Neujahrstour 2/2: Piz Borel 2952m


Publiziert von Bombo , 17. Januar 2015 um 22:42.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum: 2 Januar 2015
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Gruppo Piz Blas   CH-UR 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1010 m
Abstieg: 1790 m
Strecke:Maighelshütte - Piz Borel - Ravetschlücke - Versuch Ravetsch (Abbruch) - Val Maighels - Maighelspass - Unteralptal - Andermatt
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit PW oder ÖV bis Andermatt
Unterkunftmöglichkeiten:Maighelshütte SAC
Kartennummer:LK 1:50'000, Bl 256 S "Disentis / Münster"

"Bächtele" von seiner schönsten Seite


Nach dem perfekten gestrigen Tourentag sollte es heute hoffentlich im selben Stil weitergehen. Einzig der von Westen heranziehende Wetterwechsel müssen wir heute im Auge behalten, zumal gerade die letzte Etappe unserer geplanten Tour sich noch in die Länge ziehen kann. Als Tagesziel haben wir uns den Piz Borel 2952m und je nach Verhältnisse den Piz Ravetsch 3007m ausgesucht. Anschliessend wollen wir via Maighelspass 2421m durch das Unteralptal zurück zu unserem Ausgangspunkt Andermatt 1436m

Obwohl es aufgrund der zahlreichen Tourengänger in der Maighelshütte 2314m beim Skischuhanziehen ein riesen Durcheinander war, staunten wir nicht schlecht, dass wir einerseits als erste und andererseits lange auch als einzige ins Maighelstal starteten. Dank der Spur vom Vortag konnten wir die ersten paar hundert Meter zügig in der Abfahrtsposition geniessen, bevor es dann mit den Fellen in Richtung Tagesziel ging. 

Schon gestern beim Studieren des Maighelsgletschers sahen wir nur vereinzelte Abfahrtsspuren, umso mehr freuten wir uns beim Aufstieg auf dem gefahrlosen Terrain über tatsächlich nur 2 frische und 2 bereits wieder zugeschneite Spuren. Immerhin konnten wir so die Aufstiegsspur benützen, wobei diese dann auf dem Maighelsgletscher in grossen Teilen bereits wieder zugeweht war. 

Das Skidepot errichteten wir am selben Ort wie die Gipfelbesucher vom Vortag, nämlich am Fusse der kurzen, steilen Schneerampe, welche mit ein paar zusätzlichen Tritten im Fels bis zum Gipfel des Piz Borel 2952m führt. Alleine genossen wir dort die Aussicht, die Pause jedoch kurz, da schon ein kühler, giftiger Wind uns um die Ohren pfiff. Zudem sahen wir weiter unten bereits die ersten "Verfolger" und da wir doch die Pole-Position inne hatten, wollten wir diesen Startplatz nicht einfach so hergeben. 

Für das zweite Tagesziel querten wir dann immer noch mit den Fellen an den Skis hinüber zur Ravetschlücke 2927m, wo uns zwar zum zweiten Mal am heutigen Tag die Sonne entgegen blinzelte, gleichzeitig aber erneut starker Wind das Abfellen erschwerte. 

Der Piz Ravetsch 3007m präsentierte sich noch unverspurt und da wir bewusst die Steigeisen zu Hause liessen, war dann auch der teilweise eisige Aufstieg alles andere als bequem. Irgendwo in der Mitte zwischen Lücke und Gipfel erreichten wir eine Stelle, wo wir uns dann tatsächlich die Eisen an den Füssen gewünscht hätten und da wir keine unnötigen Risiken eingehen wollten, entschieden wir zur Umkehr. Nicht zuletzt, wie oben bereits erwähnt, weil uns die First Lines auf dem Maighelsgletscher wichtiger waren als der Gipfelbesuch.

So durften wir dann auch heute wieder die Abfahrt eröffnen - wobei der Maighelsgletscher genügend Platz für zahlreiche neue Spuren bietet. In den ersten Abfahrtsmeter noch ein wenig windbearbeitet, dann jedoch wechselte es zu perfektem Pulverschnee, Schnee, wie jeder Tourengänger es sich einfach nur wünscht.

Bei P. 2486m lockt dann noch das Bachbett-Couloir, welches direkt hinunter ins Maighelstal führt - auch dieses präsentierte sich dank viel eingeblasenem, jedoch dank mässiger Neigung ungefährlichem Schnee in perfektem Zustand. Was für eine Freude beim Blick zurück - nur schade, dass man nach dem langen Aufstieg so schnell wieder unten steht. 

Ein kurzer Gegenanstieg auf bereits vorhandener Spur führte uns zum Maigehlspass 2421m. Hier waren wir dann froh, dass wir am Morgen zeitig aufgebrochen sind, denn der Wetterwechsel machte sich immer mehr bemerkbar. Die Mittagsrast somit nicht all zu lange, ebenso wählten wir die weitere Abfahrt eher zurückhaltend aus, da diverse Triebschnee-Anzeichen sichtbar waren, teilweise (östlich der Vermigelhütte) sogar der ganze Hang bereits abgerutscht ist. 

Die Weiterfahrt durch das Unteralptal wurde dann erwartungsgemäss von einigen Stockeinsatz-Passagen unterbrochen, zum Glück aber dank vorhandener Spur bedeutend weniger als gedacht. Andermatt 1436m und wenige Minuten später das Restaurant Spycher mit seiner absolut leckeren Speisekarte erreichten wir somit rechtzeitig vor dem Wetterwechsel, beim Verlassen des Restaurants und Blick zurück ins Gelände hätten wir nicht mehr dort oben sein wollen.


Fazit:

Zwei perfekte Tourentage zum Beginn des neuen Jahres. Das Maighelsgebiet hat den grossen Vorteil, dass man den Verhältnissen entsprechend eine rollende Planung machen kann, was einerseits zu mehr Sicherheit und andererseits auf jeden Fall auch zu spannenden Momenten und Eindrücken führt. Von der Maighelshütte, welche wir in den besten Tönen loben und weiterempfehlen können, hat man dann je nach Lust und Laune verschiedene Möglichkeiten, das Gebiet wieder zu verlassen. Für uns ganz klar: hier waren wir nicht das letzte Mal, im Gegenteil...
 

Tourengänger: Bombo, Schusli

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