Das war eine Tour wo vieles nicht so gelaufen war wie geplannt.
Wir wollten in einer 2-er Seilschaft Gross Spannort von der Spannorthütte besteigen und dann den gleichen Weg zurück nehmen. Am Vortag steckte die Hütte im dichten Nebel, wir hatten noch viel Zeit bis zum Abendessen und gingen in den Klettergarten in der Hüttennähe. Leider kam es zu einem Zwischenfall wo mein Seilpartner sich leicht verletzte, ausser ein Paar Kratzer an den Händen sah zuerst noch alles gut aus für den morgigen Gipfelgang. Doch dann am frühen Morgen mussten wir feststellen dass es doch nicht geht da sein Fuss leicht angeschwollen war und er ziemliche Schmerzen beim Gehen verspürte.
In der Hütte trafen wir auch eine UTO-Truppe und bei denen war auch ein Teilnehmer ausgeschieden, so konnte ich mich denen anschliessen. Allerdings, war deren Plan nicht zurück nach Engelberg abzusteigen, sondern über den Glattfirn zu Kröntenhütte zu queren und dann nach Bodenberg(Erstfeld) abzusteigen. Das sah nach einer langen Tour aus, und das wurde in der Tat eine sehr lange Tour.
6:00. Das Nebelmeer liegt zu dieser Zeit noch gut unterhalb der Hütte. Wir starten etwas spät und steigen zügig bis unter der Schlossberglücke wo wir auf den tiefen Schnee treffen. So müssen wir im stellenweise knietiefen Schnee spuren und kommen mit einer leichten Zeitverzögerung auf den Pass wo wir uns eine kurze Pause gönnen und die frühe Sonnenstunde bestaunen.
7:20am Weiter auf dem splatenreichen Glattfirn wo der Hüttenwart (Bergführer) ein Paar Tage vorher eine Spur gelegt hat, ab und zu haben wir einbeinige Einbrüche in die gut verschneiten Spalten. Am Einstieg sind wir die ersten und verursachen erwartungsgemäss eine Stau, da unser Tourenleiter ja noch nicht weiss wie gut wer ist und sehr vorsichtig an die Sache rangeht. Hier kann uns eine 2-er Seilschaft gerade noch überholen. (
kleopatra und
Muellix). Es liegt viel Schnee und der Felsen ist stellenweise vereist so klettern wir mit Steigeisen. Irgendwo verlässt unser Leiter die richtige Aufstiegsroute und wir steigen in einer relativ steilen felsigen Rinne (III).
Irgendwann (so gegen 12 am) erreichen wir endlich den verschneiten Gipfel und geniessen die Aussicht. Im Abstieg geht unsere 3-er Seilschaft als erste und wir finden auch die richtige Route, die unschwierig über die Bänder zur einer Abseilvorrichtung verleitet. Wir seilen uns 2-Mal auf den Gletcher ab.
Bereits ziemlich im Zeitverzug folgen wir unserer Aufstiegsspur bit zur einer Stelle wo eine Schneeschuhspur abzweigt. Der Spur will unser Tourenleiter folgen. Wir gehen eigentlich eher in die SE-Richtung, obwohl NE richtig wäre. Schnee ist wieder tief und Spalten tückisch. Ab und zu muss einer von uns nach einem Einbruch (meistens bis zur Hüfte) aus dem Schnee kriechen. Irgenwann geht die Spur (und wir sind immer noch auf 2750Hm !) wieder Aufwärts, langsam bildet es sich in unserer Truppe Wiederstand. Zum Glück hat einer von uns ein GPS mit dabei, es wird eingeschaltet und mit dessen Hilfe können wir unseren Leiter überzeugen dass wir in die falsche Richtung gehen. Wir queren dann im unberührten Schnee den Glattfirn nach Norden (Ich glaube sonst hätten wir fast noch den Krönten bestiegen!) und kommen endlich zur Graustöckli von wo der Weg zur Kröntenhütte beginnt. Es dauert aber noch eine Weile bis wir bei der Hütte sind, es ist bereits 18:40. Und es sind noch 900Hm abzusteigen. Es kommt wieder ein dichter Nebel, die Steine sind feucht und ab und zu schmierig. Wir steigen auf dem Geisspfad, ab ca 19:30 müssen die Stirnlampen eingeschaltet werden.
Um 20.10 sind wir in Bodenberg und es ist völlig dunkel.
Die Tour dauerte bis anhin 14 Stunden mit ein Paar sehr kurzen Pausen!
Die Gründe dafür waren: 1. Schnee, 2. die Tour war vom Tourenleiter vorher nie gemacht und die Länge dementsprechend unterschätzt. 3. falsche Aufstiegsroute am Spannort. 4. Stau(s) in der Route 4. Abwege im Abstieg ü. den Glattfirn.
Unbedingt den Hüttenwart(in) konsultieren. In der Spannorthütte gibt es eine sehr gute Beschreibung der Route zum Spannort und eine detaillierte Topo.
Die Tour darf nicht unterschätzt werden, allein seiner Länge wegen: nicht ganz optimale Bedingungen, viele Seilschaften unterwegs usw. können die benötigte Zeit um vieles verlängern.
Eine unvergessliche und schöne Tour!
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