Groß Düssi "Rundtour"


Publiziert von Kanu , 16. September 2014 um 17:39.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:14 September 2014
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-UR 
Zeitbedarf: 18:00
Aufstieg: 2453 m
Abstieg: 2453 m
Strecke:Talstation Seilbahn Golzern - Lägni - Stössi - Guferen - Blindensee - Hinterbalmhütte - P.1915 - Alp Düssi - Düssinollen - Schattig Düssi - Gross Düssi - Klein Düssi - P.3007 - Tschingelfirn - P.2788 - Tschingel - Tschingelseeli - Waltersfire - Hinterbalmhütte - Blindensee - Guferen - Stössi - Lägni - Talstation Seilbahn Golzern
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PKW bis Bristen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Siehe Ausgangspunkt

Für diesen Tag hatten wir uns viel vorgenommen, und wir sollten nicht enttäuscht werden!

Um für die Besteigung des Gross Düssi an einem Tag genügend Zeitreserven zu haben, sind wir schon nachts um eins losgefahren, so dass wir unser Vorhaben kurz vor drei bei Mondschein in Bristen beginnen konnten.

Bei kühlen Temperaturen ging es los, auf dem gut ausgebauten Weg dem Chärstelenbach entlang.
Die Stirnlampen konnten wir auslassen, der Mond schien hell genug um problemlos durch das Maderaner Tal aufsteigen zu können.

So ging es dann etwas eintönig durch die schwach beleuchtete Landschafft des Maderaner Tals, kurze etwas steilere Teilstücke sorgten dafür, dass es uns nicht kalt wurde.
Als der Weg dann stellenweise im Wald verschwindet wurden dann doch die Stirnlampen benötigt, aber wir kamen gut voran so dass wir um halb sechs an der Sirupbar von Blindensee ankamen.
Hier war es dann doch recht frisch, so dass wir keine allzu lange Pause einlegten.

Der darauf folgende Anstieg zur Hinterbalmhütte sorgte aber schnell wieder für Wärme.
Der Körper wollte dennoch eigentlich lieber schlafen, es kostete uns richtig Mühe, konzentriert auf dem steilen Weg bergauf zu steigen.
Währen des Aufstiegs nach Hinterbalm wurde es dann heller am Himmel, die schneebedeckten Bergspitzen hoben sich immer mehr vom Horizont ab und ein herrlicher Tag kündigte sich an!

In der Morgendämmerung sind wir dann an den Hütten von Hinterbalm vorbei gekommen, auch hier war logischerweise noch alles ruhig.
Zwischen den Hütten von Hinterbalm führt dann die Wegspur zur Alp Düssi bergauf, zunächst in Richtung Punkt 1915 mit dem Kreuz.
Hier haben wir unsere Frühstückspause gemacht, etwas gegessen und getrunken.
Die immer noch recht kühlen Temperaturen ließen aber keine lange Rast zu.

So ging es dann zügig weiter in Richtung Alp Düssi.
Kurz vor den Hütten zweigt die Wegspur zum Gross Düssi ab und führt dann konstant ansteigend dem künstlichen Bächlein entlang, welches die Alp Düssi mit Wasser versorgt.

Zunächst ist der Weg noch mit hellroten Punkten und roten Pfeilen markiert, diese verschwinden jedoch auf Höhe des Düssinollens.
Möglicherwiese haben wir sie auch unter der zunehmend dichteren Schneedecke nicht mehr gesehen…

Wegen des zunehmenden Schnees wurde der Aufstieg im steiler werdenden Bachbett sehr unangenehm, wir sind dann über ein Felsband auf den oberen Ausläufer des Düssinollen gestiegen und auf diesem weiter zu den Geröllhängen von Schattig Düssi aufgestiegen.

Unterhalb vom Klein Düssi haben wir uns dann an die vorhandenen Schneefelder gehalten, der Schnee war gerade noch gut begehbar und man kam hier etwas besser voran als in den verschneiten Geröllflächen.

Kurz vor der Felswand mit dem Couloir musste dann das Schneefeld unterhalb der Wand überquert werden, was aufgrund der zunehmenden Steilheit und dem hartgefrorenen Schnee doch sehr mühsam war und erstmals Pickeleinsatz verlangte.
Der markierte Weiterweg durch die Felsen am linken Rand des Couloirs war teilweise verschneit und an manchen Stellen auch von einer Eisschicht bedeckt, was uns definitiv zu heikel war!
Also mussten wir uns einen direkten Weg durch die steile Rinne bahnen, was dann wirklich zu einer mühsamen Angelegenheit wurde!

