Schrankogel von der Amberger Hütte


Publiziert von Tuppie , 16. Juli 2014 um 08:51.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Tour Datum:22 Juli 1996
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1896 m
Abstieg: 1896 m

Kurz zur Vorgeschichte: 1996 unternahm ich als Geologiestudent eine Exkursion in die Alpen,die Amberger Hütte war unser Quartier für zwei Wochen. Unser Prof erlaubt denen, die nach zwei Wochen Latscherei im Gelände noch nicht müde genug waren, am letzten Tag einen "Ausflug" auf den Schrankogel. Der nachfolgende Bericht ist kurz nach der damaligen Exkursion geschrieben:

Um 8:20 Uhr verabschieden wir uns von Professor Förster, unserem Exkursionsleiter - er wird uns den Tag über mit dem Fernglas begleiten. Direkt vor der Hütte überqueren wir den Gletscherbach und wandern somit (in Wanderrichtung) am linken Bachufer entlang südwärts und queren hierbei die Westflanke des Schrankogels. Leicht ansteigend und angenehm zu gehen gewinnen wir an Höhe. Unsere achtköpfige Gruppe ist recht bunt zusammengewürfelt: neben "Bergfreaks" wie Andrea, Daniel und natürlich meiner Wenigkeit sind mit Annemarie auch Teilnehmer mit dabei, die an sich keine Lust auf einen anstrengenden Aufstieg haben. Die Aussicht lockt!

Auf etwa 2350 m stoßen wir auf die Seitenmoräne des Schwarzenbergferners, der sich aber schon viele Meter bergaufwärts zurückgezogen hat. Der Weg verläuft nun exakt auf der Ufermoräne, auf der man bequem an Höhe gewinnt. An einem kleinen See, dem Schwarzenbergsee (ungefähr auf 2640 m Höhe) verlassen wir die Moräne wieder und wenden uns, in schrofigem Gelände, der Südseite des Berges zu. Zeit für eine Pause!

Nachdem wir uns gestärkt haben steigen wir in nordwestlicher Richtung weiter zum Hohen Egg (2820 m), einer südlich vorgelagerten Schulter, wo das Gelände verflacht und viele Steinmänner zu finden sind. Ab hier verläuft die Route praktisch in Falllinie des Gipfels: der riesige Südwestrücken besteht aus einer gigantischen Ansammlung von großen Felsblöcken, durch die man sich einen geeigneten Weg bahnen muss - wenngleich es durchaus Wegmarkierungen gibt. War der Weg bis hier bequem zu gehen, wird es nun mühselig und erhöhte Aufmerksamkeit wird nötig. In diversen Quellen wird der weitere Aufstieg mit dem I. Grad bewertet.
Doch wir haben Glück: eine verschneite Rinne sich zieht praktisch bis zum Gipfelgrat hinauf, durch die sich hervorragend aufsteigen lässt. Recht steil zwar, aber dafür mit raschem Höhengewinn. Außerdem kann man hier einen gleichmäßigen Steigrhytmus finden. Um diese Tageszeit ist der Schnee gut begehbar und noch nicht aufgeweicht. So gewinnen wir in der Tat rasch an Höhe und haben über diese Rinne irgendwann die Gipfelregion erreicht. Irgendwo unterhalb des Gipfels entschließen sich Andrea und Annemarie, auf den Gipfel zu verzichten. Annemarie kann nicht mehr und Andrea (so glaube ich) ist dann bei Annemarie geblieben, damit sie nicht alleine hier oben auf uns warten muss. Schade, aber sicher klüger, als weiter aufzusteigen, wenn der Körper "nein" sagt. So warten die beiden hier, bis wir wieder vom Gipfel zurückkehren. Eine etwas längere Pause, aber die Sonne scheint und die Aussicht ist bereits hier fantastisch!

Über kombiniertes Block- und Firngelände nähern wir uns schließlich dem Gipfel. Kurz vor dem Ziel das Highlight des Aufstiegs: ein kurzer, waagerechter, aber sehr ausgesezter Gipfelgrat, zumal verfirnt. Dann, um 12:35 Uhr stehen wir ganz oben am herrlichen Gipfelkreuz der Sektion Amberg. Nach und nach erreichen die Gruppenmitglieder den Gipfel - Zeit für eine wohlverdiente Pause und jede Menge Fotos.

Das Panorama ist umwerfend: ungezählte Gipfel der Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen erschließen sich vor unseren Augen, doch noch weiter reicht der Blick: bis nach Südtirol hinein sind Gipfel auszumachen. Auch der Ortler und die benachbarte Königsspitze kann man von hier oben sehen, doch vereinzelte Wolken haben diesen Blick verhindert. Dafür können wir einen schönen Blick auf den Sulztalferner und den Nebelkogel genießen, den wir Tage zuvor bestiegen haben.

Nach ausführlicher Pause treten wir wieder den Abstieg an. Wir steigen über den Aufstiegsweg ab, können jedoch nicht mehr die Firnrinne nutzen, da diese inzwischen zu sehr aufgeweicht ist. Also müssen wir über das Blockwerk absteigen, was keine Probleme macht, aber umständlicher ist.
Während des Abstiegs "gabeln" wir wieder Annemarie auf, die auf uns gewartet hat. Gemeinsam steigen wir zur Hütte hinab, die wir gegen 17:20 Uhr, nach 9 Stunden, erreichen. Eine eindrucksvolle Bergtour liegt hinter uns!

Durchgangszeiten:
08:20 Uhr Amberger Hütte
12:35 Uhr Gipfel
17:20 Uhr Amberger Hütte

Tourengänger: Tuppie

Galerie


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