Expedition auf den Kun (7077m)


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 8. September 2014 um 13:47.

Region: Welt » India
Tour Datum:11 Juli 2014
Hochtouren Schwierigkeit: SS
Eisklettern Schwierigkeit: WI2
Wegpunkte:
Geo-Tags: IND 

Nachdem wir im letzten Sommer am Khan Tengri hauptsächlich den Weg zum Klo-Zelt von Neuschnee befreit hatten, hatten wir eigentlich keine besondere Motivation wieder auf einen hohen Berg zu fahren. Im Herbst waren dann aber alle Strapazen vergessen und Ideen für neue Ziele tauchten auf.
Schon bald wurden wir bei unseren Internetrecherchen auf das Nun-Kun Massiv in Nordindien aufmerksam. In diesem Gebirge gibt es zwei 7000er, den Nun mit 7135m und den Kun mit 7077m. Zudem noch zahlreiche Gipfel über 6000m, der höchste von ihnen ist der Pinnacle Peak mit 6930m. Während der Nun sehr oft bestiegen wird, gibt es am Kun nur wenige Expeditionen. Zudem ist der Kun laut unseren Recherchen ein „leichter 7000er“ mit einer relativ einfachen Route.
Auch für ein vorbereitendes Trekking bietet Ladakh unzählige wunderschöne Möglichkeiten. Ein Ziel war also gefunden, die Organisation konnte beginnen.
Unser Team blieb unverändert, Tanja Kuster, Josef Zangl, Johann Eisner und Matthias Pilz, allesamt Mitglieder der Steirischen Alpinistengilde der Naturfreunde.
Viele hundert Stunden wurden in die Vorbereitung investiert, wir wollten ja auf alles vorbereitet sein. Vor unserer Expedition veranstaltete ich noch ein Naturfreunde-Trekking im Markha-Tal.
Mitte Juli ging es dann los, von Graz flogen wir über Wien direkt nach Delhi. Während die restliche Gruppe gleich nach Leh weiterflog, blieb ich noch für Organisatorisches in der indischen Hauptstadt. Obwohl der Monsun noch nicht eingesetzt hatte, war es in extrem schwül, auch in der Nacht fielen die Temperaturen nicht unter 40°C.
Beim IMF (Indian Mountaineering Foundation) wurde ein Briefing zur Expedition abgehalten und uns ein Begleitoffizier (Liaison Officer, kurz LO) zugeteilt. Danach wurde noch Cargo-Gepäck aufgegeben, um Kosten für anfallendes Übergepäck zu sparen. Dann ging es auch für mich nach Leh, gemeinsam mit Tanka, unserem LO, und Shashank, unserem Agenturchef.
Das folgende Markha-Trekking wird in einen separaten Bericht hier beschrieben.
 
Während die Trekkinggruppe am 26. Juli die Heimreise antrat, ging es für uns jetzt erst so richtig los.
 
26.7. – Tag 16 – Schon am frühen Morgen traten wir die lange Fahrt von Leh nach Kargil an. Für die 230km brauchten wir gute 7 Stunden, obwohl die Straße meist asphaltiert war. Immer wieder wird die Fahrt von Polizei-Checkpoints unterbrochen, zudem müssen einige Pässe überquert werden. Die Landschaft ist abwechslungsreich, auch die Bebauung ändert sich. Die buddhistischen Klöster werden immer seltener, in den kleinen Dörfern gibt es Moscheen. Die grünen Felder werden weniger, in Kargil gibt es kaum einen Baum, auch das sonstige Stadtbild ist eintönig und trostlos. Deutlich sieht man hier die Folgen der zahlreichen Anschläge und der Grenzkonflikte mit Pakistan. Auch unser Hotel ist dementsprechend, auf Grund der Türschlösser fühlten wir uns eher wie im Gefängnis.

27.7. – Tag 17 – Mit zwei Jeeps starteten wir ins Zanskar-Gebirge. Anfangs ist die Straße noch asphaltiert, bald schon quälten sich die Jeeps über holprige Schotterpisten. Auch für unsere Rücken war die Belastung nicht minder groß. Hier im Suru-Tal ist die Landschaft wieder deutlich grüner, auch Landwirtschaft wird hier wieder intensiver betrieben. Für die Menschen bedeutet dies eine höhere Lebensqualität.
Nach etwa der halben Strecke erreicht man Panikhar, hier kann man erstmals das Nun-Kun-Massiv aus nächster Nähe betrachten. Das Bild wird von der gewaltigen Nordwand des Nun dominiert, etwas weiter links sahen wir den spitzen Gipfel des Kun.

Weiter südlich fließt der Nun-Kun-Gletscher ins Tal, seine Gletscherzunge reicht bis in den Suru-Fluss. Immer wieder brechen große Eisbrocken ab und werden vom Fluss fortgespült.
Nach gut 6 Stunden Fahrt erreichten wir das malerische Hochtal von Gulmatonga, wo unsere Expedition beginnen sollte. Neben einer Polizeistation besteht das hier liegende Dorf aus einem Schafhüter-Zelt und einem Tee-Zelt.
Wir bauten unsere Zelte auf und genossen den Nachmittag auf den schönen Sommerweiden.
 
28.7. – Tag 18 – Die Pferdetreiber waren mit ihren Tieren schon früh am Morgen angekommen. Das Gepäck wurde aufgeteilt, es war aber nicht möglich, alles auf einmal ins Basislager zu transportieren.
Wir überquerten den Suru-Fluss über die Hängebrücke, kaum zu glauben, dass früher der Fluss ohne Brücke durchquert werden musste. Nun folgten wir immer dem Shafat-Tal, der Weg ist gut erkennbar. Nach etwa 3 Stunden mündet von der rechten Seite der Pinnacle-Gletscher in den Shafat-Gletscher. Hier mussten wir den mit Felsblöcken bedeckten Gletscher überqueren, selbst für uns war diese Passage mühsam, kaum zu glauben, dass auch die Pferde mit etwa 60kg Gepäcke diese Stelle meistern. Am Ende des Gletschers geht es steil hinauf auf die Seitenmoräne.

Auf der Moräne geht es jetzt flach weiter, nach etwa zwei Stunden passierten wir eine Geländekante und plötzlich ist die Südseite des Kun-Massivs und das Basislager zu sehen.

Nun mussten wir nur mehr den Bach überqueren, das war gar nicht so einfach, ohne nass zu werden.
Im Basislager befand sich eine französische Expedition, es gab aber genügend Platz, um unsere Zelte auf schönen Plätzen aufzubauen.
Bei der französischen Expedition handelte es sich um eine kommerzielle Expedition, begleitet von einem Bergführer und mehreren Hochträgern. Leider gab es aber keine guten Nachrichten für uns: Die Franzosen konnten trotz mehrerer Versuche nicht übers Lager 1 hinauskommen, die Steinschlaggefahr auf der Route zum Schneeplateau war zu groß. Dementsprechend schlecht war die Stimmung der französischen Bergsteiger. Zudem erfuhren wir, dass heuer bereits 3 Expeditionen an dieser Stelle gescheitert waren und niemand das Plateau erreicht hatte.
 
