Hörnli-"Westwand"


Publiziert von Delta Pro , 13. Mai 2006 um 08:32.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum: 1 April 2006
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-ZH 
Zeitbedarf: 1:30
Aufstieg: 450 m
Abstieg: 450 m

Die Hörnli-"Westwand" ist zweifellos der schönste Weg auf den von unzähligen Zürcher Wanderern begangenen Berg, der bekannteste im Züri Oberland. Diese "Haus-Route" habe ich seit 2001 schon mindestens ein Dutzend mal begangen, bei verschiedensten Verhältnissen - es ist immer wieder schön!


Die Route durch die Hörnli-"Westwand" ist nicht so steil, wie es ihr Name vielleicht vermuten lassen würde. Sie beginnt tief unten in einer wilden und verlassenen Schlucht und führt in einem ersten Teil über einen ausgeprägten Sporn in der Westflanke des Hörnlis bergauf. Trittspuren von Gemsen (und mir?) weisen den Weg. Nach zwei Dritteln der Wandhöhe quert ein Wanderweg die Route. Von hier an wird es steiler und ausgesetzter. Die Route folgt aber immer noch dem Sporn, der einen Durchlass durch die senkrechten Nagelfluhabfälle kurz unter dem Gipfel vermittelt. In diesem Teil der Route müssen Griffe an Wurzeln und Bäumen gesucht werden. Die Schlüsselstelle schätze ich auf über >60° - man unterschätze es also nie, der Oberland! Am Schluss steigt man aus der Ruhe und Einsamkeit der Wand direkt unter dem Restaurant über das Geländer und gelangt in den Ausflügler-Rummel auf dem Gipfel.


Route: Von Lipperschwändi auf dem Fahrsträsschen gegen das Bärtobel. Wenn der Weg endet immer im Bachbett dem wilden Fluss folgen, bis sich dieser teilt, 30-45min. (Links und rechts verhindern Wasserfälle ein Weiterkommen im Bachbett.) Jetzt immer auf dem markanten Sporn, teilweise etwas ausgesetzt auf den Wanderweg, T4, 30-45min, teilweise Einsatz der Hände nötig. Nach dem Weh weiter auf dem steileren Sporn. Bald versperrt ein senkrechter Nagelfluhaufschwung den Weiterweg, Querung unter dem Wändchen nach rechts und steil zurück auf den schmalen Grat. Nach einem waagrechten Gratteil folgt die Schlüsselstelle, 20m, 5 davon sehr steil, mit etwas zweifelhaften Busch-Griffen. Danach ist der Sporn nur noch wenig ausgeprägt. Recht steil die teilweise etwas feuchte Flanke hinauf, sich an Wurzeln festhaltend. Kurz vor dem Gipfel weicht man mit Vorteil etwas nach rechts aus, um die Abfallhalde des Restaurants zu umgehen ;-), T5, bei heiklen Verh. auch T6.
 

In der Hörnli-"Westwand" gibt es noch verschiedene, andere Routen (im Bereich T5-T6, Gras und Busch bis 70°) vor allem auf den Spornen nördlich des Hauptaufstiegs. Auf Querungen zwischen den einzelnen Nagelfluhabsätzen im unteren Wandteil sind sehr reizvoll.


Im Züri Oberland lassen sich unzählige solcher einsamer, wilder Route finden, die nicht wirklich in eine alpine Kategorie gehören, aber trotzdem nicht zu unterschätzen sind. Das Naturerlebnis steht im Vordergrund. Nicht selten trifft man Gemsen und andere Wildtiere und hat die Gewissheit mitten im dicht besiedelten Kanton Zürich an wunderschönen Orten vorbei zu kommen, die noch kaum je ein menschliches Auge gesehen hat. 


Tourengänger: Delta

Galerie


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