Gaulihütte


Publiziert von Puksel , 6. August 2014 um 14:42.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum: 4 August 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 2 Tage 12:30
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Parkplatz Urbachtal - Schrätteren - Punkt 1850 - Mattalpsee - Gaulihütte - rechten Mattalpseeroute - Wasserfällen - Mattalpsee - Punkt 1850 - Schrätteren - Parkplatz Urbachtal
Zufahrt zum Ausgangspunkt:innertkirchen mit dem Auto oder Taxi ins Urbachtal bis zum Parkplatz

Eine 2 Tagestour zur Gaulihütte.
Am ersten Tag steigen wir vom Parkplatz durchs Urbachtal hoch; zuerst sanft durch saftige Wiesen, dann mit einem ersten steilen Aufstieg von etwa 300 Höhenmeter durch ein steiniges und wurzeliges Lerchenwald. Dann kommt man wieder auf Wiesen (Schrätteren) und an einige kleine Hütten vorbei, wo der Weg sich sanft hochschlingelt den Hang entlang. Wenn man rückblickt sieht man zum letzten mal die Engelhörner. Dann folgt die zweite steilere Aufstiegstufe, durch feuchtem hohen Grass, Sträucher und Felsbrocken.  Da es viel geregent hat die letzte paar Tage war an einigen Stellen der Weg ein wenig weggerutscht, aber doch gut begehbar. Eine Stelle hat noch einen Seil, aber dort braucht man das Seil eigentlich nicht.
Es ist „tüppig“ und wir schwitzen so richtig voran, aber die Bergwelt ist hier schon mal recht eindrucklich und wir geniessen mit ruhigem Schritt den Aufstieg in stiller und rauer Bergwelt. Es gibt nur wenig Wanderer hier. Noch ein paar Kurven auf einem steinigen, feuchten Weg und dann sind wir bei Punkt 1850, wo wir die Mattalpseeroute wählen, denn  die Hüttenwartin (Susanne) hat uns empfohlen nicht über Hohwang aufzusteigen da es wegen viel Regen sehr nass ist, und die Felsen auf dem Hohwang dementsprechend rutschig sein können. Bis Punkt 1850 ist der Weg als T2 einzustufen.
Jetzt lassen wir definitiv das untere Teil des Tals hinter uns, und es kommen neue Gipfel und Hänge in Sicht. Der Hangweg ist schmall und zuerst noch recht gemächlich. Nach etwa 10-15 Minuten kommt eine Steilstufe bergabwärts, ein wenig ausgesetzt, mit Seilen gesichtert. Diese Stelle ist von der Schwierigkeit T3 zu bezeichnen.
Der Weg geht danach lange am steilen Hang entlang, ist schmall aber gut begehbar und nirgendwo ausgesetzt. Langsam kommt der Mattalpseestaumauer in Sicht. Beim See kann man aus 2 Varianten wählen:  1) der Aufstieg direkt zu Hütte, oder 2) den „rechten Mattalpsee Route“ (von diesem Punkt aus gesehen, ist es den linken Ufer).
Wir wählen den direkten Weg zur Hütte, da das Wetter nicht all zu sicher ist, und wir möchten nicht voll verregnet in die Hütte ankommen. Der Weg zur Hütte ist ab hier noch etwa eine Stunde (der rechten Mattalpseeroute ist etwa 2 Stunden ab hier).  Der Weg ist sofort recht steil und steigt in zwei Etappen durch eine Art Coulloir hoch mit angenehmen Erhohlungsetappen dazwischen. Irgendwann sieht man dann schon mal die Fahne der Hütte, es ist nicht mehr weit!
Die Landschaft hier finde ich sehr schön, hochmorig, blumenreich, überall kleine Wässerchen, still mit prächtigen Aussichten auf den Gletschern hinten im Tal. Was für eine Welt! Überall laufen hier Schafe herum. Wir halten Ausschau nach Gemsen, aber wir sehen nur Schafe. Na ja, auch schön.
Nach 5,5 Stunden Aufstieg (inklusive 3 kurze Pausen) sind wir dann bei der Hütte.
Die Hütte ist nicht al zu gross, aber zum Glück für uns, nicht ausgebucht. Somit haben wir den Luxus ein ganzes Dachzimmer für uns zwei zu haben. Wow! Ein herrliches Panach löscht unser Durst und lässt uns den Nachmittag ausklingeln mit Blick auf Gipfel, Gletscher, Schafe und – leider – aufkommende Wolken. Zum Abendessen gibt es Feines (Suppe, Auflauf von Gemüse und Kartoffel, Salat und Dessert) und …. einsetztender Regen. Der Regen rüttelt bis etwa 2 Uhr Morgens auf’s Dach,  hin und wieder begleitet von Blitz und Donner.
Am Morgen ist es bewölkt aber es hat eindlich aufgehört zu regnen.
Da es draussen verhangen ist, und die Wettervorhersage nicht viel Gutes verspricht, sehen wir ab von einem Aufstieg zum Gauligletscher-Aussichtspunkt. Nach einem gemütlichem zMorge, brechen wir auf zur Abstieg über die längere „rechten Mattalpseeroute“. Die Hüttenwartin hat uns empfohlen ein Abstecher zu den Wasserfällen zu machen.
Um halb 9 laufen wir los, und nach einer halbe Stunde bricht die Sonne durch. Der Weg geht gemächlich über felsige Grassmatten mit kleinen Bächli und grösseren Felsbrocken, und durch Schafherden hinunter. Nach etwa 45 Minuten kommt ein sehr steiler Felsbrock wo man mit Hilfe einer Kette sich irgendwie hinterunter manövrieren muss. Nicht so ganz einfach da der Fels flotschnass und glitschig ist vom Regen. Ich entscheide mich einfach abzusitzen und an der Kette runter zu rutschen ….. geht alles gut, die Hose tröcknet irgendwann schon wieder. Den Abstecher zu den Wasserfällen ist absolut zu empfehlen (etwa 25 Minuten ab Wegweiser), es ist ein eindrückliches Schauspiel. Die Übermengen an Wasser die dort runter kommen! Wir machen hier Pause, und lassen die Wasserkraft einfach mal auf uns einwirken, und können es richtig gut geniessen, denn der Himmel ist fast Wolkenfrei. So schön.
Sobald wir aufbrechen von dieser Rast ziehen wieder Wolken auf, und schon bald fängt es an zu tröpfeln. Eigentlich nicht genug für eine Regenjäcke, aber eigentlich zu viel für keine-Regenjacke…. es gibt hier viele Bäche zu überqueren. Wir blicken noch einmal zurück, die Hütte lässt sich grüssen. Schon bald sind wir wieder beim Mattalpsee und dann geht es dem gleichen Weg zurück runter ins Tal. Allerdings ist der Weg von heute nicht ganz gleich den Weg von gestern, denn das grösste Teil des Weges bis Schrätteren ist mehr oder weniger ein Flussbett geworden. Somit ist es nass und rutschig. Eine mühsame 800 Meter runter ….. Für die gesamte Strecke von der Hütte bis zum Parkplatz, inklusive Abstecher zu den Wasserfällen und ein paar kurze Pausen, brauchen wir 7 Stunden, denn wir haben keine Lust auf ausrutschen oder verknackste Fuss- oder Kniegelenke.
Trotz Regen, war es schön, und vielleicht an einem nächsten mal steigen wir doch noch hoch zum Gauligletscher um den Gletscher, den Gletschersee,  und den Dakota-Flieger zu erblicken. 

Tourengänger: Puksel

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