Riedkopf (Riedchopf, 2552 m), Plassegenpass und Sarotlapass – im Grenzgebiet von Kalk und Urgestein


Publiziert von Murgl , 12. September 2014 um 22:23.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Rätikon
Tour Datum: 7 September 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   CH-GR 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m
Strecke:Gargellen (Kirche) - Ronggalpe - Riedkopf - Plaseggenjoch- Sarotlajoch - Obere Röbialpe - Gargellen
Kartennummer:Kompass 41 Silvretta Verwallgruppe

Das Gargellental, Seitental des Montafon, ist Startpunkt vieler reizvoller Touren. Wir waren für einen Kurzurlaub im Frühherbst angereist und wollten den sonnigen Tag gleich für eine Nachmittags- und Frühabendtour nutzen und haben dafür den Riedkopf an der österreichisch-schweizerischen Grenze auserkoren. Start in Gargellen kurz vor der Kirche. Es geht ein paar Kehren auf einem Fahrweg hoch und bald auf einen schönen Steig, der bald in den Wald Richtung Ronggalpe führt (der Wasserfallweg wäre eine Alternative, ist aber nach meinem Geschmack nicht so schön; wir benutzten ihn beim Abstieg). Bei der Ronggalpe geht’s dann direkt den Hang hoch; nach der Überquerung des Ronggbachs in weitem Bogen nach links weiter aufwärts in Richtung des Seitentals, in dem der Gargellenbach fließt. Bevor dieser erreicht wird, zweigt der Steig rechts ab (auf ca. 1920 m) und es geht durch liebliches, meist grasiges Gelände Richtung Sattel zwischen Riedkopf und einem namenlosen Gipfel ziemlich gleichmäßig hinauf. Von besagtem Sattel aus sind es nur noch wenige Minuten hinüber zum Gipfel, ein paar kurze Passagen müssen in leichter, problemloser Kletterei (kaum ausgesetzt) überwunden werden (hier T3+). Nach gut 2 Stunden von Gargellen ist der 2552 m hohe Gipfel erreicht.
Nach Norden und Nordwesten zeigt sich eine ganz andere Welt als die bisher beherrschende Welt der Silvrettaberge im Osten / Südosten. Die Sulzfluh beherrscht als mächtiger Kalkklotz die Szenerie, rechts von ihr der Doppelgipfel Weißplatte-Scheienfluh, links die Drei Türme, die von hier sich als nur ein einziger breiter Turm präsentieren, und noch weiter links die Schesaplana, der höchste Gipfel des Rätikon – und einiges mehr. Wieder einen anderen Charakter haben die Berge im Südwesten in der Schweiz – hier sind die Gipfel flacher und niedriger – und die Verwallberge im Osten und Nordosten mit dem nicht nur von hier auffälligen Valschavieler Maderer (vgl.*Der Valschavieler Maderer im westlichen Verwall – ein markanter, aber einsamer Gipfel). Die Gipfelwelt ringsum ist ausgesprochen abwechslungsreich. Der Riedkopf ist ein ungewöhnlich guter Aussichtsberg und wärmstens zu empfehlen.
Wir haben noch Zeit, eine Rundtour anzuschließen und müssen dazu bis auf etwa 2070 m Richtung Partnunstafel absteigen (anfangs in relativ steilem Schutt, aber auf gutem Steig). An einer senkrechten bunten Felswand treffen wir auf den von der Partnunstafel kommenden Rätikon Höhenweg Süd auf dem es wieder zunächst zügig, dann flach auf grasigem Gelände („Plaseggen“) zum Plaseggenpass (2354 m; knapp 1 ½ Stunden vom Riedkopf); von dort in einer Viertelstunde um einer der Sarotlaspitzen herum wenig ansteigend zum Sarotlapass (2389m). Dort können wir  uns nur eine kurze Pause gönnen, denn es ist mittlerweile schon halb sieben – Sonnenuntergang ist etwas um 19,45 Uhr – und es warten noch knapp 1000 Höhenmeter Abstieg zurück über die Obere Röbialpe (1913 m) nach Gargellen auf uns. Kurz nach 20 Uhr sind wir am Ausgangspunkt zurück.

Tourengänger: Murgl


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