Gross Spannort (3198m)


Publiziert von Bergamotte Pro , 26. August 2014 um 19:30.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:24 August 2014
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-OW 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2125 m
Abstieg: 2125 m
Unterkunftmöglichkeiten:Spannorthütte
Kartennummer:1191, 1211

Von fast überall in der Zentralschweiz geben die Spannörter ein beliebtes Fotosujet ab. Noch schöner als Fotografieren ist natürlich Besteigen. Wobei ich das Projekt nach dem kürzlichen Schneefall und der durchzogenen Wetterprognose fast schon aufgegeben hatte. Doch wie so oft kam auch am Gross Spannort unerwartet am schönsten.

Um 15:00 starten wir bei der Talstation der Fürenalpbahn. Für einen bescheidenen Obolus von 5.- könnte weiter bis zum Parkplatz nach Herrenrüti gefahren werden – genauso bescheiden aber die Zeitersparnis. Weit lohnender wäre das Alpentaxi bis Stäfeli. Item. So gwaggeln wir Surenental aufwärts und erfreuen uns des Wolkenspektakels am Schlossberg, bevors an die Vernichtung der 600Hm zur Spannorthütte (1956m) geht. An diesem Sonntag mit mässigen Wetteraussichten ist die Belegung erwartungsmässig gering, dafür die Bewirtung umso herzlicher. Fünf glatte Gersauer, allesamt angefressene Bergsteiger und bekennende Hikr-Fans, haben ebenfalls den Spannort im Visier, weshalb wir uns für den nächsten Tag kurzerhand zusammentun.

Die Orientierung stellt auf dieser Tour – mal abgesehen vom Schlussaufstieg über den Südgrat – keine Herausforderung dar. Auf wbw-Pfad erreicht man über endlose Schutthalden die Schlossberglücke (2624m), wobei ab 2450m der Neuschnee einsetzt. Für den kurzen Abstieg zum Anseilplatz wäre ein Fixseil vorhanden, doch rechts rum geht's noch einfacher. In gebührendem Abstand zum Gross Spannort (Steinschlag) ziehen wir zunächst südostwärts über den Gletscher, um zuletzt das Spannortjoch anzupeilen. Man geniesst dabei einen permanenten Blick auf Zwächten und Krönten.

Das Gros der Höhenmeter ist an dieser Stelle zwar vernichtet, doch der Schlussaufstieg über den Südgrat nimmt viel Zeit in Anspruch. Man findet hier eine Kombination aus Kletterstellen und schuttigem Gehgelände. Letzteres ist dank Schneeauflage erstaunlich angenehm zu gehen. Die anspruchsvollste Kletterei folgt gleich oberhalb vom Joch (III). Fixseile – etwas gar schlapp – helfen über den ersten, plattigen Teil hinweg, in der anschliessenden Schräge findet man wieder bessere Griffe. Die nächste, mittlere Kletterpassage übersteigt die II nicht und könnte auch gut frei begangen werden. Hier sind verschiedene Linien möglich. Wieder eindeutig und etwas anspruchsvoller (III-) verläuft die Route beim Schlussaufschwung, eine ca. 15m hohe Verschneidung. Über ein Schneefeld erreicht man anschliessend in wenigen Minuten den Gross Spannort (3198m). Angesichts der winterlichen Verhältnisse fällt die Gipfelpause eher kurz aus. Dennoch hat mich der heutige Tag wettermässig äusserst positiv überrascht: Die Wolkenfelder sorgen für schöne (Foto-)Stimmungen und immer wieder lacht uns auch die (milchige) Sonne ins Gesicht.

Nachdem wir die drei Kletterstellen abgeseilt haben, stehen wir wieder im Joch. Anmerkung: Die unterste, plattige Kletterstelle umgeht man im Abseilen durch eine Rinne, welche für wenige Meter kurz überhängend ist. Auf dem Rückweg in die Schlossberglücke dann der Beweis, weshalb Anseilen auf dem Glatt Firn unbedingt zu empfehlen ist: Der vorderste Mann bricht prompt hüfttief ein. Der lange Schlussabstieg ins Surenental schliesslich vermag bei niemandem Freudenschreie auslösen. Immerhin kann er durch eine Kuchenpause auf der Hütte zweigeteilt werden.

Herzlichen Dank an die Tourenpartner Armando, Angela, Fredy, Edwin, Stefan, Oscar


Zeiten
2:05  Spannorthütte
4:00  Gross Spannort
3:00  Spannorthütte

Tourengänger: Bergamotte, Mueri

Galerie


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