Rund um die Tschingelhörner via Laaxer Stöckli, Ofen und Atlas


Publiziert von Schlomsch , 14. Oktober 2014 um 20:40.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:27 September 2014
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Segnas-Vorabgruppe   CH-GL 
Zeitbedarf: 9:30
Aufstieg: 2300 m
Abstieg: 2300 m

Schöne Rundtour bei ausnahmsweise mal  bestem Wetter. Aus Zeitmangel leider ohne Piz Segnas.
 
Mit dem Retour-Ticket in der Tasche starte ich um 8:35 bei der Tschingelbahn Bergstation. Zunächst auf dem Wanderweg zur Martinsmadhütte, dann auf blauweiss markiertem Weg hinauf zum Grischsattel (T3). Ab 2400m liegt zum Teil hart gefrorener Schnee, ist aber kein Problem, da der Weg durch die Wand unter Punkt 2455 bestens gesichert ist.
 
Vom Grischsattel über den Nordgrat hinauf zum Laaxer Stöckli (T4). Schöne Aussicht bietet insbesondere der Ostgipfel. Derweil füllt sich der Grischsattel mit Wanderern von Flims. Schliesslich sitzen sicher an die 30 Wanderer da oben, welche nach kurzem Lunch auf die Glarner Seite wechseln, und so die schönsten Aussichtspunkte verpassen.
 
Heute bin ich denn auch der einzige, welcher vom Grischsattel zum Ofen steigt (T2). Zugegeben, der Ofen erscheint von dieser Seite wenig attraktiv, zumal auch auf der Südseite noch Schnee liegt. Die Aussicht vom Ofen entschädigt aber reichlich für die Mühe.
 
Vom Ofen versuche ich kurz den direkten Abstieg in den Einschnitt zu den Tschingelhörnern. Bei dem vielen Schnee, der da noch liegt, wird mir das bald zu heikel. Als nächstes versuche ich, vor Punkt 2818 direkt ins Il Vonn abzusteigen. Ob das geht, ist von oben nicht ganz einsehbar, also wieder zurück zu Punkt 2818, wo ich nach weiteren 100m Richtung Grischsattel bei einem Steinmann absteige (T3). Von unten zeigt sich, dass auch der Abstieg vor Punkt 2818 kein Problem gewesen wäre. Nun ja.
 
So oder so gilt es jetzt den Durchschlupf vom Hochplateau ins Il Vonn zu finden. Dieser liegt knapp 100m nordwestlich von Punkt 2565, und ist mit Steinmännern markiert. Obwohl nicht im Führer beschrieben, wird diese T4-Route oft gemacht - im oberen Teil haben sich bereits Wegspuren gebildet. (Im Abstieg sieht es lange Zeit so aus, als ob man hoch oben die Flanke zu Las Palas traversieren kann - was dann doch nicht geht. Also besser von Beginn weg links haltend weit absteigen.)
 
Auf der gegenüberliegenden Seite hoch und schliesslich auf dem Wanderweg nach La Siala (Punkt 2459). Viel Zeit habe ich inzwischen wegen Unkenntnis der Route verloren. Es ist jetzt bereits 14:35. Trotz der vorgerückten Stunde tummelt sich noch eine Vielzahl von Wanderern und Bikern auf diesem lohnenden Aussichtspunkt. Der noch schönere Aussichtspunkt liegt jedoch 200m höher auf dem Atlas-Vorbau.

Von verwunderten Blicken verfolgt steige ich Richtung Atlas auf Gämspfaden rechts haltend dem Vorbau des Atlas entlang hoch. Gut 100m von der Südkante des Vorbaus entfernt öffnen sich dann zwei Kamine. Durch den rechten geht es in gutem Fels zum Vorbau hoch (II), zu Beginn kurz eine nicht exponierte (III).

Der Vorbau und der weitere Aufstieg bietet sehr schöne Ausblicke sowohl auf die Tschingelhörner wie auch auf die Bündner Seite. Viel begangen wird dieser Aufstieg nicht. Heute überrasche ich da ein Murmeltier so sehr, dass es sich in die Felsen flüchtet. Da wäre es für ein Raubtier eine leichte Beute. Jetzt, im Nachhinein, frage ich mich, wie das Tier überhaupt auf den Vorbau gelangen konnte!

Im Laufe des Tages ist auf der Südseite viel Schnee abgeschmolzen. Vom Vorbau hinauf zum Atlas-Gipfel-Schuttfeld geht es entsprechend angenehm (I-II). Die Schutthalden oben am Atlas sind eher mühsam, dafür ist die Aussicht prächtig.

Vom Atlas treffe ich in der Fuorcla dil Segnas Sura kurz vor 16h ein - knapp 2½h vor der letzten Fahrt der Tschingelbahn. Für den Piz Segnas ist das für mich zu knapp. Lieber hier absteigen, und dafür reicht es noch für ein Bier bei Raini in der Segnespass Mountain Lodge. Der Abstieg von der Fuorcla durch das westliche Couloir geht einfach (T4).

Die Terrasse der Segnespass Mountain Lodge ist von Logiergästen gut belegt. Die Stimmung auf der Terrasse ist super - kein Wunder bei dem tollen Wetter. Die Lodge ist so gelegen, dass sie auch noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages erreichen. Auf 2627m kann das spät werden :) Gerne wäre ich noch länger geblieben, aber 17:10 muss ich los, um die letzte Talfahrt der Tschingelbahn um 18:20 zu erreichen.

Die Zeitangabe wie immer inklusive Pausen, Verhauer, und dem Bier bei Raini. Start um 8:35 ab der Tschingelbahn Bergstation, zurück um 18:10 an demselben Ort. 18:10 - 8:35 = 9:35.
 
Fazit: Für Rundtouren um die Tschingelhörner sind je nach Geschmack viele Varianten möglich, und jede davon ergibt sicher eine schöne Tour. Durch's Il Vonn geht es problemlos - beim direkten Abstieg vom Ofen nach Las Palas bleibt Nachholbedarf.

Tourengänger: Schlomsch


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