg durchs Haberlkar gemacht. Obwohl es hier Probleme mit der Jägerschaft gibt, seit einigen Jahren ist ja der gesamte Taleingang ins Haberlkar Wildschutzgebiet, werde ich die Tour hier beschreiben. Es handelt sich ja um eine ortsübliche Skitour, daher ist eine Sperrung nicht zulässig.
Dennoch sollten sich die Tourengeher fair verhalten, Aufforstungsflächen meiden und im Nahbereich der Wildfütterung Lärm vermeiden! Die angedachte Umgehung ist sehr lang und führt unter gefährlichen Lawinenrinnen hindurch.
Hat man einmal den scheinbar unendlich langen Teil entlang des etwa 3 Meter hohen und elektrisch geschützten Wildzauns hinter sich, öfffnet sich das Haberlkar und zeigt sich in voller Schönheit. Über flache Böden geht es hinauf, zuletzt steil in das Haberltörl. Hier kann man sich nun zwischen Leobner und Sonnleitenspitze entscheiden. WIr haben zuerst die Sonnleitenspitze gemacht, sind dann durch die extrem steile Ostflanke abgefahren und haben dann den Aufstieg zum Leobner gemacht.
Vom Leobner sind wir dann durch die sehr steile Südwest-Rinne abgefahren. Sie stellt die direkteste und steilste Abfahrt ins Haberlkar dar.
In beiden Steilabfahrten fanden wir heute Pulverschnee, im flachen Kar dann etwas Firn! Heute hatten wir mit Sicherheit eine der besten Abfahrten dieses Jahr!

AUFSTIEG: Vom GH Gruber kurz nach Westen und durch den Hof entlang des Wanderwegs zur Autobahnbrücke. Unter der Brücke hindurch und in die gut markierte Paltenklamm. Wenige Meter nach der ersten Brücke (dort wo der Wanderweg über eine schmale Brücke nach rechts den Forstweg verlässt) nach links auf einem parallel verlaufenden Hohlweg taleinwärts. Bei den Felsen nach links und so auf die Wiese beim ehem. Gehöft Haberl. Hier nun durch das Wildgatter und über die Wiese aufwärts. Kurz durch dichten Wald und so erneut auf einen Forstweg mit Wildschutz-Tafel. Hier nun dem Weg gerade aufwärts folgen und rechtshaltend auf eine Wiese. Dieser entlang des Wildzaunes, vorbei an einem Tor, folgen. Man hält sich nun immer neben dem Wildzaun, eine Almhütte wird passiert und in 1380m das offene Haberlkar erreicht.
Nun im breiten Kar (Achtung auf Einflussbereiche) aufwärts, eine kurze Steilstufe überwinden und so auf einen flachen Boden. Taleinwärts bis zum Steilhang unter dem Haberltörl, dieses in Kehren ersteigen.

Sonnleitenspitze: Vom Törl nun am etwas mühsamen (Schwarzbeer-) Rücken zum Gipfel des Sonnleitenkogels.
Nun am Rücken kurz Richtung SSO abfahren und je nach Wechtenzustand in die etwa 45° steile Ostflanke abfahren. So zurück ins Haberlkar.

Leobner: Vom Haberltörl (oder schon etwas zuvor) rechts über den Rücken oder bei sicheren Verhältnissen in den Hängen davor zum Gipfel des Leobners (zuletzt rechtshaltend).
Entweder wie Aufstieg abfahren oder die direkte, aber steilste Route ins Haberlkar. Dazu vom Gipfel etwa 150m nach Nordwesten und dann durch die schon gut sichtbare Südwest-Rinne abfahren. Ein Fels in Rinnenmitte muss links umfahren werden. Ab hier durch die etwa 45° steile Rinne zurück ins Haberlkar

ABFAHRT: Je nach Verhältnissen ins Haberlkar (wie oben beschrieben) und nun nach Süden durch das Kar bis zum Wildzaun abfahren. Links des Zaunes bis zum Forstweg und über eine schöne Wiese abfahren. Durch dichter werdenden Wald zum Forstweg. Nun kurz nach rechts bergauf staffeln und weiter am fallenden Forstweg (Aufstiegsspur wird gekreuzt), bis man die schöne Wiese erreichen kann. Über die Wiese an deren linkes (!!) Ende hinab, durch den Wildzaun und unter diesem wieder flach nach rechts. Über die Wiese hinab zu einem Hochsitz, ab hier am Forstweg in Kürze ins Tal und über eine Überführung zurück nach Vorwald und in Kürze zum Gasthof Gruber.

LAWINENGEFAHR/SCHNEE: 1 (Günstige Situation - geringe Lawinengefahr - etwas Triebschnee im kammnahen Gelände!), In den steilen Hängen noch etwa 10-15cm Pulverschnee auf einem Harschdeckel. Im Haberlkar dann ein Mix aus Pulver und Firn. Forstwege noch gut ohne Steinkontakt fahrbar, ebenso die schönen Wiesen beim ehem. Gehöft Haberl.

MIT WAR: Tanja

WETTER: Hochnebel am Schoberpaas, ab dem Wildschutzgebiet herrlicher Sonnenschein und wenig Wind

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz


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