Rund um und auf den Stock


Publiziert von Bergmuzz , 27. Oktober 2014 um 23:29.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:26 Oktober 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Westliche Sihltaler Alpen 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Studen - Ober Schrot - Stock - Farenstock - Stägen - Schlund - Charenstock - Studen 17.1km
Kartennummer:236T Lachen 1:50000 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo

Unsere heutige Tour stand ganz im Zeichen der Pendenzen Erledigung oder auch der Gruppenvervollständigung. Oder konkret um die Gruppe der westlichen Sihltaler Alpen. Hier habe ich noch mehrere kleine Hügel und Kuppen offen die zur Komplettierung der Gruppe noch besucht werde müssen. Da über 1500m teilweise noch immer grossflächig Schneereste liegen in den Nordflanken fallen meine T5 Pendenzen im Ybrig weg. Also gehen wir die kleineren mal an. Die wie ich heute wieder einmal feststellen musste nicht weniger attraktiv sind. Vielleicht bieten sie dem gehobenen Alpinwanderer nicht immer dieselbe Herausforderung (Hier bestätigt die Regel die Ausnahme) aber auch kleine unscheinbare Gipfel und Hügel können sehr lohnende Ziele sein.
 
Studen - Stock
Mangels passender ÖV-Verbindungen nach Stunden (und vor allem wieder zurück) sind wir heute wieder einmal mit dem Auto angerückt. Mein Gefährt habe ich beim Schiessstand in Studen parkiert. Dort hat es auf dem Feld etwas vor dem Schiesstand ein kleines Parkfeld (vielleicht für 3 Autos). Dieses wird vorwiegend von den Gleitschirmlern genutzt die weiter oben starten. Doch auch für uns war das genau richtig. Danach ging es steil auf dem Bergwanderweg aufwärts durch den Wald nach Ober Schrot.

Im SAC-Führer steht: „Aufstieg durch rauhen Bergwald und über Weideland. Weil der Pfad und die Markierungen oft von hohem Gras zugedeckt sind, drängt sich auf der Tour ein stetiger Vergleich mit der LK auf. Landschaftlich sehr schöne Route!“

Das kann ich zu 100% unterstützen!  Markierungen findet man nur wenige und dieser Weg ist wirklich ziemlich rustikal und wild. Irgendwo oberhalb Unter Schrot verlieren sich die Markierungen im Wald fast völlig. Das macht aber nichts. Man kann sehr gut weglos im Wald aufsteigen. Weiter oben trifft man dann plötzlich auf einen sehr guten Weg. Landschaftlich absolut zu empfehlen. Vor allem im Vergleich zu den Aufstiegen von Unteriberg her. Von Ober Schrot (Wo man übrigens eine tolle Aussicht auf die vorderen Gipfel der nördlichen Sihltaler Alpen hat) ging es dann auf einer breiten Forststrasse zur Tierfäderenegg. Von dieser hat man nun plötzlich tolle Einblicke in die Ostflanke des Stock. Der sich auf dieser Seite extrem wild und steil präsentiert. Von der Tierfäderenegg dann weiter auf der Strasse hoch nach Ober Stock. Nun rechts den Hang schräg ansteigend zur östlichen Begrenzungsmauer der Weide die vom Gipfel hinunter zieht und dieser entlang zum vordersten Punkt des Stock. Ein wirklich eindrücklicher Punkt (Kate Winslet Titanic mässig).
 
Stock - Farenstock
An diesem Plätzchen haben wir uns dann eine längere Pause gegönnt und haben noch einige Projekte an umliegenden Gipfeln begutachtet. Nach dem Besuch des höchsten Punkts der etwas weiter westlich liegt sind wir wieder auf der gleichen Route wieder zur Tierfäderenegg abgestiegen. Von dort dann auf der Alpstrasse hinauf nach Ober Weid und vorbei an der Holzhütte leicht hinauf auf den Farenstock. Der höchste Punkt trägt weder ein Gipfelkreuz noch ist er markiert und daher auch wenig interessant. Vorne am Ende des Gipfelplateaus entdeckten wir ein Kreuz und dieses steuerten wir dann auch Schnur stracks an. Beim Gipfelkreuz staunten wir dann nicht schlecht. Eine riesige Gipfelbank steht vor dem grossen Metallkreuz und zwar direkt gegen Südwesten ausgerichtet. Also optimal auf die Sonne. Das nenne ich also wirklich ein Schweizer Qualitätsaussichtspunkt. Mir ist völlig unverständlich wieso der Farenstock bei so einem tollen Platz nur so wenig Besuch erhält. Dazu kommt, dass er auf der Westseite steil in einer Felswand abbricht und von Unteriberg aus eine wirklich beeindruckende Gestalt ist.
 
