Klettern am Grossen Mythen


Publiziert von Delta Pro , 16. Mai 2006 um 19:11.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:15 Mai 2006
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: V (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Mythengruppe   CH-SZ 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 970 m
Abstieg: 970 m

Eindrückliche Kletter- / Kraxeltour auf den Grossen Mythen. Wir begehen einsame und fast schon vergessene Pfade in der wilden Südflanke des Touristenberges. 

Anmarsch von Brunni über die Holzegg an den Fuss des Adlerspitzli Südgrates in gut anderthalb Stunden. Am Schluss durch Geröll und steilere Wiesenhänge auf verwaschenen Pfadspuren (T4). Die Kletterei am S-Grat des Adlerspitzlis ist genussreich und einfach (III), der Fels bestens, die Absicherung gut. Herrlich ausgesetzte Route mit grandiosen Tiefblicken auf die Seen und Schwyz.

Kurzer Abstieg nach dem Adlerspitzli (II) und Querung durch die SW-Wand des Geissstocks (2 Stahlseile, Pfadspuren, recht ausgesetztes Grasband). Leider finden wir die angestrebte Route nicht und enden somit am Fuss des "Gelben Weges". 1. SL: gebohrter Standplatz, Gras und nur wenig Fels, 2. SL: mehrere Haken unterschiedlicher Qualität mit Schlüsselstelle V, noch mit den Bergschuhen kletterbar (macht Sinn, denn es gibt noch immer viele Rasenpolstertritte ;-) ), 3. SL.: Klettern? Nein, eine botanische Exkursion in steilstem Gelände ;-)

Über steile Grashänge auf Gemsenpfaden auf den Geissstock und dann auf einem neu marierten Weg über die wunderschöne, stille Mythenmatt auf die Westschulter des Grossen Mythen (T4). An anderen Lebewesen sind nur Gemsen zu sehen. Dann in einfacher, aber luftig schöner Kraxelei über das Rotgrätli auf den Gipfel (T5).  


Tourengänger: Delta, Alpin_Rise

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Kommentare (5)


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Alpin_Rise Pro hat gesagt: Gute Beschreibung
Gesendet am 16. Mai 2006 um 21:48
Danke für die treffende Doku, war ein herrlicher Tag. Bis bald wieder an der anderen seite des Mythen!

omiT hat gesagt: Mein Lapsus
Gesendet am 31. Mai 2010 um 16:23
Bei wolkigem Wetter hatten wir extrem Mühe, den Einstieg zu finden. Schliesslich landeten wir bei einem Bohrhaken ganz exakt südlich des Adlerspitzlis und nicht so wie die richtige Route, die eigentlich nicht über den Südgrat, sondern über den Südsüdostgrat führt. Das durchschaute ich aber erst sehr viel später. Jedenfalls führten uns diese Bohrhaken zuerst in einfachem Gelände aufwärts. Plötzlich kam es aber knüppeldick. Das war kein 3b mehr, nein es musste mindetens 5b mit Gras sein. Alles lose und plötzlich keine Bohrhaken mehr. Dummerweise hatte ich keinen einzigen Friend dabei, weil ich ja gedacht habe, dass ich bei 3b nichts brauche. Dann ein Geröllfeld zum Gehen. Stand an Krüppelbäumen mit Schlingen. Zwischendurch wieder vereinzelt einige einsame Haken (Rostgurken und wenige frische Bohrhaken). Es waren auch keine 5 Seillängen sondern etwa 11, die über den Südsüdwestgrat führten. Ganz zum Schluss genau im Süden des Gipfelkreuzes führten mich drei Bohrhaken und eine Gamelle wieder in die Irre. Plötzlich keine Haken mehr nur noch senkrechte Wackelsteine. Diese Seillänge gehörte zum Schrecklichsten, was ich in meinem Kletterleben bisher erlebt habe. Irgendwie konnte ich mich am Ende am Gipfelkreuz befestigen. Bei der Abseilerei gerieten wir dann noch in ein Gewitter. Ich habe meiner Frau und meinen Kindern einen gemütlichen kleinen Kletterspaziergang in 3b versprochen. Tatsächlich war es ein Albtraum mit ständigem Steinschlag, unfertigen Bohrhakenreihen, Bröckelgriffen und Standplätzen an Krüppelvergetation. Reines Antiplaisir. Schande über mein Haupt. Was war das nur für eine Route?

Alpin_Rise Pro hat gesagt: RE:Mein Lapsus
Gesendet am 1. Juni 2010 um 15:36
Keine Ahnung, der Mythen ist nicht sehr gut dokumentiert in meiner Bibliothek...
Schön, dass ihr heil runter gekommen seid. Statt abseilen ists wahrsch. effektiver, das Band nach Zwüschet Mythen rauszulaufen?
G, Rise

mde hat gesagt: RE:Mein Lapsus
Gesendet am 2. Juni 2010 um 07:46
Wenn Ihr die richtige Querung durch die Mythen SE-Flanke gewählt habt, unter der Geissstock SE-Wand hindurch, so ist der Einstieg zum Adlerspitzli S-Grat fast nicht zu verfehlen. Es führen deutliche Wegspuren dorthin, und der Einstieg ist auf einer markanten Schulter, von welcher man in eine ungängige Wand hinausqueren würde. Der logische Weg führt dort eindeutig dem Grat entlang hoch.

Ich vermute mal, ihr seid viel zu weit unten eingestiegen, d.h. wirklich am Sockel der Felsen und so in die historische Adlerspitzli W-Wand gelangt? Das ist gemäss SAC-Führer die einzige Route, welche ebenfalls noch auf den Gipfel des Adlerspitzli führt. Schwierigkeit 4-5, Wandhöhe 250m, ungebräuchlich, Fels nicht überall zuverlässig, Anderrüthi/Luna, 1968. Verwundert mich nur fast ein bisschen, dass dort Bohrhaken stecken...

omiT hat gesagt: RE:Mein Lapsus
Gesendet am 2. Juni 2010 um 08:58
Ja, wir sind ganz am Sockel der Felsen eingestiegen, nachdem wir im steilen Wald unterhalb des Geissstocks gesucht haben und nicht bis zu den Pfadspuren vorgedrungen sind. Die Sicht war leider schlecht. Ich glaube aber nicht, dass wir wirklich in der Westwand waren, vielleicht auf der letzten Seillänge.
Noch zum Abstieg: 5m westlich des Gipfelkreuzes gibt es einen Ring, den man für den kurzen Abstieg zur Scharte verwenden kann. Auch in der Scharte findet sich eine Sicherungsmöglichkeit. Im SAC-Führer steht, dass man nach der Scharte 10m zum ersten Abseilstand abklettern muss und dann eine 20m und eine 40m Abseilstelle folgen würden. Nach den 40m würde man sich immer noch in relativ steilem Gelände befinden. Es gibt jetzt noch einen Abseilstand mehr, ca 25m unterhalb. Ob es mit einem 50m-Einfachseil reichen würde, kann ich nicht sagen. Nach weiteren ca. 40m ist man dann knapp oberhalb der Pfadspuren, die einem zum Einstieg leiten würden und die entlang der Geissstockostwand führen. In der ganzen Abseilrunse liegt einiges loses Material, allerdings meist eher kleine Steine, die man beim Seilabziehen auslösen kann.


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