Bietschhorn 3934m von Nord nach West


Publiziert von alpinos , 4. November 2014 um 21:40.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:19 Juli 2014
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 2400 m

Traumhaftes Bergerlebnis auf einem großartigen Berg

Endlich war er gekommen, der Tag auf den wir schon lange gewartet hatten und der uns auf dem Gipfel des Bietschhorns sehen sollte. Am Vorabend war die Aufregung doch zu spüren und etwas nervös mampften wir das leicht verkochte Risotto in den, wegen der *Tour auf das Nesthorn nach Nahrung verlangenden Körper. Trotz allgemeiner Unruhe verbrachten wir eine angenehme, jedoch sehr kurze Nacht.



Um 3 Uhr starteten wir von der Baltschiederklause (2783 m) in die wieder sternklare Nacht und liefen, den Markierungen folgend, Richtung Westen auf den Baltschiedergletscher. Die Gletscherausrüstung wurde montiert und über festen Trittschnee stiegen wir bergan. Wir hielten uns zunächst den Spuren zum Breitlauihorn folgend etwas zu weit rechts und querten anschließend - längs der jedoch mit guten Trittschnee bedeckten Spalten - wieder nach links hinüber zur Aufstiegspur zum Baltschiederjoch. Respekteinflößend türmte sich die Ostwand des Bietschhorns über uns auf.

Vom Joch erklommen wir in angenehmem Trittschnee, der nur ein zwei, drei Stellen von etwas eisigen Stellen unterbrochen war, die Flanke hinauf zu P. 3477. In zunächst recht tiefem Schnee, später über exzellenten Firn stiegen wir hinauf zu P. 3706 und über den, in das erste Sonnenlicht getauchten Firngrat zu den ersten Felsen. Die Kletterei über die Felsen und Zacken im Morgenlicht war ein herrliches Erlebnis. Das meiste kletterten wir am kurzen bis halb-langen Seil, nur die beiden Türme im 4. Grat sicherten wir. Die paar Haken an diesen Türmen sind recht alpin gesetzt, entschärfen die Schwierigkeit aber dennoch. Insgesamt erleichterte der Firn an machen Stellen das Steigen deutlich. Schließlich erreichten wir den höchsten Punkt des Bietschhorns (3934 m, 7:35 Uhr, ca. 4h15min Gehzeit).

Wie herrlich! Wir genossen des Gipfelerfolg, die wunderbare Morgenstimmung und die eindrückliche Berglandschaft. Verträumt blickten wir hinüber zur Blümlisalp, die uns erst vor kurzem eine ebenso herrliche Tour geschenkt hatte...

Aber man muss ja auch wieder runter... wir hatten uns den Westgrat als Abstiegsvariante ausgesucht. Die ersten Meter vom Verbindungspunkt mit dem Nordgrat waren mit lockerer Schneeauflage nicht ganz trivial, einige Stellen sehr ausgesetzt und nur spärlich abzusichern. Erst weiter unten erleichterten Sauschwänzli das Sichern. Aber es zog sich in die Länge... ein Absatz folgte auf den nächsten, einfache Passagen am kurzen Seil wechselten mit schwierigeren Klettereien. In der Südflanke, in die man an zwei Stellen ausweichen musste, lag bereits durch die Sonne aufgeweichter Schnee, der etwas heikel zu begehen war. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, erreichten wir P. 3408 und konnte auf den Bietschgletscher und P. 3210 absteigen.

Nach kurzer Verschnaufpause liefen wir hinüber zum Bietschjoch (3174 m) und stiegen durch viel, viel Schotter und einigen matschigen Schnee mühsam hinab zur Bietschhornhütte (2565 m). Eine kühle Rivella sorgte für Erfrischung bevor wir steil hinab nach Blatten (1540 m) stiegen, wo die nächste Erfrischung auf uns wartete.



Was für eine Tour! Im Aufstieg haben wir jede Minute auf dem Nordgrat genossen. Die erste Stunde auf dem Westgrat war ebenfalls recht abwechslungsreich, dann zog sich das ganze doch in die Länge. Den Abstieg von Bietschjoch zur Bietschhornhütte haben wir bereits wieder aus unserer Erinnerung gestrichen, so dass nur schöne Erinnerungen an ein wunderbares Bergerlebnis zurückbleiben. Und die Vorfreude auf eine weitere Besteigungsvariante...

Tourengänger: alpinos

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