Alphubel SO-Grat


Publiziert von alexelzach , 31. Juli 2014 um 00:05.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 6 Juli 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:12,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Ottafe, 2205 m: auf schmaler, steiler Straße von Täsch aus gut erreichbar
Unterkunftmöglichkeiten:Täschhütte - eigentlich kein Trinkwasser, ich hab's aber trotzdem getrunken ...
Kartennummer:1328 Randa

Samstagmorgen, 8 Uhr Abfahrt in Freiburg, eine gut gelaunte Truppe DAV'ler macht sich auf den Weg ins Wallis ... es ist großes geplant ... Alphubel, 4206m, heißt das Ziel ...

In Täsch angekommen geht's mit dem Auto die kleine Straße hinauf nach Ottafe, 2205m, wo man sogar kostenlos parken kann. Von hier sind die 500hm zur Täschhütte schnell geschafft (T2, 1:15h) und bereits kurz vor 14 Uhr sind wir am Tagesziel und können leider nicht die Aussicht auf Weiss- und Zinalrothorn geniesen, denn beide Bergriesen sind dick in Wolken gehüllt.

Was macht man nun mit so einem langen Nachmittag, richtig, noch etwas höher aufsteigen um z.B. die neuen Schuhe noch etwas besser einzulaufen oder auch an der Akklimatisation zu arbeiten. (Beides sollte eigentlich am Wochenende zuvor stattfinden, fiel dann aber leider dem unbeständigen und sehr regnerischen Sommerwetter zum Opfer.)
Zu dritt haben wir also den Weg für den nächsten Morgen erkundet und sind die 450hm bis zum kleinen See (P3162) aufgestiegen (T3, 1:05h) um dann nach insgesamt 2 Stunden erweitertem Einlaufen pünktlich zum Abendessen wieder auf der Hütte zu sein ... und nachdem wir alle aufgegessen hatten, gab's als Belohnung sogar noch blauen Himmel und erste Blicke auf berühmte 4000er ...

Sonntagmorgen 4 Uhr Frühstück,
wo es leider nicht für alle Müsli gab, denn die am Abend vorher gerichtete Milch ging aus ... und obwohl so gut wie alle Gäste um diese Zeit frühstückten, war niemand der Hüttenmannschaft zum Service da ... nicht gerade ideal ... aber gut, der sternenklare Himmel vor der Hütte tröstete darüber hinweg und um 4:30 Uhr ging's los mit dem Unternehmen Alphubel.

Zunächst im Licht der Strinlampen ging's wieder hinauf zum kleinen See, wo wir etwas oberhalb auf 3200m nach 1:30h einen ersten Stop machten um Steigeisen und Gurt anzulegen. Der Tag brach an und die aufgehende Sonne tauchte, die uns im Rücken liegenden Berge, allen voran Matterhorn und Zinalrothorn in leuchtendes rot ...

Die ersten Meter über den mit gutem Firn bedeckten Gletscherausläufer gingen wir frei, bevor wir uns vor der ersten Spaltenzone bei ca. 3440m anseilten. Bis zum Alphubeljoch geht es dann unschwierig immer den Gletscher hinauf, was sich auf den letzten flachen Metern unglaublich zieht.
Nach insgesamt 3:30h und 1100hm sammeln wir windgeschützt bei ein paar Felsen auf ca. 3800m nochmal Kraft für den Schlussanstieg über den Südostgrat.

Auf geht's die letzten Meter über den Grat, noch die steile Flanke hinauf und über das flache Gipfelplateau zum gefühlt höchsten Punkt. Das Gipfelkreuz ist nicht zu sehen und wohl noch komplett eingeschneit, und auch die Sicht ist gleich null, denn ein fiese Wolke hüllt gerade jetzt den Gipfel ein, aber egal, nach 1500hm und 5:20h, oben ist oben, 4206m !!!

Die steile Gipfelflanke (auch "Eisnase" genannt, da im Sommer wohl oft aper) lies sich übrigens bei gutem Firn und vorhandener Spur ohne wirkliche Probleme seilfrei gehen. Um alternativ zu sichern, sind nach meiner Erinnerung 2 Sicherungsstangen vorhanden, die aber nicht ausreichen, so dass man sich zusätzlich mit Rammpickel oder bei Ausaperung mit Eisschrauben behelfen muss.

Bei immer noch bescheidener Sicht, ordentlichem Wind und auch gefühlt immer tieferen Temperaturen machten wir uns nach doch recht langen 30min Gipfelrast wieder an den Abstieg. Um diesen schnell und sicher zu bewerkstelligen legten unsere Tourenleiter für das steile Stück Fixseile. Weiter ging es bei wieder etwas besseren Wetterbedingungen, aber dafür mit reichlich Einsinken, über Grat und Gletscher auf gleichem Weg zurück Richtung Täschhütte.
Und obwohl zwischendurch ziemlich dunkle Wolken aufzogen kamen wir trocken nach 9h zurück zur Hütte ... und auch weiter zu den Autos, sogar wieder mit etwas blauem Himmel ...

Tourengänger: alexelzach, kleibh

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