Gipfelsafari am Flumserberg - Reloaded


Publiziert von Uli_CH Pro , 29. September 2014 um 22:06.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:28 September 2014
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Spitzmeilengruppe   CH-GL 
Zeitbedarf: 8:15
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Autobahn A3, Ausfahrt Flums, Richtung Flumserberg bis Tannenbodenalp, kostenfreier Parkplatz. Mit der Gondelbahn bis Bergstation Maschgenkamm (30.- retour)
Kartennummer:http://map.geo.admin.ch/, 1:20'000 zum Selberdrucken

Der Spitzmeilen stand bei mir schon länger auf dem Programm. Nachdem für das Wochenende strahlendes Herbstwetter angesagt war, musste meine Familie ohne mich auskommen und ich zog noch einmal in die Berge. Zum Umfang dieser Tour hat mich die Tourenbeschreibung von Bergbursche animiert, von der ich auch den Titel "geborgt" habe.

Ich stehe um 6 Uhr auf, so dass ich pünktlich um 8 Uhr mit der Gondel dem Maschgenkamm entgegenschwebe. Von der Bergstation geht es gleich auf den Grat hoch und es reiht sich ein Gipfel an den anderen - fast im Viertelstundentakt.

Der erste Gipfel ist der Ziger, den ich nach 10 Minuten erreiche. Nach weiteren 10 Minuten bin ich an der Zigerfurgglen. Der Leist ist ab hier mit 45 Minuten ausgeschildert, in meinem Elan benötige ich nur die Hälfte.

Mit dem Leist lasse ich auch die Skilifte des Flumserbergs hinter mir. Den Spitzmantel schenke ich mir und erreiche den Rainissalts (Südostgipfel) in einer weiteren Viertelstunde. Vom Hauptgipfel hat man einen schönen Blick auf Glärnisch und Mürtschenstock.

Es folgen Gulmen (20 Minuten) und Hoch Camatsch (10 Minuten). Ich sehe deutlich die Fortsetzung des Grats über den Erdisgulmen Richtung Türli und entschliesse mich, hier weiterzugehen, neugierig, wie sich die ominöse Felsspalte vor dem Türli präsentieren wird.

Den Erdisgulmen erreiche ich in 10 Minuten. Dort verlasse ich den markierten Wanderweg, indem ich auf dem Weg auf dem Grat weitergehe. Bald stehe ich vor der Spalte, in die vor mir auch schon ein Paar verschwunden ist. Ich nehme den Rucksack ab, trage ihn vor mir her und bewältige so die Spalte ohne Probleme.

Darauf geht es abwärts. Der Weg ist mit Seilen gesichert. Es gibt eine kurze Kletterstelle (I) und ich erreiche das Türli in 20 Minuten ab Erdisgulmen.

Nun quert der Weg westlich unterhalb des Magerrains. Es gibt eine deutliche Wegspur und ab und zu ein Steinmännchen. Die Felsen ziehen sich allmählich zurück und die Westflanke des Magerrains tritt hervor. Hier habe ich die Spur verloren, sehe hier und da ein Steinmännchen am Horizont und quere schräg aufwärts. Bei Nässe möchte ich hier nicht unterwegs sein. Plötzlich treffe ich auf einen mit blauer Farbe markierten Pfad, der im Zickzack bis unterhalb des Gipfels hochführt. 3 Stunden nach Abmarsch stehe ich auf dem Gipfel und stärke mich. Ich halte Ausschau nach einer Möglichkeit, ins Mülibachtal zu gelangen, um von dort zum Wissmilenpass aufzusteigen.

Beim Abstieg habe ich etwas Mühe, den Einstieg zum blau markierten Pfad wieder zu finden. Ich halte mich links eines Geröllfeldes und finde die markierte Spur wieder. Sie führt in gerader Linie auf einem schwach ausgeprägten Rücken bis zum Plateau, auf dem Punkt 2280 liegt. Von hier aus gehe ich in die Scharte zwischen Magerrain und Goggeien bei Punkt 2235. Auf der anderen Seite geht es - teils weglos, teils Pfadspuren folgend - abwärts bis dort, wo der Wanderweg von Oberstafel rechts nach Süden Richtung Tänzer abbiegt. Ich halte mich etwas links am Hang, um die Höhe zu halten, und habe eine Dreiviertelstunde nach Verlassen des Gipfels wieder einen markierten Wanderweg unter den Füssen.

Die Sonne brennt und ich bin ziemlich ausgelaugt, so dass ich bis zum Wissmilenpass eine ganze Stunde benötige. Von dort ist es eine Viertelstunde bis zum Gipfel des Wissmilen.

Weiter geht's zum Spitzmeilen. Achtung: der Einstieg ist nicht beim Wegweiser mit Ortsangabe Spitzmeilen, sondern weiter Richtung Spitzmeilenhütte am höchsten Punkt des Weges, ziemlich genau östlich des Gipfelaufbaus. Der Aufstieg ist mit Ketten und Seilen gesichert, wobei ich zwar Rucksäcke am Einstieg liegen sah, aber erst einmal die Ketten suchen musste. Wer den Aufstieg an der ersten Kette geschafft hat (anschliessend etwas links halten), kann sich auch getrost an den Rest des Aufstiegs wagen.

Nach dem Abstieg gehe ich zur Spitzmeilenhütte (30 Minuten ab Gipfel), wo mich schon ein Apfelwein erwartet. Von hier aus sind über zwei Stunden zur Bergstation ausgeschildert, so dass ich nicht lange verweile, sondern mich an den Rückweg über Calans mache. Kleiner Tipp: Vom Zigerfurgglen gelangt man am schnellsten auf dem unausgeschilderten Weg nördlich des Ziger zur Bergstation. Ich brauche insgesamt gute anderthalb Stunden von der Hütte zur Bergstation und erreiche die Gondel ins Tal noch rechtzeitig vor Betriebsschluss.

Obwohl sich der grösste Teil der Tour zwischen 2000 und 2500 m abspielt, zeigt mein Höhenmesser einen Aufstieg von 1600 Höhenmetern an - kein Wunder bei acht Gegenanstiegen. Bei dem schönen Wetter war ich natürlich nicht der einzige in den Bergen, was sich auf der Rückfahrt auf der Autobahn zeigt.

Orientierung: Bis Erdisgulmen markiert, anschliessend deutliche Wegspuren bis in die Nordwestflanke des Magerrains. Der Anstieg zum Gipfel ist in der Fallinie zum Punkt 2280 blau markiert. Vom Punkt 2280 bis zum Wanderweg im Mülibachtal weglos und unmarkiert. Anschliessend wieder markiert bis zur Bergstation.

Ausrüstung: Alpinwanderausrüstung, inkl. fester Bergschuhe mit rutschfesten Sohlen, Teleskopstöcke u. a. zum Abstützen in den steilen Flanken des Magerrain.

Führer: Michael Pause, Ulrich Tubbesing, Zürcher Hausberge, Auflage 2000, Tour 33 Spitzmeilen; Peter Donatsch, David Coulin, Die schönsten Gipfelziele der Alpen Ost, 2. Auflage 2002, Tour Wissmilen und Spitzmeilen.

(Dies ist ein Tourenbericht. Es handelt sich daher um meine persönlichen Gehzeiten und meine subjektive Einschätzung der Schwierigkeit ohne Anspruch auf Objektivität. Jeder, der diesen Tourenbericht als Basis für eine eigene Unternehmung verwendet, ist persönlich für seine eigene Sicherheit verantwortlich.)

Tourengänger: Uli_CH


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