See Nr. 16: Silberensee: Pragelpass - Silberensee - Pragelpass


Publiziert von 6beiner , 20. Juli 2014 um 15:19.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:19 Juli 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Ortstockgruppe   CH-SZ   Östliche Sihltaler Alpen 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 650 m
Abstieg: 650 m
Strecke:12.5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Via Muotathal und Pragelpass

Vorwort - Wanderbericht - Fazit - Fotos

Vorwort

Bald stehen wieder ein paar Tage Ferien an. Für dieses Jahr bedeutet das, dass das Wetter schlechter wird. Ich tat mich beim Aufstehen noch schwer und die Versuchung war gross, einfach liegen zu bleiben. Zum Glück aber konnte ich die innere Schlafmütze besiegen, denn es wurde ein wunderschöner Tag. Also die Chance gepackt und an diesem mutmasslich schönwettrigen Samstag Rucksack und Hund gepackt, und ab in die Berge.
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Wanderbericht

Wir fuhren zeitig aber nicht früh in Richtung Schwyz und Muotathal. Momentan wird zwischen Ibach und Muotathal an der Strasse gebaut, so dass diese zu einem grossen Teil nur Einspurig befahrbar ist. Mehrere Ampeln stoppen die Fahrt, die Wartezeit hält sich aber arg in Grenzen. Der Weg zum Pragelpass ist gut ausgeschildert, jedoch braucht es so manchen Abbieger, bis der Anfang der Passstrasse erreicht ist. Diese erweist sich als schmal und relativ stark befahren, einerseits von Radfahrern, andererseits kreuzt immer mal wieder ein entgegenkommendes Fahrzeug.

Nach gut 20 Minuten ist die Passhöhe erreicht, welche an Samstagen und Sonntagen weitgehend auch Endstation für motorisierte Fahrzeuge bedeutet. Wir sind nicht die ersten und parkieren unsere Auto in Reihe mit den bereits früher aufgestandenen Fahrzeughaltern. Der Anfang des Wanderwegs ist unmittelbar gegenüber, und es dauert nur kurze Zeit, bis die letzten Geräusche der Zivilisation unhörbar sind und durch das Gebimmel von Kuhglocken abgelöst werden.

Der Weg zum Silberensee zieht sich hin und führt durch eine interessante, einerseits dicht bewachsene (und betörend duftende), andererseits durch silbergraue Felsen zerklüftete Region. Immer mal wieder erhascht man einen Blick auf die umliegenden Berge und Landschaft, um dann wieder links und rechts von verwaschenen Gesteinswänden eingekesselt zu werden. Der Weg birgt gewisse moderate Anstrengungen, welche aber ein gewisses Mass nie überschreiten. Da die Übersicht nie wirklich gegeben ist, weiss man nicht so genau, wo man sich gerade befindet, wie weit es nocht ist, was einen als nächstes erwartet.

Und so geschieht es, dass urplötzlich an einem der wenigen noch übriggebliebenen Schneefelder ein Gämse unsere Bewegungen erhascht und neugierig herüberblickt. Nach einigen Momenten ist klar, weshalb wir so dermassen unter Beobachtung stehen: Die Gämsmama ist nicht alleine unterwegs, sondern ihr Kitz kraxelt frech auf einem Felsen über ihr herum. Offenbar scheinen wir keine Gefahr darzustellen, denn Mama legt sich hin - nicht ohne uns weiterhin zu beobachten - während ihre Tochter weiter die umliegende Felswelt erkundet.

Nach dem Abarbeiten der Höhenmeter durch das Stein- und Vegetationslabyrinth eröfnnet sich uns nun der Blick auf die unvergleichliche Twärenenregion. Wie ein gigantischer Gletscher aus in der Sonne silbrig leuchtendem Gestein. So eine Karstlandschaft haben der kleine Hund und ich auf unseren Wanderungen noch nie vorgefunden, und staunend schweift mein Blick über die von Wind und Wetter ausgeschliffenen Felsen.

Es zieht uns weiter, und alsbald erreichen wir nun den Übergang Richtung Silbernenalp. Im Vergleich zu vor einer halben Stunde ist diese Gegend saftig grün, und Kühe und Pferde teilen sich das Gebiet als gigantisches Buffet. Und da liegt er nun, der Silberensee (nicht zu verwechseln mit dem Silbersee). Ahanu und ich kraxeln vom Weg, der etwas erhöht liegt, nach unten und bald erreichen wir das Ufer des Sees. Sanft plätschert das Wasser im Sonnenlicht, und sogar wilder Schnittlauch wächst dort (allerdings nicht ganz so intensiv im Geschmack wie sein Verwandter vom heimischen Balkon).

Da das Wetter besser und wärmer war als erwartet, wagt Herrchen einen Sprung ins kühle, erfrischende Nass. Der kleine Hund muss auch noch rein, allerdings nicht ganz freiwillig, und so schwimmt er jeweils schnurstraks ans naheliegende Ufer. Wir lassen uns in der Sonne trocknen und geniessen die Ruhe, welche nur durch das Gebimmel der Kuhglocken und ab und an einen Steinschlag in weiter Ferne "gestört" wird.

Irgendwann ist es an der Zeit, umzukehren. Während wir auf dem Hinweg bloss ein oder zwei Wanderern begegnet sind, so scheint die fortgeschrittene Zeit weitere Wanderer nur so auszuspucken und etliche machen sich auf den Weg, das Gebiet um Twärenen und Silberen zu erforschen. Durch den zerklüfteten, kurvigen Weg aber wähnt man sich dennoch fast alleine. Trotz der beinahe übertriebenen Wanderwegmarkierungen haben wir uns dann doch kurzzeitig vom Weg entfernt, der dann aber schnell wieder gefunden wurde. Bald erreichen wir den Pragelpass und machen uns glücklich und etwas erschöpft (das zieht sich dann doch alles ziemlich hin) auf den Heimweg.
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Fazit

Eine wunderschöne Wanderung in einem (für mich bis jetzt) einzigartigen Gebiet. Hund ist zum ersten Mal in seinem Leben geschwommen (und fand es - wie nicht anders zu erwarten war - total doof) und wurde etwas gar oft fotografiert. Hier kommen wir bestimmt wieder her!
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Tourengänger: 6beiner


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