29.7. – Tag 19 – Ein Teil unseres Gepäcks war noch nicht im Basislager, die Pferde machten heute einen zweiten Transport. Daher entschlossen wir uns, das Gelände bis zum Gletscher zu erkunden. Vom Basislager weg konnten wir einen guten Weg finden und viele Steinmänner bauen, nach 1.5 Stunden standen wir am Aussichtspunkt mit großen Steinmännern. Leider sahen wir auch von hier nicht besser in die problematische Stelle der Franzosenroute. Doch wir erfragten bei der anderen Gruppe, dass diese ausschließlich den direkten Anstieg vom Shafat-Gletscher zum Schneeplateau versucht hatten. Unser Plan war jedoch ohnehin, den alten, etwas weiteren Anstieg zu nehmen. So fassten wir neuen Mut, auch ein Plan, wie wir die schwierige Stelle der Franzosenroute meistern könnten, wurde geschmiedet.
Nach einer langen Rast stiegen wir wieder ab, kurz vor dem Basislager versperrte uns jedoch ein massiv angestiegener Gletscherbach den Weg. Trotz mehrerer Versuche gelang es uns nicht, mit großen Steinen einen begehbaren Weg einzurichten. So blieb uns nichts anderes übrig, als durch den Fluss zu waten.
Den Nachmittag nutzten wir dann, um eine Seilbrücke über den Fluss zu bauen, die es uns ermöglichen sollte, den Fluss jederzeit ohne Probleme zu überqueren. Auch hier brauchten wir mehrere Versuche, um passende Ankerpunkte zu finden und das Seil entsprechend stark zu spannen.
 
30.7. – Tag 20 – Unser Plan war es, so selten wie möglich die Strecke Basislager-Lager 1 gehen zu müssen. Deshalb starteten wir schwer bepackt Richtung Lager 1.

Unterstützt wurden wir dabei von Tanka und Suray, unserem Koch, die zusätzliche Zelte, Essen und Fixseile zum Beginn des Gletschers trugen. Am Beginn des Gletschers seilten wir uns an, auch unsere Markierungsfähnchen wurden griffbereit verstaut. Langsam stiegen wir höher, immer wieder mussten wir den Weg durch die Gletscherspalten suchen, schwierig zu überwindende Spalten gab es aber keine. An vielen Stellen lag fauler Schnee am Gletscher, oft war nicht erkennbar, ob sich darunter Eis oder doch eine Gletscherspalte befand. So kam es schon öfter vor, dass der Seilschaftserste plötzlich in einer Spalte verschwunden war. Gefährliche Stürze oder Probleme beim herausklettern hatten wir aber nicht. Der zurückgelegte Weg wurde gewissenhaft mit Fähnchen markiert, um ihn bei schlechter Sicht problemlos wiederfinden zu können. Wir erreichten das Plateau auf 5400m, hier zweigt die Franzosenroute ab. Beim französischen Lager packten wir noch Gas und Fixseile ein, dieses Material hatten wir mit den Franzosen getauscht, wodurch wir uns beide das Tragen ersparten. Noch langsamer ging es hinauf, bald mussten wir Material auspacken, die Rucksäcke waren einfach zu schwer. Über den steiler werdenden Hang erreichten wir in einer Rechtsschleife die Eiswand unter dem Hasenfelsen. Direkt bei diesem Felsen wollten wir unser Lager 1 errichten.
Zuvor muss aber noch die etwa 30m hohe und 50° steile Wand erklettert werden. Dazu stieg ich an einer geeigneten Stelle über die Randkluft und kletterte den scheinbar unendlich langen Hang hinauf. Wegen dem blanken Eis war das Klettern anstrengend und ich musste mehrere Sicherungen setzen. Völlig entkräftet erreichte ich die Wechte ober der Eiswand. Glücklicherweise konnte ich in dieser kurzen senkrechten Stelle aber Schnee weggraben und so die Steilheit deutlich verringern. Schlussendlich stand ich am flachen Schneegrat und grub einen Firnanker ein. Ich fixierte das Seil, Tanja, Joe und Hans stiegen mit Steigklemmen herauf.

Der erste Blick fiel auf den weiteren Aufstiegsweg: Der Gletscher hatte viel Schnee, die Spalten waren Großteils bedeckt. Auch nach genauerer Erkundung des Weges schien dieser möglich zu sein. Wir fassten neuen Mut!
Nach 9.5 Stunden hatten wir nun alle das erste Hochlager erreicht. Heraufgetragen wurden zwei Zelte, Schlafsäcke, Unterlagsmatten, Lawinenausrüstung, warme Bekleidung, 20 Eisschrauben, 15 Firnanker, Kletter- und Fixiermaterial, Kocher sowie Essen und Gas für mehrere Tage.
Die Zelte wurden aufgebaut und Wasser bzw. Essen zubereitet. Danach fielen wir sehr sehr müde in den warmen Schlafsack.

 
31.7. – Tag 21 – Heute wollten wir das restliche Material vom Beginn des Gletschers holen. Wir hatten aber nur ein Seil mit uns, daher hätten wir die Eiswand unterm Lager 1 noch einmal im Vorstieg klettern müssen, weil das Seil auch am Gletscher gebraucht werden würde. Um das zu vermeiden, sollte eine Person im Lager 1 bleiben, mit einer dünnen Reepschnur das Seil wieder heraufziehen und so das Fixseil wiederherstellen. Hans hatte Probleme mit seinem Rücken, daher übernahm er diese Aufgabe.
Der Abstieg über den Gletscher ging sehr schnell, dank unserer vielen Fähnchen hatten wir keine Probleme mit den Gletscherspalten. Schon bald ar das Depot erreicht.

Auch beim Aufstieg kamen wir schnell voran, das Gepäck war wesentlich leichter als gestern. Der Trick an der Eiswand funktionierte und wir konnten am Fixseil aufsteigen. Nun war das gesamte Material für das Lager 2 und für das Fixieren der Eiswand dorthin im Lager 1.
 
1.8. – Tag 22 – Mit der aufgehenden Sonne starteten wir, um das Lager 2 aufzubauen. Leider hatte Hans starke Rückenschmerzen und konnte uns bei dieser Aufgabe nicht unterstützen. Bepackt mit zwei Zelten, Lebensmitteln, Gas und 400m Fixseil ging es los. Die Spalten am Beginn des Gletschers waren noch gut gefroren und auch die riesige Querspalte konnten wir queren. Damit ersparten wir uns einen großen Umweg. Der folgende Gletscher ist flach und hat kaum Spalten, dennoch waren wir langsam unterwegs. Das anfangs gut funktionierende Nachziehen der Fixseile sollte sich später als kraftraubender Fehler erweisen. Wir erreichten die Mulde unter dem Eisbruch, hier setzten wir unsere Querung nach links an.

Der Weg führte uns in eine Spaltenzone und die Wegfindung war schwierig. Plötzlich zog Nebel auf, der weitere Anstieg war nicht mehr zu erkennen. Zuerst dachten wir, es wäre in zehn Minuten alles wieder vorbei, dann begann es aber zu schneien und erste Zweifel an unserem Tagesprojekt kamen auf. Wir schützten uns mit einem Biwaksack vor dem Wind und harrten im Schneefall aus. Immer wieder spielten wir mit dem Gedanken, das Material hier zu deponieren und einfach abzusteigen. Doch da erinnerten wir uns an die Bergsteiger einer oberösterreichischen Expedition, die uns davor gewarnt hatten, bei Schlechtwetter zu früh aufzugeben. Es käme an jedem Tag noch eine Schönwetterphase, hatten die uns gesagt. Auch am Khan Tengri waren wir mit solchen Schnellschüssen ins Fettnäpfchen getappt.
So hielten wir die Motivation aufrecht. Nach drei Stunden wurde der Schneefall weniger und schon wenig später lichtete sich der Nebel.

