Basodino Überschreitung als herrliche Biwaktour


Publiziert von TeamMoomin , 2. September 2014 um 22:52.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:16 August 2014
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   I   Gruppo Basodino   Gruppo Pizzo Solögna   Gruppo Pizzo Castello   Gruppo Cristallina   Gruppo Pizzo San Giacomo 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2380 m
Abstieg: 1400 m

Diesen Sommer sind die Wochenende mit gut Wetter ja eher rar gewesen umso mehr freute es mich als sich im Tessin ein solches ankündigte und ich auch noch am Wochenende nicht arbeiten musste, das Ziel war auch schnell gefunden stand es doch schon sehr lange auf meiner Wunschliste.....

Mit dem erstmöglichen Zug gings von Basel mit Bahn und Postauto nach San Carlo wo ich dann auch um 10.20Uhr eintraf. Von hier aus gings, ideal zum Warmlaufen, im ZickZack zuerst mal im Wald gemütlich empor. Die ersten 500Höhenmeter gehts durch einen schönen lichten Wald was den Vorteil hat dass man nicht zusehr von der Sonne ins Schwitzen kommt, bevor es dann bei P1495 auf eine Lichtung geht. Dort steht eine kleine Private Siedlung und dann gehts anschliessend an einem Miniwasserfall vorbei und von da an durch mehr oder weniger dichtes  Buschwerk bis man zur Alp bei P1915 angelangt.

Nun ghets nur noch wenige Meter weiter bevor das erste Highlight der Tour wartet, die Schwemmebene vor dem Refugio Piano delle Creste. Man fühlt sich wie in eine andere Welt versetzt und bekommt gleich Lust hier sein Zelt aufzuschlagen und zu verweilen, wirklich ein besonderes Ort!

Beim Refugio gönnte ich mir dann ein grosses Rivella und genoss mene erste Pause. Die Familie, welche die Hütte bewartet war sehr nett und sah auch grosszügig über meine miserablen Versuche hinweg italienisch zu sprechen ;-)

Anschliessend gehts eher zügig und teilweise etwas steiler dem Tamierpass entgegen wobei man ca ab P2446 dann in eine wahre Mondlandschaft eintaucht, inklusiver kleiner Schmelzseen und Restschneefelder.

Und dann stehe ich auf dem Windumtosstend Tamierpass und habe eine tolle Aussicht nach Italien runter, der Horizont ist leider von viel mehr Wolken verschleiert als erwartet.

Gemütlich richte ich mich neben dem Passsteinman in einer schon schön eingerichteten Biwakstelle ein und koche mir erst mal mein Nachtessen, Polenta mit Sugo und Käse :-)

Danach geniesse ich einfach wieder mal die Ruhe und Einsamkeit der Natur und lasse meine Gedanken kreisen und fliegen, solche Momente sind wahres Seelenfutter und ich möchte Sie nicht missen.

Als die Sonne untergeht wird es schlagartig frsch und auch der Wind trägt dazu bei dass ich mich relativ schnell danach in meinen gemütlichen Biwaksack verkrieche.

In der Nacht werde ich mehrmals von einer Maus geweckt die immer wieder um meinen Biwaksack schleicht, einmal sah ich sie gerade noch im Schein der Stirnlampe, und wohl einen Eingang sucht um an mein Frühstück zu gelangen ;-)
Dies hat den Vorteil da ich dann schon mal wach bin, dass ich den herrlichen Sternenhimmel den wir ja in der Grossstadt gar nicht mehr kennen wieder mal bestaunen/geniesse darf.

Als sich das erste Morgenrot am Horizont abzeichnet stehe ich gemütlich auf esse mein Frühstück und packe meine sieben Sachen während es hell wird. Gerade als ich mich auf den Weg gemacht habe kommt die Sonne über den Horizont udn ich kann diesen herrlichen Moment in absoluter Ruhe geniessen.

Zuerst gehts nun im Schotter alles empor auf den Grat, welchen ich nciht direkt vom Tamierpass aus begehe da mir diese Variante relativ ungünstig erscheint, bzw. in einer Kurve nach rechts auf diesen zu.

Oben angekommen tut sich auf der anderen Seite ein gewaltiges Panorama mit den ganzen Walliser und Berner 4000er auf, herrlich!

Nun folgt man in schöner Blockkletterei dem Grat und gelangt so ohne grössere Hindernisse bald aufs Tamierhorn (T5). Hier verweile ich nur kurz da ich gerade so richtig in einem Krazelflow bin den ich diesen Sommer doch ziemlich arg vermisst habe.

