Gätterifirst und Kreuzberge II bis IV


Publiziert von Delta Pro , 16. September 2008 um 07:37.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:30 August 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1400 m

Nachmittagstour im wilden Alpstein – Alpinwandern im Klettereldorado

 

Nachdem mein letztes Rencontre mit den Kreuzbergen vor drei Wochen ein nasses und kaltes Unterfangen waren, standen heute die Routen auf dem Programm, die damals in den Nebel gefallen waren. Gätterifirst und Kreuzberg II sind, falls sie ungesichert angegangen werden, dem geübten Alpinwanderer vorbehalten und stellen einige Ansprüche an die Trittsicherheit. Kreuzberg III und IV können im gemässigten T5-Bereich bestiegen werden. Da sich die Ausgesetztheit bei beiden Routen in Grenzen hält, bilden sie einen guten Einstieg ins Alpinwandern in einem eindrücklichen und wilden Klettergebiet.

 

Gätterifirst (WS+, T6, II+)

Start um halb eins – saumässig heisser Aufstieg gegen den Mutschensattel und am Schluss über einen steilen Grashang an den Fuss des Gätterifirst E-Grates. Der Vorgipfel ist entlang der felsigen, gutgriffigen Kante gut zu erreichen (T5+, I). Vom Vorgipfel steigt man über Gras rechtshaltend in die Scharte ab, umgeht einen Turm auf der Rheintalerseite (Wegspuren) und steht vor dem eindrücklichen Gipfelgrat. Wenn einem hier das Herz nicht ein wenig schneller zu klopfen beginnt, ist was mit der Einstellung zu Risiko falsch. Der Grat ist schmal und schwingt sich in steilen Stufen in die Höhe. Hat man aber einmal mit der Kletterei begonnen, geht es ganz gut. Der Fels hat massenweise Griffe und die Exponiertheit verhilft zu wahren Höhenflügen. Die Schwierigkeit übersteigt den II. Grad kaum, das II+ gemäss Führer scheint aber auf Grund der Luftigkeit angemessen. Abstieg über die gleiche Route.

 

Kreuzberg IV (T5, I)

Der Kreuzberg IV ist der massigste und markanteste der Kette. Die Besteigung ist erstaunlich einfach und folgt fast durchgehend einem Weglein in der Südostflanke. In leichter Kraxelei in den Sattel K III/IV (T5) und durch die Wiesenflanke weiter – es ist erstaunlich weit vom Sattel her. Felsfluchten drängen schliesslich in die steile SE-Flanke ab, wo man auf einem etwas unangenehmen Band leicht abklettern muss (T5, I). Nachher durch eine felsige Rinne zuerst gerade, dann links hinauf zum Gipfel. Zurück auf gleichem Weg.

 

Kreuzberg III (T5, I)

Vom Sattel K III/IV steigt man einige Meter gegen Osten ab und kraxelt dann durch die spektakuläre Felsschlucht bis fast auf den Gipfel. Die Rinne ist viel weniger steil, als sie von weitem aussieht. Nur am Schluss sind einige Kletterzüge nötig (T5, I).

 

Kreuzberg II (T6, III)

Nachdem ich auf dem K III den Eintrag von Alpin_Rise vom Dienstag dieser Woche gesehen hatte (vor jeder Tour sollte hikr.org GRÜNDLICH konsultiert werden, um Überraschungen zu vermeiden!), war ich schon fast gezwungen K II mitzunehmen. Den NE-Grat von K III im Abstieg anzugehen, war mir zu heikel und mein Stock wartete noch unter K IV. Zügig runter, Querung in den Grasflanken unter K III und Aufstieg gegen die Scharte K II/III. Der Kreuzberg II bescherte mir bis jetzt den mit Abstand schönsten Aufstieg auf einen dieser Felszähne. Die ganze Route ist ein deutliches T6 mit einer beträchtlichen Länge und verschiedenen Teilen. Zuerst erklimmt man entlang von Pfadspuren einige grasige Aufschwünge und kraxelt dann in einer wenig ausgeprägten Rinne steil in den Sattel hinauf (II). Hauptschwierigkeit ist der Gipfelkamin. Ich wählte die linke, enge Rinne für den Aufstieg (III auf 20m) und die rechte, tiefe für den Abstieg (II+ auf 10m, steil, aber gutgriffig, etwas abgespeckt). Anschliessend folgt noch ein hübscher Gipfelgrat. Abstieg auf gleicher Route und zum Klassentreffen in die Bollenwees.


Tourengänger: Delta

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