Die Rucksäcke wurden geschultert und es ging weiter. Absteigend folgten wir einer gewaltigen Spalte, nach etwa 200 Metern konnten wir sie auf einem eingestürzten Serac überqueren. Nun geht es nach rechts, das Plateau des Leopardenlagers war schon in Sichtweite. Hier hätten Vorgänger angeblich Spuren und Geräusche eines Schneeleoparden gesehen. Uns schien das auf fast 6000 Metern aber schwer zu glauben.
Nur wenige Schritte später lag plötzlich eine seltsame Spur vor uns im Schnee. Sie sah aus wie eine Ski-Spur, das ist aber undenkbar hier heroben. Die Spur kam aus einer Spaltenzone und führte teils steigend, teils fallend direkt in eine große Seraczone. Ohne Erklärung für diese mysteriöse Spur querten wir hinauf zu Randkluft.

Wir begannen zu sichern, ich band mich für den Vorstieg ein. Die ersten Meter bis zur Randkluft waren gut, plötzlich begann ich aber bei jedem Schritt durchzubrechen. An mehreren Stellen konnte ich keinen Weg über die Spalte finden. Es schien, als wäre sie hier nicht überwindbar. Weil die Zeit aber schon fortgeschritten war und heute wohl keine weitere Wegsuche mehr möglich gewesen wäre, nahm ich allen Mut zusammen und legte mit flach auf den Schnee. So robbte ich nun hinauf und hoffte, dass der Schnee mich tragen würde. Nach etwa 10 Metern erreichte ich die obere Kante der Randspalte und war erleichtert, als mein Pickel im Eis halt fand. Schnell war eine Eisschraube gesetzt und der sanfte Rücken, über den der weitere Anstieg führen sollte, erreicht.
Hier schien das Gelände nicht mehr so schwierig zu sein, die ersten Meter waren von gutem Trittschnee bedeckt. Aber schon wenige Meter später musste ich wieder auf Blankeis weiterklettern, was sehr anstrengend war. Deshalb musste ich meinen Rucksack zurücklassen. Immer wieder setzte ich Eisschrauben zur Sicherung. Alle paar Meter schlug ich Stufen in das Eis, um mich besser ausruhen zu können. Nach etwa 200 Metern (das war die Länge unseres Seils) erreichte ich eine kleine Stufe und fixierte das Seil am Standplatz. Nun kamen Tanja und Joe am Fixseil nach.

Dabei packten sie den Inhalt meines Rucksacks noch in ihre Rucksäcke ein. Währenddessen warf ich einen Blick auf meine Uhr, es war schon fast 17h, gegen 19h wurde es finster und wir hatten heute keine Stirnlampen mit. Eine Übernachtung im Lager 2 wäre aber wegen der fehlenden Schlafsäcke sehr ungemütlich geworden.
Das Gelände war hier zwischen 45 und 50 Grad steil. Sobald beide am Stand angekommen waren, begann ich wieder mit dem Vorstieg, das zweite Seil war 170m lang. Mit höchst möglicher Geschwindigkeit stieg ich hinauf. Etwa ab der Hälfte wurde das Gelände leichter und es fand sich wieder eine gute Schneeauflage. Kurz vor dem Übergeben erreichte ich den Grat und fixierte das Seil. Es war 18h. Ein kurzer Blick Richtung Gipfel, ein Foto, und ich begann mit dem Abstieg. Tanja und Joe stiegen bereits auf, ich teilte ihnen mit, dass es neben dem letzten Standplatz eine Gletscherspalte für ein Materialdepot gibt, diese allerdings grundlos ist und das Material angehängt werden müsste.
Diese wichtige Information ging aber leider verloren und Tanja und Joe legten das Material ohne Sicherung in die Spalte und begannen mit dem Abstieg.
Das Abseilen über das Fixseil ging schnell und wir erreichten das Leopardenlager. Hier wurde uns das Missverständnis klar, es gab aber keine Zeit mehr, um unseren Fehler zu korrigieren. So hofften wir nur, dass unser Material nicht in die Gletscherspalte hineinrutschen würde.
Beim Abstieg über den Gletscher wurde es bereits dämmrig, wir hofften, dass Hans uns gegebenenfalls den Weg ausleuchten könnte.

Doch kurz bevor es dunkel wurde, erreichten wir fast schon im Laufschritt das Lager 1.
Hans, der sich schon größte Sorgen gemacht hatte, bekochte uns!
 
2.8. – Tag 23 – Schon in den letzten Tagen hatte sich herauskristallisiert, dass wir nur zwei Hochlager machen würden. Das Lager 2 wollten wir deshalb am Schneeplateau so nahe wie möglich zum Gipfel vorrücken. Wir beschlossen, das gestern deponierte Material beim Gipfelgang mit ins Lager 2 zu transportieren. Damit war der Aufbau der Hochlagerkette abgeschlossen und wir stiegen ins Basislager ab. Dieser Abstieg ging schnell und der leichte Rucksack war ein Genuss.
Im Basislager berichteten wir von unseren Erlebnissen, während wir wieder bekocht wurden.
 
3.8. – Tag 24 – Ruhetag im Basislager. Die Motivation bei Tanja, Joe und mir war sehr groß, immerhin hatten wir heuer als erste Seilschaft das Plateau erreicht. Und unserer Informationen zu Folge sollte der Aufstieg zum Gipfel ja nicht mehr so schwierig sein. Hans hingegen kämpfte mit seinem Rücken und war sich nicht sicher, ob er den Gipfelgang versuchen würde. Wir holten einen Wetterbericht ein, um unseren Plan erstellen zu können. Für den 5. und 6.8. war gutes Wetter vorhergesagt. Auch am 7.8. sollte es noch schön sein, am Nachmittag aber die ersten Anzeichen einer Front sichtbar werden. Diese Front sollte am 8.8. einiges an Schnee bringen.
Wir beschlossen, den Gipfel erst am 7.8. zu versuchen, da uns damit noch ein Ruhetag blieb.
 
4.8. – Tag 25 – Ruhetag im Basislager. Wir packten unsere Gipfelausrüstung und waren schon sehr nervös. Hans entschied sich gegen einen Gipfelaufstieg.
 
5.8. – Tag 26 – Nach dem Frühstück ging es los. Letzte Fotos wurden gemacht und Glückwünsche wurden uns mit auf den Weg gegeben.

Ganz langsam, obwohl unsere Rucksäcke leicht waren, stiegen wir hinauf, wir wollten unsere Kräfte sparen. Im Gletscherkessel unter dem Hasenfelsen war es heute extrem heiß, trotzdem kamen wir schnell voran. Gegen Mittag hatten wir unser Tagesziel bereits erreicht. Am Nachmittag versuchten wir zu schlafen und möglichst viel Energie zu tanken. Wegen eines Antennenbruchs waren keine Funksprüche zum Basislager möglich, damit gab es keinen Kontakt.
 
6.8. – Tag 27 – Wieder starteten wir bei Sonnenaufgang.

