Bietschhorn, Nordgrat (von der Bietschhornhütte) - Westgrat


Publiziert von GRG , 21. August 2014 um 16:02.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:17 August 2014
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 14:00
Aufstieg: 1369 m
Abstieg: 1369 m
Strecke:Bietschhornhütte - Bietschjoch - Nordgrat - Bietschhorn - Westgrat - Bietschjoch - Bietschhornhütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit ÖV bis nach Ried oder Blatten im Lötschental und von dort zu Fuss in ca. 2.5h zur Hütte
Unterkunftmöglichkeiten:Bietschhornhütte - AAC

Im Sommer 2014 war es bekanntlicher Weise recht schwierig, ein schönes Wochenende für eine Hochtour zu finden. Trotz dem vielen Neuschnee in den vergangenen Tagen wagten wir und am 16/17 August in Richtung Bietschhorn.

Am Sonntag um 3:00 Uhr wurde man zum Frühstück gerufen. Anschliessend starteten wir mit einer gemütlichen Einwärmtour immer den weissen Markierungen folgend aufs Bietschjoch (P. 3174m). Dort montierten wir die Steigeisen und seilten uns an. Nun traversierten wir hinter dem Schafberg und südlich vom P. 3210m durch, bis wir auf den Nestgletscher gelangten. Den Nestgletscher traversierten wir immer leicht ansteigend Richtung Felswand unterhalb vom P. 3521m. Kurz vor den Felsen konnten wir den Bergschrund (ganz auf der linken Seite) ohne Probleme überqueren und gelangten an den Fuss der etwas brüchigen Felswand. Diese S-Flanke des Grates, welcher vom kleinen Nesthorn Richtung P. 3706 zieht stiegen wir immer etwas rechtshaltend über Felsbänder und kleine Couloirs hoch. Irgendwann erreichten wir diesen Seitengrat und folgten ihm hoch, bis wir kurz vor dem P. 3702m noch mals nach rechts in die S-Flanke auswichen, wo wir über ein Schneefeld den Hauptgrat bei P. 3702m erreichten. Über diese S-Flanke hoch gibt es mehrere Routenmöglichkeiten, wobei sie wahrscheinlich auch vom Schnee abhängen. Es ist jedoch recht übersichtlich und einfach zu finden.

Ab dem P. 3702m Stiegen wir nun den eigentlichen N-Grat hoch, welcher meist von der Baltschiederklause her gemacht wird. Zuerst ging es noch einen kurzen Bianco-Grat hoch, wobei der Schnee recht schlecht zusammenhielt und man sehr vorsichtig aufsteigen musste. Anschliessend einige Türme, von welchen 2 mit Bh ausgestattet sind. Der eine ist sogar im IV Grad, die restlichen im II oder III. Da wir alles mit Steigeisen klettern mussten und der Fels meist noch von Schnee zu säubern war, war dies doch noch etwas anspruchsvoll. Danach erreichten wir endlich den Talgipfel. Von dort ging es dann noch 15 min. über den Grat zum Hauptgipfel. Insgesamt brauchten wir ca. 8h für den Aufstieg was laut Führer mit 6-8h doch noch im Zeitplan lag.

Für den Abstieg wählten wir den Westgrat, welchen wir etwas unterschätzt haben. Zum Einen waren etwa 10 Seilschaften vor uns am Absteigen, was vor allem Bei der Abseilstelle vom roten Turm zu Stau führte. Auf der anderen Seite war es unsere erste Hochtour in dieser Saison, was wir dann auch bald einmal in unseren Beinen zu spüren bekamen. Die Länge des Westgrates täuscht recht stark, wenn man von oben schaut. Es kommen immer weitere Türme zum Vorschein, welche vorher noch hinter einem anderen Turm versteckt waren. Da der Westgrat schon im Auf- und Abstieg auf Hikr gut beschrieben ist, lasse ich hier einen ausführlichen Bericht aus. Gegen Ende des Grates begann dann meine Lunge immer mehr zu stechen, weshalb wir recht langsam wurden. Somit kamen wir erst um 20:00 Uhr zurück in die Bietschhornhütte. Wir haben uns dann entschlossen, eine weitere Nacht zu bleiben, da ich gar nicht mehr fit war. Am nächsten Tag stieg ich dann mit Müh und Not ab, wobei ich immer möglichst flach atmete. Am Nachmittag hörte ich dann die Diagnose vom Hausarzt: Eine Lungenentzündung. Ich hätte die jedoch schon vor der Tour aufgelesen und die Anstrengung und kalte Luft war dann nur noch der Auslöser. 

Alles in Allem war es eine sehr schöne Tour, mit super Wetter. Leider war der Abschluss etwas mühsam aber auch den habe ich überlebt.

Tourengänger: GRG


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