Farenstock - Charenstock - Studen
Nach dem wir auch dieses Platz ausgiebig ausgekostet hatten machten wir uns an den Abstieg. Dieser führte uns zurück zur Holzhütte und von dieser weiter hinunter zur Bodenlochhütte und an dieser vorbei die „Stägen“ (wahrscheinlich die heutige Schlüsselstelle dank den schmierigen Holztritten) hinunter zur Verzweigung bei Unter Stock. Von hier nun weiter auf der Sonnenbergstrasse talwärts bis Hirschweid, wo wir die Abzweigung nach Schlund nahmen und so P.1157 bei Schlänggen erreichten. Irgendwie ein sehr abgeschiedener Winkel in diesem Gebiet. Bei P.1157 steht zwar ein alter Wegweiser aber aufgrund des moorigen Untergrundes ist kein Weg vorhanden was der ganzen Ebene irgendwie einen skurril mystischen Eindruck verleiht bei Dämmerung. Nun hiess es noch den letzten Gipfel in Angriff nehmen für heute. Am bequemsten geht es wenn man durch den SW-Hang von der Hütte zum Gipfel schräg ansteigt und so auch keine Kehren machen muss. Der Charenstock bietet gegen Norden und Osten leider null Sicht und auch sonst keine Unterhaltung wie z.B. Ein Gipfelkreuz oder Kiosk. Ja nu… so sind wir halt nach dem Wipfelschuss gleich wieder steil über den SW-Hang abgestiegen. Dieser ist in echt eindeutig steiler als man von der LK her vermuten würde. Eine tolle Abwechslung. Aufgrund der fortgeschrittenen Dunkelheit stiegen wir nun ziemlich zügig über den Wanderweg ab. Doch im Wald ging es dann auf den rutschigen Tritten nicht mehr ohne Licht. So wies uns fort an ein Lämpchen den Weg. Die Querung der äusserst matschigen Breitplangg war dann nochmals sehr unterhaltsam und in der Dunkelheit ein richtiges Abenteuer für die Sinne. Von P.909 sind wir dann auf der Strasse über P.897 & P.890 zurück nach Stunden und zu unserem Tourenmobil marschiert.
 
Fazit
Unsere heutige Tour führte wieder einmal ein paar spannende Ecken im Ybrig zu Tage und sicher auch selten begangene Wege. Die heutige Erkenntnis ist aber sicher, dass ich den Farenstock bisher immer kläglich unterschätzt habe. Ein toller Gipfel mit vielen spannenden, kurzweiligen Aufstiegsmöglichkeiten. Auch wenn er von Ober Weid sicher nicht mit Dominanz und Prominenz glänzen mag. Auf der Westseite gegen Unteriberg bietet er grossartige Gipfelunterhaltung und einen 1A Top Aussichtspunkt mit äusserst bequemer Sitzgelegenheit.

In vorderen Teil der westlichen Sihltaler Alpen fehlen mir nun nur noch Nollen, Wannenstock und Fidisberg und wenn man ganz pingelig sein will auch noch Chalberstöckli, Schwarzstock und Totenplangg.

Aber der Herbst gibt ja diese Woche sein Comeback. Also wer weiss.
Der Bergwanderweg von Studen nach Ober Schrot ist landschaftlich sehr empfehlenswert wenn auch sehr nass und wild. Aber genau das macht ihn so attraktiv.

Bergmuzzä Tourenbericht
http://www.bergmuzzae.ch/wp4/?p=120

Tourengänger: Bergmuzz, Gebi


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