Wir packten unser Schlafsäcke und Unterlagsmatten und begannen aufzusteigen. Relativ schnell waren wir am Beginn des Fixseils, das Hochziehen war wie immer sehr mühsam. Bei bestem Wetter erreichten wir die Kante des Schneeplateaus. Glücklicherweise war nichts von unserem hier deponierten Material verloren gegangen. So wurde alles aufgeteilt und in die Rucksäcke gepackt. Mit nun wieder extrem schwerem Rucksack ging es weiter. Anfangs folgten wir dem Grat nach rechts, schon bald wurde er sehr schmal. Absteigend erreichten wir nach einer kurzen Steilstufe (50° Schnee) das große Plateau.

Zu unserem Erstaunen waren wir ganze 100 Höhenmeter abgestiegen. Wieder zogen Nebelfetzten auf, das GPS musste zur Wegfindung verwendet werden. Immer wieder setzten wir Markierungsfähnchen. Wir wollten ja so nahe wie möglich zum Gipfel heranrücken, schon bald wurde uns aber klar, dass das mit dem schweren Gepäck zu anstrengend wäre. Nach zwei Stunden Gehzeit am Plateau errichteten wir unser Lager auf 6200m. Von hier hatten wir gute Sicht auf den Weg in den Sattel. Dieses Stück sollte  unseres Wissens die Schlüsselstelle am Weg zum Gipfel sein.
 
7.8. – Tag 28 – Wir hatten nicht viele Informationen über die Gipfeletappe: neben einigen Internetbeschreibungen noch einen Bericht einer Vorgängerexpedition. Kobler.ch schreibt beispielsweise:
„Gipfeltag: Dies wird ein langer Tag (9–10 Std.)! Aufstieg über einen Grat und Steilhang (30-35°) ca. 400 m oberhalb des letzten Camps. Das letzte Stück bis zum Gipfel ist nicht mehr allzu schwierig. Nach einer Gipfelrast geht es soweit wie möglich hinunter in die unteren Camps. Dieser Tag darf nicht unterschätzt werden. Er ist lang und gespickt, im Vergleich zum jetzigen Aufstieg, mit kurzen Aufschwüngen.“
Das sollte sich als gewaltig falsch herausstellen…
Da der erste Steilhang in den Sattel Tageslicht erfordert, planten wir, um 3 Uhr zu starten. Die Temperaturen waren in der Nacht ziemlich eisig, im Zelt hatten wir -17°. Im dicken Schlafsack war das aber kein allzu großes Problem. Wir kochten ein wenig Wasser, dann ging es los. Im Rucksack hatten wir nur Reservehandschuhe, Erste Hilfe Set und Biwaksack sowie 1L Getränk pro Person. Das gesamte Gewand hatten wir bereits an.
In der Dunkelheit stapften wir Richtung Sattel, er war im Nachthimmel gut erkennbar. Eine große Spalte schien zunächst zu einem Problem zu werden, der Weg löste sich aber gut auf und nach etwa zwei Stunden waren wir am Wandfuß angekommen. Nicht ganz sicher über den besten Weg wählten wir einen Anstieg im rechteren Teil. Über den ersten Steilhang ging es problemlos (40-45°), unter einem großen Serac querten wir auf einer Terrasse nach rechts und erreichten, zu unserer größten Überraschung, den Sattel ohne jegliche Schwierigkeiten. Doch immer wieder schweifte der Blick nach links zum Gipfelgrat und ließ uns Böses erahnen. Im Sattel machten wir ein Foto, dann ging es Richtung Gipfel.

Der Grat wurde schmäler und es galt nun, einen großen Felsen zu überklettern. Schon nach wenigen Metern stellte sich aber heraus, dass das viel zu schwierig für uns war.
Wir kletterten also zurück, erste Zweifel kamen auf. Was sollten wir jetzt machen? Hätten wir doch viel weiter links aufsteigen sollen?
Nach einer kurzen Beratung traversierten wir unter dem Felsen nach links, kurz ist das Gelände hier 60° steil und wir mussten seilschaftsmäßig sichern. Wir erreichten aber eine gute Felsschulter und fanden einen alten Normalhaken. Von diesem konnten wir nun 30m durch eine eisgefüllte Rinne abseilen. Am Rand einer Spalte querten wir nun weiter nach links (40°) und kamen zu einem Windkolk unter dem großen Felsen. Hier sahen wir auf einmal etwas am Grat, was wie ein eingeschneites Fixseil aussah. Neuer Mut wurde gefasst. Doch um wieder auf den Grat zu gelangen, mussten wir zuerst über eine 45° steile Firnschneide und dann über eine etwa 3m hohe, 90° steile Randspalte klettern. Auch hier mussten wir sichern. Unter einem Felsen, knapp unter der kleinen Scharte, bietet sich ein guter Biwakplatz. Hier machten wir eine Rast. Und tatsächlich, hier beginnt ein altes Fixseil. Wir hängten uns ins Fixseil und begannen mit dem Aufstieg. Anfangs kamen wir schnell voran, das Gelände ist nur mäßig steil (45°). Von unten wirkte der Grat relativ kurz, aber schon bald stellten wir fest, dass er deutlich länger ist. Der markante Felsblock links des Grates kam nur sehr langsam näher. Es gab hier eine ca. 2-5 cm dicke Schneeauflage, darunter blankes Eis. Das Fixseil war hier oft ins Eis eingeschmolzen und es erforderte viel Kraft, es heraus zu pickeln.
Zudem wird das Gelände steiler (60°) und rasten ist nur mehr im Gurt hängend möglich. Schon bald waren meine Kräfte erschöpft und kein Ende war in Sicht. Nun übernahm Joe das Herauspickeln des Seils. Wir kamen extrem langsam voran, immer wieder warfen wir einen Blick auf den Höhenmesser und hielten die angezeigte Höhe für falsch.

Auch das Wetter wurde schlechter, immer wieder waren wir von Wolken eingehüllt. Kurz vor einer sehr steilen Stelle konnten wir das Seil nicht freilegen, Tanja versuchte die Stelle frei zu klettern, wegen der extremen Steilheit war es aber nicht möglich. Ich übernahm wieder den Vorstieg und versuchte, über eine kurze Steilstufe (70°) die Gratschneide zu erreichen. Das gelang auch, der darüber liegende, messerscharfe Grat kostete mir viele Nerven. Ich erreichte aber wieder ein Fixseil und traversierte an diesem nach links. Hier grub ich das Seil ein Stück weit rund 50cm tief aus und erkannte bald, dass weiteres Ausgraben unmöglich sein würde. Sollten wir hier umdrehen? Es war bereits 15 Uhr? Außerdem machten wir uns Sorgen über den Abstieg, weil wir unter dem Sattel eine andere Route suchen müssten, da es wegen der Abseilstelle über den Aufstiegsweg nicht möglich sein würde.
Doch wir wollten nicht aufgeben und waren uns einig, im Notfall ein Biwak am Grat zu machen. Das wäre notwendig, wenn wir den Weg in der Dunkelheit nicht mehr finden würden.
Tanja sicherte mich im Vorstieg, ich querte waagrecht nach links. Plötzlich sah ich ober mir den großen Eispilz, wir waren an der richtigen Stelle gequert! Das Gelände wurde flacher und ich fand einen guten Stand bei einem Felsen. Tanja und Joe kamen nach. Auch hier wäre eine gute Biwakmöglichkeit. Wir rasteten im dichten Nebel, kurz lichteten sich die Wolken und wir konnten den weiteren Aufstiegsweg sehen. Links des Felsens kletterten wir über eine kurze Stufe und am ausgesetzten Grat ging es nun höher. Wir erreichten einen etwa 40° steilen Hang, der direkt in die Nordwand abbrach. Vorsichtig kletterten wir hinauf, immer wieder brachen Schneeschollen weg und verschwanden in der Tiefe. Ich erinnerte mich an das Lawinenunglück am Spantik und ermahnte meine Kollegen zu größter Vorsicht.
Wir erreichten nun flacheres Gelände, der Gipfel schien in Griffweite. Doch kaum waren wir am vermeintlichen Gipfel angekommen, sahen wir die nächste Schneekuppe dahinter. Im etwa 25cm tiefen Schnee stapften wir höher, der Gipfel schien nicht näher zu kommen. Dann lag ein spitzer Eisgipfel vor uns, das musste es sein. Als wir aber näher kamen, erkannten wir, dass der eigentliche Gipfel etwas weiter rechts liegt. Eine letzte Spalte wurde überquert, ein letzter Blick aufs GPS, noch 150m und 30 Höhenmeter. Die letzten Meter zogen sich, dann aber, um 18.29 Uhr, erreichten wir den höchsten Punkt. Auch ein Blick auf unsere Uhren bestätigte die Höhe. Wir waren also die erste Expedition, die seit 2009 den Gipfel erreicht hatte.