Der Abstieg zum Passo d`Antabia kann man etwas einfacher haben indem man sich links vom Grat hält oder man geht direkt über den Grat, was ich machte da ich gerade so in einem totalen Kraxelglück war (T5+ bis ganz kurze Stellen T6-).

Vom Pass gehts nun wieder einfacher zum Südgipfel des Basodino empor, an der Gratkante entlang hats sogar eine Trampelspur der man folgen kann. Auf dem Südgipfel angekommen folgt nun das eigentlich Schmankerl, ein sehr luftiger aber gutgriffiger Grat direkt zum Hauptgipfel des Basodinos.

Arg luftige Stellen lassen sich teilweise auch in der rechten Flanke umgehen, auch eine kurze griffärmere Wandstelle direkt unter dem Gipfel ( siehe Fotos ).

Und schon steht man auf dem Basodino und hat wahrlich eine super Aussicht übers Tessin, die Walliser und Berner Alpen und vieles vieles mehr. Und ich hatte den Gipfel sogar ganz für mich alleine, erst etwa 20 minuten später kommen de ersten Seilschaften über dne Normalweg empor. Wirklich ein Geschenk solch ein Gipfel mit solch einer Aussicht ganz in Ruhe für sich geniessen zu können.

Nach meinem zweiten Frühstück entscheide ich mich es für heute gut sein zu lassen und über den Normalweg abzusteigen, ich hatte mir kurz überlegt noch weiter dem Grat bis zum Kastelhorn zu folgen wie es einst Zaza tat, aber die Wolken die nun langsam kommen lassen mich dies verwerfen.
(Ich bin manchmal froh heute nicht mehr so getrieben zu sein wie noch vor 2 Jahren, man macht zwar kleinere Schritte aber es ist mehr Genuss dabei, und an anderen Tagen verfluche ich es).

So steige ich gemütlich über den Ostgrat ab, lege Steigeisen udn Pickel an und laufe im Eiltempo über den Gletscher. Auf solch einem auch wenns ein spaltenarmer ist halte ich mich nicht gerne auf ohne Seilpartner. Danach gehts gemütlich über die Moräne und dann wieder dem Wanderweg folgend zum Lago del Zött.

Hier bade ich erst mal meine Füsse, welche mir diese Abkühlung danken, und laufe dann gemütlich zur Seilbahnstation bei Robièi.

Die Wartezeit im Tal afs Postauto versüsse ich mir dann noch mit einem grossen kalten Bier und so klingt eine wunderbare Tour aus, es gibt sie eben doch die Sonnentage auch in diesem Sommer ;-)

Fazit: Wer ein Biwak nicht scheut und das nötige Wissen/Können mitbringt kann diese Tour nur wärmstens empfohlen werden. Ein toller Grat mit anregender Kraxelei, eine bombastiche Aussicht und ein relativ wilder Ecken des Tessins machen diese Tour zum Genuss. Absolute Schwindelfreiheit ist aber besonders kurz vor dem Hauptgipfel aufgrund des ausgesetzten Grates Pflicht. Für weniger Schwindelfreie Berggänger ist der Basodino alleine über den Normalweg aber sicherlich auch eine sehr lohnende Tour!

Tourengänger: TeamMoomin


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Kommentare (6)


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Hitsch hat gesagt:
Gesendet am 3. September 2014 um 21:32
danke für die Inspiration....... tolle Tour

TeamMoomin hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. September 2014 um 19:20
Bitte wobei die Idee ja nicht auf meinem Mist gewachsen ist sondern eine verkürzte Variante von Zazas Gratüberschreitung zum Kastelhorn ist, also gebührt eigentlich im der Dank.

Lg Oli und Moomin

--- hat gesagt:
Gesendet am 5. September 2014 um 13:37
Gratulation! sehr schöne Tour! :-) mit eindrücklichgen Bildern. glg Ayla

TeamMoomin hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. September 2014 um 19:21
Danke Ayla, ja dies war wirklich eine der wenigen Schönwettertouren dieses Jahr, daher habe ich sie umso mehr genossen.
Schön das die Bilder gefallen.

Glg Oli und Moomin

Linard03 Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. September 2014 um 19:31
Hey Oli,

bin noch etwas am "nachlesen" von Berichten ...
coole Tour hast Du da gemacht! Dieser Gipfel steht auch noch auf meiner Liste ...

LG, Richard

TeamMoomin hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. September 2014 um 11:54
Hoi Richard, Danke fürs Lob, ja da kannst du dich wirklich auf einen ganz tollen Gipfel freuen der eine unglaubliche Aussicht bietet!

Lg Oli


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