Wildes Mannle 3019 m


Publiziert von basodino Pro , 9. September 2014 um 18:33.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Tour Datum: 7 September 2014
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 3:00
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 310 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem Auto oder ÖV bis nach Vent
Unterkunftmöglichkeiten:in Vent bspw. Hotel Similaun 4* (DZ ab Euro 110), Breslauer Hütte DAV (2844 m), 50 Betten, 110 Lager
Kartennummer:30/6 Ötztaler Alpen Wildspitze

Und nun doch noch: Nachdem das Jahr für die hohen Ziele bisher nicht gut gelaufen ist, pakten wir unsere wohl letzte Chance in diesem Jahr. Doch bevor es auf einen hohen Gipfel geht, muss man sich zumindest ein klein wenig akklimatisieren. Bei mir dauert das etwas länger, ich hatte aber vom Anfang der Woche noch 4 Tage Tessin auf dem Haben-Konto. Tourinette hingegen kam direkt aus dem Tiefland.

Unser Plan war eine erste Übernachtung in Vent auf 1900 m, dann einen kleinen Dreitausender und Übernachtung auf der Breslauer Hütte. Das Wilde Mannle bietet sich hier geradezu ideal an, liegt es doch gerade neben dem Anstiegsweg zur Hütte. Weil wir uns prinzipiell ungern mit irgendwelchen Liften und Seilbahnen messen, nutzten wir den Sessellift und gondelten zur Bergstation auf 2350 m hinauf. Von dort geht man zunächst den Massen nach auf dem Weg zur Breslauer Hütte. Da wir um kurz nach 9 Uhr an der Talstation waren, gab es tatsächlich viele Menschen, die die gleiche Startzeit im Auge hatten.
Im Aufstieg erreicht man nach einer knappen halben Stunde einen Wegweiser (ca. 2510 m), wo man vom breiten Hauptweg nach rechts abbiegt. Nun in einer Kehre hinauf unter den Schlepplift bis zu dessem Ende (ca. 2650 m). Hier steilt der Weg auf und geht in kurzen Kehren auf zwei Stufen hinauf. Man zweigt nach rechts auf den Normalweg zum Gipfel ab, der durch eine Felsstufe leitet, eine Stelle I, und oben über Blöcke zum Gipfel, wobei das Kreuz nicht am höchsten Punkt steht. T3+, I, 1 h 55 min.

Nach schöner Rast, zwar etwas schattig, aber doch mit Aussicht, vor allem auch schon auf unser morgiges Ziel, nahmen wir den Weiterweg auf und überschritten den tatsächlich höchsten Punkt. In kleineren Wellen über grobes Geröll erreicht man den gut markierten Einstieg in die linke Flanke, die über steilen Weg und eine ca. 20 Meter lange schmale Rinne (Drahtseil, I) hinabführt. So erreicht man die Seitenmoräne des ehemaligen Rofenkargletschers, der sich deutlich zurückgezogen hat. Diese über die Kante hinab und unten rechts abbiegen zu einem Seelein. Danach in leichten Auf- und Ab hinüber zur anderen Moräne und diese auch ein Stück hinab. Man zweigt dort abermals nach rechts ab, erreicht den tiefsten Punkt zwischen Moräne und Hang, den man in steilen kurzen Kehren ersteigt (ca. 2810 m) und ab dort leicht ansteigend bis zur Breslauer Hütte quert. T3+, I, 1 h 05 min.

Mit geübtem Auge kann man in der Querung über sich einige Zacken erkennen, an denen Kletterrouten eingerichtet sind. Dieser Anfänger-Klettergarten eignet sich gut zum Üben (bspw. Steigen mit steigeisenfesten Schuhen im Fels, Abseilen, etc.), da die Routen nur im Grad I - III liegen und nicht sehr hoch sind.

Auf der heimeligen Hütte wurden wir gut untergebracht und genossen, daß inzwischen auch Lagerplätze über angemessen breite Matratzen verfügen. Erstaunt hat uns, dass das halbe Lager bereits um kurz nach 20 Uhr von Schläfern belegt war, wobei keiner außer uns am nächsten Morgen das erste Frühstück aufgesucht hat.

Tourengänger: basodino, tourinette


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