In dichtem Nebel und bei leichtem Wind machten wir ein Foto, dann ging es gleich wieder runter. So schnell, dass wir vergaßen, unser Fähnchen am Gipfel zurückzulassen. Deshalb steckten wir es etwa 30m unter dem Gipfel in den Schnee.
Vorsichtig setzten wir jeden Schritt, jetzt musste die Konzentration erhalten bleiben. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir das Fixseil. Damit war ein großes Zwischenziel erreicht, denn der Abstieg über das Fixseil würde auch bei Nacht möglich sein. Hier konnten wir nun davon profitieren, dass wir das Fixseil Großteils freigelegt und die fehlenden Stellen durch ein neues Fixseil ersetzt hatten. Abseilend kamen wir rasch tiefer, an den Fixierpunkten musste ich aber immer eine längere Rast machen, um wieder zu Kräften zu kommen.
Wir erreichten den Biwakplatz unter der kleinen Scharte, hier machten wir eine Rast und beratschlagten über den weiteren Abstieg. Neben einem 60m Seil hatten wir noch einige Eisschrauben und 2 Firnanker.
Wir seilten über die Randspalte ab, dann noch einmal an einem Firnanker. Schnell wurde klar, dass wir mit abseilen die im Mondschein erkennbare große Spalte nicht erreichen würden. So mussten wir durch den steilen Hang (50°) abklettern, es gab aber guten Büß-Schnee und Stufen. Wir erreichten den oberen Rand der großen Spalte. Zuerst sah es so aus, als gäbe es eine Brücke, dies stellte sich aber als optische Täuschung heraus. Auch die Höhe des Abbruchs war deutlich größer als gedacht. Wir suchten also nach einer möglichst niedrigen Stelle und versuchten, eine Eisschraube zu setzten. Aber auch nach einem Meter Graben kein Eis. Also gruben wir unseren Firnanker ein, wirklich vertrauenserweckend war er nicht. Mit einem Pickel rückgesichert ließ mich Tanja ab. Schon nach wenigen Metern hing ich frei in der Luft, die Spalte war gewaltig überhängend. Nach etwa 20 Metern erreichte ich den Boden, allerdings befand ich mich noch mitten in der Spalte. Ohne Probleme konnte ich aber auf die andere Seite klettern und das Seil fixieren. Tanja und Joe seilten ab, im Schein der Stirnlampe ein beeindruckendes Bild.
Nun konnten wir über den Schneehang wieder zu unserer Aufstiegsspur queren und erreichten gegen 22 Uhr das Schneeplateau. Wir hatten es geschafft! Eine große Last und Anspannung fiel von unseren Schultern. Um 23.30Uhr waren wir zurück im Camp 2. Wasser wurde gekocht, dann fielen wir ins Bett. Wir waren über 21 Stunden unterwegs gewesen.
 
8.8. – Tag 29 – Wir lagen bis 9 Uhr im Schlafsack. Traumhafter Sonnenschein ließ es dann aber zu heiß im Zelt werden. So packten wir zusammen und machten uns an den Abstieg. Das Plateau war schnell überquert, nur folgten die unendlich langen 100HM Gegensteigung. Aber auch das schafften wir, dann konnten wir einfach abseilen. Hier wurde das Wetter schlechter und die Front begann sich bemerkbar zu machen. Bei dichtem Schneefall stiegen wir hinab ins Lager 1, Tanka und Suru waren bereits aufgestiegen und hatten die Zelte geholt. Nach einer kurzen Rast ging es weiter hinab. Am Rand des Gletschers ging der Schnee in Regen über. Der Abstieg war trostlos, wir waren völlig durchnässt. Gegen 16 Uhr erreichten wir das Basislager. Wir legten uns schnell trocken, dann gab es ein großes Fest…

 
9.8. - 11.8. – Tag 30 - Tag 32: Wir erholten uns im Basislager. Das Wetter war wechselhaft, immer wieder regnete es. Die Schönwetterphasen nutzten wir, um unser ganzes Gepäck zu trocknen und zu verpacken. Auch hielt uns eine britische Expedition bei Laune, wir hatten ja schon länger niemanden mehr getroffen.

 
12.8. – Tag 33 – Die Pferde waren schon gestern gekommen. So konnten wir schon am frühen Morgen das Basislager räumen und losmarschieren. Hier merkten wir nun, wie müde wir noch waren. Aber der Weg geht fast nur bergab, gegen Mittag waren wir bereits in Gulmatonga. Unterwegs trafen wir noch eine anreisende Schweizer Expedition.
 
13.8. – Tag 34 – Heute sollten wir nach Kargil fahren, die Jeeps kamen aber nicht wie erwartet. Erst nach einigen Telefonaten konnten wir alles organisieren. Die Autos kamen allerdings erst gegen 17 Uhr. Die nächtliche Fahrt nach Kargil erinnerte uns sehr an eine Rallyefahrt.
 
14.8. – Tag 35 – Wir fuhren, heute etwas langsamer, nach Srinagar. Die Straße ist Großteils gut und die Fahrt angenehm. Am Nachmittag erreichten wir den Dal-See und unser Luxus-Hausboot.

 
15.8. - 16.8. – Tag 36 - Tag 37 – Am Hausboot ließen wir es uns richtig gut gehen. Wir besuchten aber auch Mogulgärten und den schwimmenden Gemüsemarkt. Am Abend ließen wir uns von den Produktvorführungen der Händler unterhalten.
 
17.8. – Tag 38 – In der Früh flogen wir von Srinagar nach Delhi, dort ging es zum IMF, wo uns unser LO verließ. Ein Briefing war nicht erforderlich, da es Wochenende war. Nach einer Stadtrundfahrt und einem Besuch in einer Shopping-Mall ging es zum Flughafen.
 
18.8. – Tag 39 – Unser Flug von Delhi nach Wien fiel aus, deshalb ging es für uns erst einmal nach Moskau. Im totalen Chaos bekamen wir einen Nachmittagsflug nach Wien und Graz. Die Heimreise war mühsam, glücklicherweise ist das aber nicht beim Hinflug passiert.
 
