Bösbächistock und Rüchigrat


Publiziert von Dolmar , 4. Oktober 2014 um 21:54.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:30 September 2014
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 2090 m
Abstieg: 1809 m

Der Himmel war bedeckt, der Wetterbericht sagte schon eher regnerisches Wetter voraus, da ich aber   schon mal da bin, wollte ich einen Versuch starten.

Start: 6:00 Uhr in Luchsingen bei der Schule
nach Bösbächi Mittler Stafel. Nach dem Wäldchen hinter Mittler Stafel steil rechts hinauf über Baumgarten
Vorder Chamm-Schiböden zum Bächifirn und weiter über Altschnee später durch Schutt anstrengend hinauf zur Zeinenfurggel. Das Furggelbuch ist leider naß und kann für nicht mehr viel herhalten.
Der Aufstieg zum Bösbächistock beginnt mit einem schuttigen Abstieg von der Furggel hinab zum Schnegg auf der Zeinentäli Seite. Von hier über Schutt (ziemlich steil) an die NW-Wand des Bösbächistocks.
Auf einem breiten aber bröseligem Band wird in die NW-Wand gequert, bis gut gestuftes Gelände ansetzt. Über diese leicht rechts haltend hinauf. An einer leicht abdrängenden Wandstufe rechts vorbei hinauf. Alles brüchig schuttig.
Das wars, nun mühsam und teils heikel auf losem Schutt oder brüchigem Gestein ostwärts haltend zum N-Grat, über diesen in immer noch sehr brüchigem Fels hinauf zum Gipfel.
Das Gipfelbuch ist noch tadellos in Ordnung, seit dem Besuch von P. Straub im Sep. 2010, habe ich die 3 Begehung. (siehe Bild)
Das Wetter macht mir so langsam sorgen, es beginnt schwach zu tröpfeln. Nach kurzer Gipfelrast geht es weiter, der Abstieg geht über den Rüchigrat.

Auch dieser ist von der weniger festen Felssorte.
Anfänglich kann bequem auf breitem Gratrücken abgestiegen werden. Das ändert sich Zeitweise zu einem recht spitzen Grat, auch erfordert es mal ein ausweichen in die Südflanke über Steilgras und 
loses Gestein. Nach gut 1/3 des Grates regnet es. Nun wird das ganze für mich etwas heikel.
Zum einen der brüchige Fels, zudem Nass, nasses Gras, sowie nasse Dreckpolster geben eine rutschige Kombi.
Eine solche psychische Anspannung hatte ich schon länger nicht mehr ausstehen müssen. Ich war heilfroh bei der Gassenfurggel angekommen zu sein.
Der Abstieg durch die südseitige Runse bei der Gassenfurggel war mir bei diesen Wetterverhältnissen zu heikel,
schuttig, steil, naß. So bleibt nur der Abstieg nach Norden ins Zeinentäli.
Im Winter war das ja eine geniale Abfahrt, jetzt ohne Schnee eine mühsames Wandern über Blockgelände. Eine felsige Steilstufe ist zu überwinden die es in sich hat, der helle glatte Kalkfels ist bei Nässe rutschig und macht so aus einer EB Route eine WS Route.

bei mittlerweile triefendem Regen geht der lange Abstieg über Zeinenmatt Wäbern, Chäseren das Rossmattertal hinaus nach Vorauen.

Hier mit Bus und Bahn zurück nach Luchsingen.


Die Tour auf den Bösbächistock und Rüchigrat gefällt sicherlich nur dem Berggänger welcher den Bruch nicht scheut. 


 

Tourengänger: Dolmar


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Kommentare (6)


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justus Pro hat gesagt: einsame gegend
Gesendet am 5. Oktober 2014 um 08:26
toll, dass es jetzt einen bericht zum rüchigrat gibt. dort möchte ich schon lange einmal hin, doch bei nebel oder regen hätte ich mich sicher nicht getraut.

von der gassenfurgel steigt man nach süden übrigens normalerweise wesentlich weiter richtung bös fulen über eine rampe ab. die hat aber ganz oben auch steiles gras.

da war aber der wetterbericht doch nicht ganz zutreffend, waren am gleichen tag an der bieferten eisnase bei null sicht :( und angesagt war schon für den vormittag etwas besser.

ciao
/justus

Dolmar hat gesagt: RE:einsame gegend
Gesendet am 6. Oktober 2014 um 07:29
Hoi justus.
deinen Bericht mit dem benannten Aufstieg habe ich vor längerem mal gelesen, leider zum Tourzeitpunkt nicht mehr an diese weitere Möglichkeit gedacht, glaube aber ich wäre bei dem Wetter so oder so ins Zeinentäli.

Das mit dem Wetter hatte ich auch so in Erinnerung.
Dank deines Komentars weiß ich ja nun das du gut vom Bifertenstock retoure bist. Stelle ich mir bei Null Sicht nicht gut vor. Bist du über den Bänderweg zurück

Gruß
Markus

justus Pro hat gesagt: RE:einsame gegend
Gesendet am 8. Oktober 2014 um 19:51
ja sind via bänderweg retour, gab glücklicherweise spuren. werde noch einen bericht schreiben, wenn ich von der momentanen wenig alpinistischen weinreise zurück bin :-)

wie schätzt du die wegfindung vom bösbächistock hinunter zur zeinenfurggel ein? (wenn das wetter gut ist) findet man das gut?

ciao
/justus

Dolmar hat gesagt: RE:einsame gegend
Gesendet am 8. Oktober 2014 um 21:22
Hallo Justus, im oberen Teil hält man sich immer in der nähe des Grats, bis es leicht aber schuttig wie auf einem breiten Band in die Wand abwärts einquert. Ich bin an einer nicht ganz einfachen Stelle auf dieses Schuttband gelangt, aber gehen würde das sicherlich auch runter. Gleich bei einem ersten auffallend großen Grasstück kurz Steil senkrecht hinab, dann über gestufte Felsen hinab bis zum Ausstiegsband.

Ich denke du findest auf jeden Fall aus der Wand heraus, Peter hat bei seiner Begehung ein etwas größeren Bogen in die NW-Wand gemacht, schau dir auf jedanfall seinen Bericht noch an.
Ach ja, Alles brüchig.

Viel Erfolg
Markus

PStraub hat gesagt:
Gesendet am 5. Oktober 2014 um 15:26
Gratulation zu dieser Tour!
Das ist schon bei gutem Wetter und in umgekehrter Richtung weit, einsam und schwierig. Bei Regen und/oder Nebel: Nichts für mich ..

Dolmar hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Oktober 2014 um 07:32
Merci Peter,

für mich wars auch grenzwertig, mit dem Wetter ist das so eine Sache, du läufst los in den Gedanken schaun wir mal wie weit es geht. Und irgendwann kippt es dann halt doch ins ganz schlechte um.
Gruß
Markus


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