Höch Turm Kreuz&Quer


Publiziert von Dolmar , 3. Oktober 2014 um 22:22.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:29 September 2014
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Ortstockgruppe 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m

Kreuz & quer heißt. Über SE- Grat Hangeltraverse R336 rauf, Abstieg nach NE Normalweg übers Band R331,
erneut hinauf über N-Kante light R334a, Abstieg über die Südwand.

Bin quasi auf Jfk`s Spuren gewandelt. Seine beiden Berichte vom HöchTurm und vor allem diese von der Südostkante (Hangeltraverse) haben das Eis bei mir gebrochen. Im Clubführer Glarner Alpen Auflage 9 ist die Hangeltraverse so eingezeichnet, daß mir bisher jeglicher Mumm für diese Tour gefehlt hat, vor allem wenn man den scheinbaren Routenverlauf  von der Furggele aus in echt betrachtet. In Wirklichkeit geht die Tour aber genau anders herum.

Weil ich den Abstieg von der Furggele nach Braunwald schon mehrmals gemacht habe und den Aufstieg zur Furggele als nicht begeisternd fand. Wählte ich für dieses Vorhaben den Anstieg zur Furggele von der Glattalp kommend . Jetzt kann ich sagen  von der Glattalpseite aus ist er auch nicht begeisternd.

bei der Furggele beginnt nun die Route 336 auf den HöchTurm, mann steigt weglos über gestufte Felsen und Graspolter den Grat hinauf bis zu einer kleinen Schulter direkt neben den linker Hand senkrecht aufstrebenden Felsfluchten. Hier ist der Anfang des Hangelrisses bzw. der Übergang in die Ostwand.
es geht hier recht luftig zur Sache und das bleibt so bis das gut gangbare Band erreicht wird.
jfk hat die Passage schon treffend beschrieben. Ich möchte noch anfügen das es feucht sein kann und der helle Kalk ist einer von der glatten Sorte. 1 -2 trockene Tage sollten vergangen sein.
Das Band welches wieder um die Kante herum in die Südwand leitet ist einfach zu begehen und einfach genial schön. Die ersten beiden senkrechten Felsaufschwünge werden in der Südwand umgangen.
Ein Schuttband leitet bequem an den Grat und über diesen teils brüchig im II-Grad zum Gipfel.
Abstieg über den Normalweg R331. Der Westgrat ist von vergleichsweise guter Felsqualität, beim Grat-Gendarmen über das Band zum Wandfuß auf der NW-Seite. Der Abstieg war wegen hart gefrorenem Schnee nicht ganz entspannt.
Eigentliches Vorhaben war die direkte Nordkante, nach Begutachtung der ersten Seillänge habe ich diese Idee aber wieder verworfen. Scharfe Kanten sind nicht meins, da hab ich zu viel Sch....
Von der N-Kante kann nach ca. 20 Metern in der NW-Wand ein Risskamin als Umgehung genutzt werden vermutlich R334a. Diesen ca. 25m hinauf (II-III) bis ein gut gangbares Band leicht ansteigend zur Kante leitet. 
Nun direkt an der Kante in leichter Kletterei (II) erneut zum Gipfel. Außer ein paar Bandschlingen als Standplätze habe ich hier keinerlei Sicherungsmaterial gesehen. Die Felsqualität der Kante ist wieder von der Zweifelhafteren.

Der Abstieg über die Südwand beginnt vom Gipfel weg nah bis ganz am SE-Grat. und ist wegen der Felsqualität mit Vorsicht an zu gehen.  Sobald die große Schuttterrasse  in der oberen Wandhälfte erreicht ist, wendet man sich auf diesem nach Westen.
Hier setzt ein gut gangbarer Kamin an welcher westwärts zu der großen Plattenflucht hinab leitet.
Der Fels in diesem Kamin ist super, die Felsrippen im Kamin machen richtig Spaß.
Am Ende des Kamins beginnt eine geneigte Plattenflucht mit ebenfalls recht solidem Fels, ich bin ziemlich direkt abgestiegen, jfk hatte die Platten in einer Schleife nach Osten überwunden, ich denke
die Schwierigkeiten sind in etwas gleich.
Die Überwindung des unteren Fels/Schrofen Riegels fordert nochmal komplette Aufmerksamkeit.
Es geht hier (kurz) fast senkrecht an Gras und Fels hinunter. Meiner Meinung nur möglich weil der Fels Bombenfest ist. Der beste Zugang ist nicht einfach zu finden. man steigt von Osten kommen leicht traversierend über den einfachsten/flachsten Gras/Schrofen Bereich abwärts, Sobald es extrem Steil wird, schauen und die beste Möglichkeit finden. 

Alles in allem hat es trotz der teilweisen Brüchigkeit des Gesteins Spaß gemacht.
Die Hangeltraverse und vor allem das darauf folgende Band ist super schön.


Zeiten:

Glattalp Bergstation - Furggele  1 3/4 h
Furggele - HöchTurm 1 h

HöchTurm- Wandfuß-NW Wand 1/2 h

Wandfuß NW-Wand - HöchTurm 3/4 h 

HöchTurm - Südwand Fuß 1 3/4 h



Tourengänger: Dolmar


Galerie


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Kommentare (2)


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jfk hat gesagt: Gratulation!
Gesendet am 5. Oktober 2014 um 11:49
Hey Markus, absolut geile Tour die du da gemacht hast! Merci für die Zweitmeinung zu Hangeltraverse und Südwand - Aus meiner Sicht zwei der interessantesten Routen in der Region. Für die Nordkante muss ich wohl nochmals zurück zum Turä :) ...

Dolmar hat gesagt: RE:Gratulation!
Gesendet am 6. Oktober 2014 um 07:23
Merci Jonas,
War von deiner Seite ja super dokumentiert.
Da waren keine großen Fragezeichen mehr.
Die Südwand und die Hangeltraverse haben schon ihren speziellen Reiz.


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