Weitere Informationen und eine detaillierte Routenbeschreibung sind im Expeditionsbericht zu finden:

Kun (7077m)
Zanskar – Jammu & Kashmir – Nordindien
Expeditionsbericht
 
I Geografische Lage
Der Kun liegt im Zanskar-Gebirge in Nordindien, diese Region liegt nahe an der pakistanischen Grenze. Der höchste Berg des Gebirges ist der Nun (7135m), gefolgt vom Kun (7077m) und mehreren 6000ern, darunter ist der Pinnacle-Peak (6930m) der höchste. Das nächstgelegene Dorf ist Gulmatonga (neuerdings auch Shafat genannt), hier gibt es eine Polizeistation, ein Schafhüter-Zelt und ein Tee-Zelt. Kargil ist die nächste Stadt, sie ist ca. 6 Stunden Autofahrt auf meist Schotterpisten entfernt.
 
II Politische Situation
Das Gebiet ist hauptsächlich muslimisch bevölkert. Es gab mehrere terroristische Anschläge auf militärische Einrichtungen, auch in letzter Zeit. Touristische Einrichtungen waren aber nicht betroffen. Aus Sicherheitsgründen sollte das Stadtzentrum aber nicht unnötig verlassen werden. Die gleiche Situation herrscht in Srinagar.
 
III Permit
In Indien sind Besteigungsgenehmigungen für alle Gipfel über 6000 Meter vorgeschrieben. Dieses Permit kann man beim IMF (Indian Mountaineering Foundation) oder bei einer lokalen Agentur bekommen. Üblicherweise werden Permits für den Kun nur an indische Agenturen vergeben. Derzeit kostet das Permit 270€ pro Person. Permits sind zeitlich nur von 1. bis 10., 11. bis 20. und 21. bis 30. des Monats zu bekommen. Nur drei Expeditionen sind zugleich zugelassen.
Üblicherweise sind diese 10 Tage zu kurz, um den Gipfel zu besteigen. Die meisten Expeditionen kommen daher einige Tage vor Beginn ihres Permits, um sich zu akklimatisieren (und dabei die Hochlager aufzubauen). Dies wird nicht besonders streng gehandhabt.
Sinnvoll ist auch eine Vorakklimatisation, wir haben dies im Zuge eines Markha-Tal-Trekkings gemacht.
Während der Expedition wird man von einem Begleitoffizier (Liaison Officer, „LO“), der vom IMF bereitgestellt wird, begleitet. Er bringt seine Ausrüstung selbst mit und soll die Expeditionen unterstützen. Alle LO´s sprechen sehr gut Englisch und können bei Polizeikontrollen oder anderen organisatorischen Aufgaben sehr hilfreich sein. Manche begleiten die Gruppen bis zum Gipfel, andere warten im Basislager. Man sollte versuchen, den LO möglichst gut in die Gruppe zu integrieren.
 
IV Expeditionsteilnehmer
Teilnehmer unserer Expedition waren Tanja Kuster, Joe Zangl, Hans Eisner und Expeditionsleiter Matthias Pilz. Alle sind Mitglieder der Naturfreunde und der steirischen Alpinistengilde der Naturfreunde.
 
V Anreise
Das Zanskar kann auf zwei Wegen erreicht werden:
-          Delhi – Srinagar – Kargil – Gulmatonga
-          Delhi – Leh – Kargil – Gulmatonga
 
Flüge von Delhi nach Srinagar oder Leh können online oder über lokale Agenturen gebucht werden. Zu beachten sind dabei die unterschiedlichen Gepäckregelungen der Fluglinien. Einige erlauben nur 23kg, andere 48kg Freigepäck. Hat man innerhalb von 24 Stunden einen internationalen Anschlussflug, gelten großzügigere Richtlinien. Übergepäck ist sehr teuer, wenn möglich sollte es per Cargo oder per Auto transportiert werden.
Von Srinagar und Leh gibt es asphaltierte Straßen nach Kargil (etwa 7h Fahrzeit). Der erste Teil der Strecke nach Gulmatonga ist asphaltiert, dann gibt es schlechte Schotterpisten. Die Fahrt dauert etwa 6h.
 
VI Zustieg zum Basecamp
Das Basislager wird in einem eintägigen Marsch erreicht. Vor dem Zustieg sollte man eine Nacht in Gulmatonga verbringen, neben der Polizeistation gibt es gute Zeltplätze.
Von der Polizeistation folgt man dem Weg hinab zum Suru-Fluss. Nachdem man die Brücke überquert hat, folgt man dem gut erkennbaren Weg nach links ins Shafat-Tal. Nach etwa 3 Stunden muss der Pinnacle-Gletscher überquert werden. Steigeisen oder Seil werden aber nicht benötigt. Nun ersteigt man die rechte Moräne und folgt ihr bis zum Basislager (4550m). Hier gibt es Platz für etwa zwei Expeditionen. 10 Minuten darunter oder 30 Minuten oberhalb gibt es weitere (schlechtere) Möglichkeiten. Der Zustieg zum Basislager dauert etwa 6h. Das gesamte Gepäck wird von Pferden, die im Vorhinein gebucht werden müssen, transportiert.
 
VII Besteigung des Kun
a. Grundsätzliche Informationen
Üblicherweise wird der Kun über seinen neuen oder alten Normalweg bestiegen. In den letzten Jahren versuchen auch immer mehr kommerzielle Expeditionen, den Gipfel zu erreichen. Der Kun wird hierbei als „leichter 7000er“ verkauft, das ist ein Irrtum. Deshalb erreichen auch fast keine kommerziellen Expeditionen den Gipfel. Auch für normale Expeditionen ist das Erreichen des Gipfels schwierig, wesentlich höhere Gipfelchancen gibt es am Nun. Das wird auch durch die Tatsache unterstrichen, dass seit 2009 keine Seilschaft mehr den Gipfel erreicht hatte, wie wir beim IMF erfuhren.
Am Weg gibt es drei Schlüsselstellen
·         Die Steilstufe unter dem Schneeplateau
·         Von Camp 3 bis zum Sattel
·         Vom Sattel bis zum Eispilz (oft als leichte Passage angegeben)
Meist werden 2 oder 3 Hochlager aufgebaut, wir nutzten 2.
 
b. Routenbeschreibung
 

Pict. 1: Alle Routen in Übersicht (© 2014 Matthias Pilz)
 

Pict. 2: Übersicht der Routen vom Basislager (Farben siehe Pict. 1)
 

Pict. 3: Übersicht über die Routen 5 Minuten hinter dem Basecamp
 
Vom Basislager folgt man den Steigspuren, vorbei an Steinmännern, in Richtung des View-Points mit großem Steinmann (Pict. 3). Nach etwa 15 Minuten muss man einen Fluss überqueren, vor Mittag ist das kein Problem. Am Nachmittag kann es allerdings unmöglich werden, trockenen Fußes drüber zu kommen. Es gibt einen guten Platz, eine Seilbrücke zu bauen, wie wir es machten: Vom Basislager waagrecht zum Fluss queren, vorbei an drei kleinen Seen, bis zu einem großen Felsblock neben dem Fluss (4540m). Hier kann man mit Hilfe von etwa 30-50m Seil eine Brücke bauen. Den Fluss weiter oben bei den Felsen zu überqueren, macht wenig Sinn!
Nun folgt man der linken Seite des Flusses und steigt zwischen Felsblöcken hinauf zum ABC (Pict. 3).  Nun folgt man weiterhin den Spuren und erreicht so den Grat, über diesen hinauf zum View-Point und zum großen Steinmann (4800m)(Pict. 4).
 

