Schollijoch, Schöllihorn und Barrhörner


Publiziert von KraxelDani , 30. April 2015 um 07:27.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:12 September 2014
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1400 m
Unterkunftmöglichkeiten:Topalihütte, Turtmannhütte
Kartennummer:1:25'000: 1308 St. Niklaus

3 x auf 3500 müM., viel Sonne und etwas Mühe mit der Höhe.

Heute haben wir Grosses vor, besonders gespannt sind wir auf den klettersteigartigen Aufstieg zum Schöllijoch. Schaffe ich das ohne weitere Hilfsmittel?

Doch zuerst stärken wir uns nach der guten Nacht mit dem Frühstück in der Topalihütte. Und dann steigen wir steinreich zum Schölligletscher auf. Die Sonne wärmt in diesen ostausgerichteten Flanken schon richtig ein, wir brauchen schon bald eine erste Pause. Aber der Gletscherbach ist mit einer Eisschicht überzogen. Im unteren Teil ist der Gletscher flach und aper, gegen die Felswand, wo der Kraxelteil (mit einem grossen blauen Punkt markiert) beginnt, liegt noch Schnee, gerade schön griffig.

Wenig später stehen wir unten an der blauen Leiter und warten aus Sicherheitsgründen noch etwas, bis die vorangegangenen (poudrieres, wie sich später herausstellt) oben sind. Und der Aufstieg im Klettersteig-Stil ist auch ohne Ausrüstung für mich ein Leckerbissen! Ich mache sogar einige Fotos im/vom Klettersteig, ein Zeichen, dass ich nicht an meinem Limit bin. Schön dann auch der Ausblick vom Schöllijoch. Die Barrhörner sind schon ganz nah, und die Landschaft mit dem beinahe wolkenlosen blauen Himmel einmalig.

Wir entscheiden uns, auch noch das Schöllihorn zu besuchen, ein einfacher, flacher Gipfel, wenig unterhalb des höchsten Punktes könnte man beinahe Fussball spielen... Wir geniessen die Rundsicht und es ist eindrücklich, so nah am Bishorn und Brunegggletscher zu sein! Allerdings fühle ich mich nicht ganz 100%ig fit.

Wir steigen wieder ab zum Schöllijoch und auf der anderen Seite gleich wieder hoch Richtung Inners Barrhorn. Das letzte Stück wird noch etwas steiler und jetzt merke ich: es fehlt mir deutlich an Kraft. Ich mache immer wieder Pause und atme tief durch. Deutlich später als mein Begleiter erreiche ich das Inner Barrhorn, trotzdem ein schönes Erlebnis, auf diesem Gipfel zu stehen.

Nach einer Pause hinten wieder runter geht problemlos. Der Anstieg zum Üsser Barrhorn ist fast ebenso steil wie beim Inner Barrhorn, und ich habe wieder zu kämpfen. Aber so nah am Ziel mag ich nicht aufgeben und beisse durch. Endlich geschafft, es gibt einige andere Leute am Gipfel, bei diesem Traumtag auch kein Wunder. Wir machen eine Photo-, Essens- und Trinkpause.

Ich vermute nun, dass ich Mühe mit der Höhe habe und deshalb ist ein baldiger Abstieg sinnvoll. Wir wählen die Westflanke (einige Wegspuren auf der Karte) und den Westgrat. Im oberen Teil lässt es sich wunderbar auf dem Schnee runterrutschen. Und obwohl wir so ganz schnell wieder auf 3200 müM. unten sind, leide ich immer mehr und muss mich etwas hinlegen. Es ziehen Wolken auf, wir machen ein weiteres Stück, am besten geht es auf den schwarzen Steinen, auf ca. 2800 müM. brauche ich nochmals eine Liegepause.

Etwas später erreichen wir das Gässi, hier ist nochmals Vorsicht geboten, dann ziehen wir weiter zur Turtmannhütte. Wie bin ich froh, dort anzukommen! Ich kann mich bis zum Nachtessen hinlegen und siehe da, ich bin wieder fit genug für einen Jassabend mit denselben Leuten wie am Vorabend in der Topalihütte.

Fazit: Rückblickend kann ich sagen, dass ich die Aufstiege etwas gemütlicher hätte nehmen sollen, und ich besser mehr Getränk mitgenommen hätte. Die Tour hat mir trotzdem sehr gefallen, vielleicht mach ich sie wieder einmal.


Tour zu zweit.
Unterwegs von 7.45 bis 15.50 Uhr.
Schwierigkeit: bis Schölligletscher: T3, Aufstieg Schöllijoch: T5, Schöllihorn, Barrhörner: T3, Abstieg via Westgrat: T4/T3.

Dreitägige Tour, hier die anderen Tage:
- Vortag: *Jungu - Wasulicke - Topalihütte
- Folgetag: Turtmannhütte - Turtmannspitze - St-Luc



Allgemeine Hinweise zu meinen T4/T5-Touren:
Eine Nachahmung dieser Touren erfolgt auf eigenes Risiko. Gerne darf man mich vorher (oder auch nachher) kontaktieren. Abschnitte ohne Markierungen / Pfadspuren können auch mit Beschreibung schwierig auffindbar sein. Grundsätzlich bin ich ohne Kletterausrüstung unterwegs und eher bei trockenen Verhältnissen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf ein Echo!
Sende mir eine Nachricht über hikr.org oder per Mail.

Tourengänger: KraxelDani


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Kommentare (4)


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countryboy Pro hat gesagt:
Gesendet am 30. April 2015 um 13:16
Kurzweilig berichtet, schürt kräftig die Wanderlust. Und sehr schöne Aufnahmen mit dabei! Für den Alltagsflachländer ein strenges Stück auf dieser Höhe.

KraxelDani hat gesagt:
Gesendet am 30. April 2015 um 22:30
Ja, danke, da braucht es noch etwas Geduld bis der Schnee auf dieser Höhe weg ist.
Ich war schon einige Male auf 3300 müM. und hatte nie Probleme, und hatte auch schon deutlich mehr Höhendifferenz pro Tag gemacht. Trotzdem: Im Rückblick eine sehr schöne Tour.

Gelöschter Kommentar

KraxelDani hat gesagt: Traumtour
Gesendet am 30. April 2015 um 23:06
Danke fürs Kompliment. Bei den für hikr komprimierten Fotos macht die Kamera nicht viel aus. Früher war ich mit Kompaktkameras unterwegs, aktuell ist es eine Panasonic DMC-FZ150. Viel wichtiger ist ein gutes Auge, Geduld und Sonnenschein...


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