Eine Mischung aus losem Geröll, hartem Schnee und vereisten Felsplatten, durchflossen von einem kleinen Bach, alles in allem nicht gerade sehr vergnüglich…

Wir waren deshalb auch recht froh, als die Sonne die ersten Felspartien auf dem Felssporn nördlich des Couloirs erreichte und wir in diese Richtung aus dem Couloir herausqueren konnten.
Auf dem Felssporn fanden wir dann auch wieder die Steinmännchen und roten Markierungen der eigentlichen Aufstiegsroute, welchen wir dann folgen konnten, bis wir den Geröllhang erreichten, der zum Gipfelgrat führt.
Zwar steil, aber nicht mehr sehr ausgesetzt, erreicht man so den Verbindungsgrat zwischen Klein und Gross Düssi.
Diesem entlang, aufgrund des Schnees mit der gebotenen Vorsicht, erreichten wir dann endlich den Gipfel des Groß Düssi!

Hier war es dann auch angenehm warm, seit dem wir das steile Couloir und damit auch den Schatten verlassen hatten waren wir im T-Shirt unterwegs!

Die mittlerweile immer wieder aufziehenden Wolken hüllten den Düssi-Gipfel zwar gelegentlich ein, konnten aber die fantastische Aussicht nicht groß schmälern!

Leider konnten wir an diesem schönen Ort nicht allzu lange bleiben, der lange Abstieg lag ja noch vor uns, und wir wollten mindestens den Tschingelsee erreichen, bevor die Wolken zu dicht würden.
So machten wir uns an den Abstieg, zunächst entlang unserer Aufstiegsspuren zurück zum Sattel zwischen den Düssis, dann dem Grat entlang über den Chli Düssi.
Hier hielten wir uns immer ziemlich direkt an den Grat, die schneebedeckten Geröll-Flanken sahen nicht gerade sehr zuverlässig aus!
Am Grat selbst übersteigt die Kletterei aber nie den zweiten Grad und stellte uns vor keine größeren Probleme.

Etwas unangenehmer war dann schon der weitere Abstieg über den Südgrat, die Felsplatten waren durch schmelzenden Schnee nass und rutschig, so dass wir uns stellenweise etwas unelegant bergab bewegen mussten.
Die roten Markierungspfeile, welche in die Westflanke des Chli Düssi weisen, waren glücklicherweise nicht verschneit, so dass wir die Spuren durch die steile Flanke gut finden konnten.
Auch hier machte der schmelzende Schnee die ganze Sache zu einer etwas rutschigen Angelegenheit und wir waren nicht unglücklich, als wir das Fixseil in den Felsen fanden, mit welchem man sich bequem auf das Felsband über dem Tschingelfirn schwingen kann.

Der Firn meinte es dann aber gut mit uns, auf einer guten Schneeauflage konnten wir viele Höhenmeter fast fliegend hinter uns bringen!

So waren wir schnell am Ende des Firns angekommen, und vorbei am Punkt 2788 erreichten wir die unübersichtlichen Hänge von Tschingel.
Hier muss man sich seinen Weg wirklich selber suchen, Wegspuren sind nur sehr sporadisch vorhanden und verlieren sich auch immer wieder, ebenso sind immer wieder Steinmänner zu finden, die aber auch nicht wirklich zielführend sind.
Die zunehmende Bewölkung machte die Orientierung in den vielen Hügeln und Tälchen auch nicht einfacher, aber schlussendlich erreichten wir doch ziemlich zügig das Tschingelseeli.

Leider war die Sicht hier mittlerweile gleich null, so dass wir zügig zum großen Steinmann am unteren Ende des Sees weitergingen, wo wir eine letzte längere Pause einlegten.

Nach kurzem Suchen fanden wir dann die Wegspur, welche vom Tschingelseeli sehr steil, aber immer gut zu finden in die Tiefe führt.
In unzähligen Kurven windet sich das Weglein durch die grasigen Hänge nach unten, bevor es schließlich vor der Brücke über den Brunnibach auf den markierten Wanderweg durchs Brunnital trifft.
Von da weg ging es dann auf dem Wanderweg zu den Hütten von Hinterbalm und an diesen vorbei auf dem gleichen Weg wie im Aufstieg runter nach Blindensee.

Hier haben wir uns an der coolen Sirupbar nochmals gestärkt, bevor wir uns auf den laaaangen Abstieg durchs Maderaner Tal machten.

Während des Abstiegs wurde es dann schon wieder dunkel, so dass wir Bristen wieder bei Dunkelheit erreichten!

Die Tour war großartig, aber man muss so etwas auch nicht jedes Wochenende machen!
Mit fast 30 Kilometern Länge und fast 2500 Höhenmetern packt man schon sehr viel Programm in einen Tag, aber es hat sich gelohnt!!!


Tour mit Lars.

Tourengänger: Kanu, Lars_82


Galerie


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