Pict. 4: Route zum Camp 1 vom View point gesehen
 
Bergab geht es jetzt in den kleinen Sattel, dann erreicht man den Gletscher. Man folgt dem Gletscher unterhalb einer brüchigen Felswand und erreicht ein kleines Plateau mit vielen Felsblöcken (Pict. 5).
 

Pict. 5: Blick vom kleinen Plateau Richtung großer Mulde und Schneegrat
 
Hier nach rechts in eine große Mulde. Durch diese rechtshaltend zum Beginn eines kleinen Schneegrates (knapp rechts der Mulde und links der großen Eiswand) (Pict. 5). Man folgt dem Schneegrat, bis dieser flach wird. Nun nach rechts in eine Mulde unter den Felswänden. Diesem mit Lawinenschnee gefüllten Tal folgt man nun gerade hinauf bis zu einer Zone mit Eisbrocken. Hier müsste man nach links, um das Franzosenlager 1 zu erreichen. In einem großen Bogen unter der Eisflanke der Franzosenroute vorbei. So erreicht man die Randkluft unter dem Hasenfelsen. Über die Eiswand (50-55°) etwa 30m hinauf und rechts bei der Wechte vorbei. So erreicht man Lager 1 (Pict. 4).
Üblicherweise wird in den letzten Jahren über die Franzosenroute direkt zum Schneeplateau aufgestiegen. Die Route weist aber viel Blankeis auf und es herrscht viel Steinschlag. Von der linken Seite droht Steinschlag, von der rechten Eisschlag. Viele Expeditionen konnten diese Stelle (45°) in den letzten Jahren nicht überwinden. Das Verlegen eines Fixseils ist unmöglich, es würde durch Steinschlag beschädigt werden. Möglicherweise ist es machbar, den Felsgrat vom Hasenfelsen zu klettern und weiter oben zur Franzosenroute zu stoßen (ca. UIAA 3, Schlaghaken mitbringen). Die Franzosenroute verlangt etwa 400m Fixseil bis zum Plateau. Heuer sind bereits 3 Expeditionen an dieser Stelle gescheitert. Wir wollten daher die alte Route versuchen.
 

Pict. 6: Blick in die Franzosenroute vom Franzosen-Camp 1
 

Pict. 7: Blick in die Franzosenroute vom Hasenfelsen
 
Wir haben 30m Seil in der Steilstufe (50-55°) unter dem Lager 1 fixiert.
Vom Lager 1 folgt man dem flachen Gletscher Richtung White Needle (Pict. 8). Einige große Gletscherspalten müssen am Beginn überquert werden, wir fanden gute Schneebrücken. Sobald der Gletscher unter dem Eisbruch steiler wird, quert man ansteigend nach links (Pict. 8). Man erreicht eine sehr breite Spalte, entweder man versucht sie links zu umgehen oder überklettert sie (kurz 50°). Nun flach nach rechts zum bereits sichtbaren Leopardenlager (Pict. 8). Hier trifft man sehr oft auf Spuren des Schneeleoparden. Nun nach rechts zur Randkluft traversieren, evtl. ist das Überqueren der Randspalte heikel. Nun über den sanften Rücken der Eiswand (40-50°) etwa 350m leicht rechtshaltend hinauf, bis man den Grat erreicht (Pict. 8). Wir haben die gesamte Wand mit Fixseilen und Eissanduhren gesichert. Am Grat findet man einen guten Platz für ein Depot.
 

Pict. 8: Blick vom Lager 1 auf die Route auf das Schneeplateau
 
Nun folgt man dem Grat nach rechts, insgesamt steigt man 100 Höhenmeter ab. Eine kurze Stelle am Grat ist dabei etwa 50° steil. So erreicht man das große Schneeplateau und Camp 2 (Pict. 9). Man überquert nun das große Plateau, bis man das vorgeschobene Lager 2 (6200m) erreicht.
 

Pict. 9: Blick vom Beginn des Schneeplateaus zum Kun
 
Hinter dem vorgeschobenen Lager 2 trifft man auf eine große Spalte die links, nahe am Kun, umgangen wird. Camp 3 wird erreicht. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten. Die alte Route ist wegen überhängender Seracs möglicherweise unkletterbar. Evtl. kann es möglich sein, diese Seracs bzw. Spalten links zu umgehen. Da wir von vielen gescheiterten Versuchen gehört hatten, wollten wir diese Stelle großräumig umgehen. Deshalb sind wir in den tiefsten Punkt des Sattels sehr weit rechts geklettert (Pict. 10).
Vom Lager 3 steigt man den ersten steilen Hang hinauf. Nun nach rechts, unter einer großen Spalte auf einer Terrasse nach rechts (Pict. 10). Man erreicht den Sattel ohne weitere Probleme. Nun folgt man dem Grat nach links, bis der Weg von Felsen versperrt wird. Nun absteigend (sehr steil) 20m nach links queren und zwischen Felsen hindurch auf eine Felsschulter. Nun dem Felsband folgen, bis man wieder auf die Eiswand trifft. Wir haben hier alte Haken und Fixseile gefunden. Nun etwa 40m durch eine eisgefüllte Rinne abseilen bzw. abklettern und unter dem Felsen queren (Pict. 10). Über einen Hang hinauf und über eine 3m hohe senkrechte Randkluft um einen guten Biwakplatz unter einem Felsen zu erreichen. Ab hier fanden wir ein altes Fixseil. Diesem etwa 10m bis in die kleine Scharte folgen.
 

Pict. 10: Blick zum Sattel vom vorgeschobenen Camp 2
 
Nun folgt man dem steilen Eishang knapp links der Gratschneide (3-10m vom Grat) (Pict. 11). An einem kleinen Felsen vorbei zum steilsten Teil des Grates. Hier war das Fixseil teilweise tief in das Eis eingeschmolzen und es benötigte sehr viel Zeit, es heraus zu pickeln. Hier gibt es auch ein kurzes Stück direkt am Grat. Wenige Meter vor dem großen Eispilz quert man unter diesem nach links (Pict. 11). Diese Stelle ist für etwa 100m bis zu 45° steil. Man erreicht so einen kleinen, flachen Platz unter einem Felsen, hier könnte man auch gut ein Biwak machen. Links des Felsens über eine kurze Eisstufe hinauf (Auch wenn es zuerst rechts des Felsens besser aussieht.) auf den Hauptgrat zum Gipfel. (Pict. 11) Nun folgt man dem messerscharfen Grat für etwa 50m, dann über den etwa 45° steilen Hang neben der Wechte für etwa 80 Meter hinauf (Lawinengefahr!) (Pict.11). Man erreicht so flachere Hänge (20-35°). Über mehrere Vorgipfel erreicht man den Fuß des Hauptgipfels. Nun rechtsquerend aufsteigen, über die Gipfelspalte und nun über Schneehänge noch etwa 150m zum Gipfel (Pict. 11).
 

Pict.11: Blick vom Sattel zum Gipfel
 
Man folgt dem gleichen Weg hinunter, bis man die kleine Scharte erreicht. Nun in Falllinie über 50-55° steile Hänge hinab. Wir haben hier auch an Schneeankern abgeseilt. Man erreicht die große Spalte, wir haben hier abgeseilt. Man sollte versuchen, eine möglichst niedrige Stelle zu finden, an einigen Stellen dürfte die Spalte etwa 50m hoch sein (Pict. 9). Wir haben an Deadman-Schneeankern abgeseilt. Nun folgt man weiter dem Aufstiegsweg.
 
