Rheinwaldhorn, 3402m


Publiziert von Linard03 Pro , 14. Oktober 2014 um 19:14.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum: 4 Oktober 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-TI   Gruppo Rheinwaldhorn 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1370 m
Abstieg: 1370 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:per Bus bis Campo Blenio oder per PW bis zum Luzzone-Stausee

Na endlich … - im insgesamt 7. Anlauf (!) zwischen 2010 und heute hat’s ja doch noch geklappt … „Schuld“ war jedes Mal das Wetter; es hat einfach nie gepasst wenn ich wollte. Einmal hatte ich es sogar bis zur Hütte geschafft, doch anderntags war wieder nix …
 
Eine Chance wollte ich mir und dem Berg dieses Jahr noch geben und meldete mich für eine ausgeschriebene Gruppentour an. Und wieder verfolgte ich die ganze Woche über intensiv den Wetterverlauf. Anfangs der Woche wurde noch strahlendes Wetter für’s ganze Wochenende vorausgesagt – YES! Aber gegen Ende der Woche sah’s dann aus wie in meinen vorangegangen Versuchen: Samstag ev. noch trocken, viel Nass am Sonntag … - der Berg will mich einfach nicht!
 
Am Freitag-Abend wusste ich noch nicht, wo es letztendlich hingeht: „zu 80% irgendwo Klettern, zu 20% doch noch auf’s Rheinwaldhorn“; ich war natürlich definitiv für die 20% Chance und klammerte mich an diesen Strohhalm ;-).
Jedenfalls war dies neu für mich; am Vorabend noch nicht wissend, wo man letztlich hingehen wird. So packte ich 2 Rucksäcke; 1x Klettern und 1x Hochtour und fuhr am frühen Samstag-Morgen mit dem Auto zum Treffpunkt.
 
Als die Gruppe sich versammelt hatte, wurde nochmals eine Stunde intensiv über den verschiedenen Wetter-Modellen gebrütet und beraten. Weshalb eigentlich nicht ins Tessin fahren und am selben Tag noch auf den Gipfel steigen? Zur Überraschung des Bergführers war man(n)/frau war sich einig; wir sollten es zumindest versuchen! Gesagt, getan. Wir packten das Notwendige zusammen und fuhren im Kleinbus nach Olivone und weiter zum Luzzone-Stausee hinauf.
 
Und ja, weil sich halt jemand massiv verspätet hatte und wir somit viel Zeit verloren hatten, handelte unser Bergführer mit dem Alpwirt noch eine Weiterfahrt aus … ;-)). Jedenfalls passierten wir das Val di Carassino im Eiltempo und erreichten die Hütte Adula UTOE um ca. 12 Uhr.
Eine kurze Zwischenverpflegung, umpacken bzw. umrüsten auf Hochtour – und weiter gings! Mehrheitlich umgaben uns Nebelschwaden, vereinzelt waren blaue Flecken auszumachen. Mindestens war ich ja jetzt bereits weiter als bis zur Hütte gekommen; ein erstes Highlight … ;-)
 
Der Weg ist nicht allzu schwierig: auf der Moräne aufsteigend, dem Felsband folgend und in leichter Kraxelei über den Felsgürtel von Giairón über die Geröllfelder, wo sich zahlreiche Steinmandli befinden. Bei Nebel kann man sich in diesen Geröllfeldern allerdings schnell verlieren …
 
Nun gings im inzwischen wieder dichteren Nebel über den Vadrecc di Bresciana. Unterhalb der Felsen (P.3253) erblickten wir jedoch plötzlich ein paar blaue Löcher und für einige Sekunden sogar das Gipfelkreuz … Wir traversierten auf dem Gletscher direkt zum Adulajoch (3291m) hinauf. Kaum hatten wir das Joch passiert, riss die Wolkendecke plötzlich auf und vor uns präsentierte sich der Gipfelhang im schönsten Sonnenschein!
 
Etwas steiler gings nun die Flanke hoch und wenige Minuten später wars geschafft: Rheinwaldhorn, 3402m!! Die Freude war gross, diesen Gipfel endlich erreicht zu haben – noch dazu bei schönem Wetter! Na ja, ganz offen wars zwar nicht, aber in einem schönen Wolkenspiel, welches man sonst wohl nur im Flugzeug bewundern kann, sahen wir abwechslungsweise nach Hinterrhein oder in Richtung Läntahütte hinunter. Die Aufstiegsroute blieb jedoch weitgehend unter der Wolkendecke versteckt.
 
Obwohl bereits 16 Uhr, war es angenehm warm und zudem windstill; wir genossen die Gipfelrast während ca. 45 Min. Danach stiegen wir wieder auf der Aufstiegsroute ab; tauchten alsbald wieder in den Nebel ein. Auf Moränenhöhe kamen wir aber noch in den Genuss der Abendsonne, welche ein schönes Spektakel bot. Um ca. 18.30 Uhr erreichten wir wieder die Hütte, wo wir uns gleich an den Tisch setzen und uns die leckere Pasta schmecken lassen durften ;-)) 
Dazu muss man wissen, dass der Hüttenwart am 30.9. von diesem „Sommer“ die Nase endgültig voll hatte und die Hütte schloss ... - glücklicherweise durften wir uns von der Frau der Bergführers verwöhnen lassen ;-)).
 
Ausser einer kleinen Jägergruppe waren lediglich noch ca. 10 andere Gäste anwesend; die Hütte war also nicht sehr stark belegt. Der gemütliche Abend verging wie im Flug, aber irgendwann machte sich dann der lange Tag doch bemerkbar.
 
Sonntag, 5.10.
Ausschlafen, gemütlich Zmörgele … Was sollen wir heute noch unternehmen? Eine kleine Klettertour? Ein Blick aus dem Fenster genügte: dichter Nebel, in der Nacht hat es heftig geregnet … Am heutigen Tag sollte niemand mehr auf den Gipfel steigen, wir hatten alles richtig gemacht ;-).
 
Nach kurzer Diskussion war man sich einig: gemütlich nach Hause fahren und am Nachmittag die Füsse hochlagern … Wir wanderten also gemütlich zurück und stellten bei einer Alp fest, dass frischer Käse in das bereitstehende Auto verladen wurde. Es brauchte keine Überredung, bis wir gemütlich auf der Bank sassen und frischen Käse zu einem Boccalino genossen – notabene wieder bei Sonnenschein!
 
Aufgrund eines Tunnel-Stau’s fuhren wir danach über den Gotthardpass und legten spontan noch eine Kaffee-Pause in Andermatt’s neuem Luxushotel Chedi ein ;-).
 
Fazit:
Ein gelungener Abschluss der diesjährigen Hochtouren-Saison, welche ja eher kurz bzw. dürftig war … Und natürlich: eine langjährige Pendenz darf ich nun abhaken ;-)
 
Bemerkungen:
Meine erste Tour mit „Mr. Wolkenlos“: spontan, kompetent und „immer locker“; zudem in einer gut harmonierenden Gruppe – mir hat’s gefallen!

Tourengänger: Linard03


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