Rhonegletscher, Herbstmessung 2008


Publiziert von Delta Pro , 24. September 2008 um 07:30.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:11 September 2008
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 1200 m

Ein langer und anstrengender Tag auf dem unverwechselbaren Rhonegletscher – Sonne, Regen und viele Gletscherspalten

 

Während der gegenüberliegende Griesgletscher Jahr für Jahr gegen 2 Meter an Eisdicke einbüsst, geht es dem Rhonegletscher viel besser. Und das sieht man ihm an! Ein Juwel von einem Eisstrom, mit unzähligen Gletscherspalten, hellem, gesundem Eis und nach wie vor einem mächtigen Akkumulationsgebiet. Wer schon einmal die Dammastock-Skitour gemacht hat, weiss wie weit man vom Belvedere dort hinauf wandert. Wie jedes Jahr hatten wir auch diesen September wieder das entsprechende Vergnügen.

 

In der angenehm kühlen Morgenluft zügig die Gletscherzunge hinauf (heute mit Steigeisen), östlich am Gletscherbruch vorbei und weiter über die unendliche, obere Eisebene des Rhonegletschers. Über diesen Sommer haben sich dort hunderte von teils grossen Spalten aufgetan. Während man letztes Jahr hier recht gemütlich durchkam (damals mit Skis an den Füssen), waren heute massenhaft Umwege und Sprünge nötig. Ab ca. 3000 Meter liegt Winterschnee. Diesmal fanden wir auch unsere oberste Stange auf 3300 m.ü.M., bei der es immerhin über drei (!) Meter Akkumulation gab. Auf dem Rückweg den Stangen nach die gleiche Geschichte wie gestern: Blitz und Donner – wenn das Metall friedlich zu summen beginnt, entfernt man sich besser etwas davon… In strömendem Regen, begleitet von unheilvollem Donnergrollen wieder gegen Belvedere. An der Gletscherzunge sind aber noch weitere drei Stunden Arbeit angesagt – wobei wir noch mehr als einmal verregnet werden…

 


Tourengänger: Delta

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Kommentare (3)


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K_Mar hat gesagt: Vgl Rhonegl.-Griesgl.
Gesendet am 24. September 2008 um 19:56
Der Unterschied wundert mich nicht, da das eine Firngebiet 300m höher geht. Ich könnte mir sogar Klimabedingungen vorstellen, bei denen die großen hohen Gletscher wachsen und die kleinen niedrigen ganz verschwinden.
Gruß Klaus

Delta Pro hat gesagt: RE:Vgl Rhonegl.-Griesgl.
Gesendet am 2. Oktober 2008 um 08:02
Salut Klaus

Leider ist die Sache mit dem unterschiedlichen Verhalten der Gletscher nicht so einfach zu erklären. Zwar reicht das Firngebiet des Rhonegletschers 300 Meter höher hinauf als dasjenige des Griesgletschers. Dafür hat der Rhonegletscher auch eine grössere Zunge, und reicht deshalb in tiefere Lagen hinunter (wo es mehr Schmelze gibt). Die Form der Gletscher hat sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte an die Klimabedingungen angepasst. Aus theoretischen Überlegungen rechnet man sogar eher damit, dass grosse Gletscher (mit einem weit hinauf reichenden Firngebiet) noch schneller (!) an Masse verlieren als kleine (also genau das Gegenteil Deiner Theorie). Das kann man mit der Zeit erklären, die der Gletscher braucht, sich an neue klimatische Bedingungen anzupassen. Ein kleiner Gletscher kann seine Zunge schnell abstossen, während ein grosser Gletscher mehrere Jahrzehnte braucht, um seine Form dem veränderten Klima anzupassen.
Wieso geht es jetzt dem Griesgletscher so viel schlechter als dem Rhonegletscher? Das ist wahrscheinlich mit einer unterschiedlichen Veränderung im Lokalklima zu erklären: Der Griesgletscher erhält vor allem bei Südwestlagen viel Schnee .Wenn von diesen weniger gibt, „vertrocknet“ der Gletscher allmählich.

Gruss Delta

Fenek hat gesagt: den regen...
Gesendet am 24. September 2008 um 20:33
gönne ich dir ;-), schliesslich hast du ja auch unzählige sonnige Arbeitstage. Immerhin können wir dank den Fotos etwas davon teilhaben.

Spannend die Gletschermessungen!


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