VIII Zeiten
Wir sind bereits gut vorakklimatisiert zum Kun gekommen. Für die Besteigung sollten in diesem Fall etwa 15 Tage einkalkuliert werden. Wir haben den Gipfel in zwei Etappen bestiegen. Erster Teil war der Aufbau des Lager 1, Fixieren des Wegs zum Plateau und Einrichten eines Depots. Zweiter Teil war dann die Gipfelbesteigung und der Abbau der Lagerkette.
Alle Zeiten wurden mit schwerem Gepäck gemessen:
·         Gulmatonga – Base Camp à~6h
·         Base Camp – Cairn (View Point) à~2h
·         Cairn – Camp 1 à~7h
·         Camp 1 – Rand des Schneeplateau à~5h (mit Einrichten des Fixseils ~9h)
·         Rand des Schneeplateau – vorgeschobenes Camp 2 à~1.5h
·         vorgeschobenes Camp 2 – Camp 3 à~2h
·         Camp 3 – Sattel à~3h
·         Sattel – Eispilz à~6h
·         Eispilz – Gipfel à~4h
·         Gipfel – vorgeschobenes Camp 2 à~5h
Wir haben unsere Etappen jeweils mit Sonnenaufgang begonnen. Für den Gipfel starteten wir um 03.00 Uhr und erreichten den Gipfel um 18.30 Uhr. Das Lager erreichten wir wieder um 23.30 Uhr.
 
IX Wetter
Der Kun wird zwischen Anfang Juli und Anfang September bestiegen. Die beste Zeit ist Anfang August.
Wir hatten meist sehr gutes Wetter, es gab nur einen Tag mit viel Niederschlag. Üblicherweise ist es am Morgen immer klar. Zu Mittag ziehen Wolken auf, die den Gipfel sowie den Weg zum Lager 2 in Nebel hüllen. Dieser Nebel löst sich am Abend vor dem Sonnenuntergang wieder auf. Im Basecamp gibt es vom späten Vormittag bis zum Abend immer kräftigen Wind. Der Wind am Kun war sehr gering. Die Temperaturen in Camp 2 sanken auf etwa -20° in der Nacht.
Die Schneeauflage auf den Gletschern ist während unserer Zeit am Berg deutlich zurückgegangen. Einige Expeditionen kommen früh in der Saison, um viel Schnee und wenige Spalten zu haben. Andere kommen spät, um blankes Eis bis Lager 1 vorzufinden. Wetterbedingt sollte eine Besteigung aber Anfang August erfolgen.
Wir hatten gemischte Schneeverhältnisse. An den steilen Stellen (unterm Lager 1, vom Leopardenlager bis zum Schneeplateau und am Gipfelgrat) hatten wir Blankeis mit wenigen Zentimetern Schneeauflage. Steigeisen waren auf der gesamten Route obligatorisch. Zum Sichern wurden hier Eisschrauben und Eissanduhren verwendet. Am Shafat- und Fariabadgletscher sowie am Schneeplateau fanden wir guten Altschnee vom Winter. In der Nacht fror dieser Schnee stets gut durch. Auch am Nachmittag hatten wir wegen der guten Markierung der Route keine Probleme.
 
X Ausrüstung
Die meiste Ausrüstung sollte von zu Hause mitgebracht werden. Unsere lokale Agentur stellte uns Fixseile und Gas zu Verfügung. Alles andere wurde von uns mitgebracht:
 
·         400 Meter Fixseil (ist genug um bis zum Schneeplateau alle steilen Stellen zu fixieren. Für den Gipfelgrat sind weitere 800m erforderlich). Es gibt zwei Arten von Fixseilen:
o   Normale Statikseile wie sie auch bei uns erhältlich sind
o   8mm Plastikseile aus Korea, sie können zwar nicht zum Sichern, wohl aber zum Abseilen und Fixieren verwendet werden. Sie sind deutlich leichter!
·         20 Eisschrauben
·         15 Deadman Schneeanker
·         2x50m Halbseile
·         4 Zelte, 2 größere für Camp 1 und 2 Leichtzelte (Exped Polaris) für Hochlager
·         40 Gas (25 wären bei Verwendung eines MSR Reactor genug gewesen)
·         40 Mahlzeiten (10 Tage in Hochlagern für jeden)
·         2 Eisgeräte (nur für Vorsteiger)
·         1 Eispickel/Person
·         2 MSR Reactor Kocher
·         300 Fähnchen
·         GPS, Satellitentelefon, 2 Funkgeräte (CB-System)
·         Die gesamte Basislagerausrüstung kam von der lokalen Agentur
 
XI Weitere Informationen
·         GPS-Geräte sind in Jammu & Kashmir nicht erlaubt. Die meisten Bergsteiger bringen trotzdem eines mit, das sollten aber weder IMF, Polizei noch der LO wissen. Das GPS hat uns an vielen Stellen sehr geholfen, die meisten großen Spalten ändern ihre Lage nicht.
·         Auch Satellitentelefone sind verboten. Die meisten Expeditionen bringen ein Thuraya-Telefon, dieses funktioniert in allen Lagern. Auch davon sollte niemand erfahren. Das Gerät sollte während der Reise gut versteckt transportiert werden. Neben Polizei- oder Militärstationen sollte das Telefon nicht verwendet werden, da es hier Überwachung geben könnte.
·         Es gibt mehrere alte Karten vom Kun. Die meisten sind aber sehr schlecht. Wir haben drei Karten verwendet:
o   US army map service 1:250k http://loadmap.net/en
o   Russian army maps 1:200k & 1:100k http://loadmap.net/en
o   Bing Maps satellite image http://www.bing.com/maps/
Aber Achtung, die Karten haben einige grobe Fehler. Zum Beispiel wurden Kun und Pinnacle vertauscht. Auch der Gletscherstand ist falsch. Das Satellitenbild kann sehr hilfreich beim Finden des Wegs durch die Gletscherspaltenzonen sein. Besonders zwischen Lager 1 und dem Schneeplateau. Es gibt auch Karten der inidischen Armee (Survey of India), diese sind zur Zeit aber nicht erhältlich.

Weitere Informationen, GPS-Koordinaten, Wegpunkte und Tracks sowie Karten können gerne bei Expeditionsleiter Matthias Pilz angefordert werden

Der vollständige Expeditionsbericht (auch in englischer Sprache) kann hier heruntergeladen werden


Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz

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Geodaten
 22076.gpx Etappe1_Gulmatonga-Basecamp # Achtung: bei allen Tracks wurden Punkte entfernt bzw. hinzugefügt. Die Zeitachse der Tracks stimmt daher nicht. Grund dafür ist, dass einzelne Teilstücke mit unterschiedlichen Geräten aufgezeichnet wurden!
 22077.gpx Etappe2_Basecamp-Hasenlager
 22078.gpx Etappe3_Hasenlager-Camp2
 22079.gpx Etappe4_Camp2-Gipfel

Galerie


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Kommentare (2)


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Erwin123 hat gesagt: Hallo, Ihr Drei.
Gesendet am 23. Oktober 2014 um 10:56
Gratuliere zum Erfolg, das habt Ihr echt verdient.

lg, Erwin

@Matthias: Toller Bericht.

Andy84 Pro hat gesagt:
Gesendet am 18. September 2015 um 11:23
Klasse Tour und toller Bericht.
Glückwunsch zum 7000er. Ist schon eine magische Zahl.
VG Andy


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