Galenstock 3586m Überschreitung SE-Grat/ N-Grat


Publiziert von Albrist , 9. Juli 2014 um 10:36.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:28 Juni 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: V- (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS 
Zeitbedarf: 13:00
Aufstieg: 1480 m
Abstieg: 1480 m
Strecke:Bielenstaffel - Sidelenhütte - Obere Bielenlücke - Galenstock SE- Grat - Galenstock 3586m.ü.M. - Galenstock Nordgrat - Tiefengletscher - Tiefenbach - Bielenstaffel
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Furkapass
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Tiefenbach
Kartennummer:1231 Urseren

Start um 04:00 in Bern. Um 06:00 Uhr Abmarsch richtung Sidelenhütte, nachdem wir unten am Sidelenbach parkiert hatten. Von der Sidelenhütte über den Sidelengletscher bis zur Oberen Bielenlücke. Es lag noch erstaunlich viel Schnee, so dass noch einiges an Spurarbeit nötig war. Dann problemlos über den Klettersteig aufgestiegen, inzwischen recht bewölkt. Über die Wechte bis zum Einstieg des SE-Grats. Die ersten Bohrhaken sind gut zu sehen, sodass man den Einstieg fast nicht verpassen kann. Dann gleichzeitig aufgestiegen bis vor die erste Schlüsselstelle (UIAA V-), dort über Standsicherung. Zuerst geht es ein wenig plattig bis unter einen kleinen steilen Aufschwung, der mit einem langen Zug überwunden werden kann. Absicherung dieser Seillänge sehr gut, alle 2-3m ein Bohrhaken. Nach dem Aufschwung kommt nochmals eine steile Stelle, die einem etwas abverlangt. Auch hier gute Absicherung. Anschliessend Seilpartner nachgekommen und wir sind wieder gemeinsam problemlos über das folgende einfachere Blockgelände aufgestiegen bis zur Gipfelwächte. Inzwischen alles in Wolken gehüllt, Sicht ca. 20 Meter. Zuerst mussten wir uns blind an der Gipfelwächte orientieren, fanden dann aber dezente Spuren vorheriger Begehungen, was die Orientierung wieder erleichterte. Aufstieg bis zum höchsten Punkt, wieder Spurarbeit nötig, mit teilweise kniehohem Einsinken. Plötzlich waren wir am Ausstieg des Nordgrats. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse stellten sich leider keine grossen Gipfelfreuden ein. Inzwischen waren wir ca. 6h unterwegs. Abstieg über Nordgrat anfangs problemlos, am Fels gute Orientierung möglich. Nach einigen Höhenetern muss jedoch für ca 200m eine Wächte gequert werden, um über ein recht schmales Band wieder in felsigeres Gelände zu kommen, was man sich bei diesen Sichtverhälntissen (white out) nicht wünscht. Denn inzwischen hatte sich das Wetter weiter verschlechtert. Plan B war wohl oder übel wieder auf den Gipfel aufzusteigen, den Spuren über die Gipfelwächte folgend zurück zum SE-Grat und über diesen Absteigen. Wir hatten uns schon mit dem Wideraufstieg abgefunden, als sich die Sicht für ca. 20 Minuten besserte, so konnten wir die Wächte queren und kamen wieder in felsigeres Gelände auf dem Norgrat. Weiterklettern auf dem Norgrat, es lag auch hier noch sehr viel Schnee. Schliesslich Abstieg über die Abstiegsrinne (oben gut erkennbar an Fixseil). Über kleinen Bergschrund auf den Tiefengletscher. Sicht ohne Fels wieder dürftig. Sicherheitshalber alles im oberen Gletscherbereich nach Süden richtung Obere Bielenlücke gequert, da hier die Topographie des Tiefengletschers einen einfacheren Abstieg verspricht. Schliesslich Abstieg nördlich des Strahlengrätlis orientierend bis zur Gletscherzunge. Doch, das war ein gutes Gefühl unten anzukommen. Nun mussten wir nur noch aus den Tal wandern, den Tiefenbach als ständingen Begleiter, bis wir wieder die Furkapassstrasse erreichten. Inzwischen strömender Regen. Da wir unser Auto in beim Sidelenbach parkiert hatten, mussten wir noch ca. 3km die Strasse hochlaufen. Inzwischen war es gegen 18:00 Uhr, das schlechte Wetter hatte auch was das Zeitmanagement betrifft deutliche Spuren hinterlassen. Anschliessend in Hotel Tiefenbach zum verdienten "Znachtessen"!

Im Nachhinein muss man sagen, war das Wetter zu unsicher, eine Umkehr in der Oberen Bielenlücke hätte die Konsequenz sein sollen. Solange wir auf dem Grat waren konnten wir uns gut orientieren. Das Problem war die Stelle des Nordgrats, wo für geschätzte 200 Meter eine Schneewechte gequert werden muss. Bei guter Sicht nicht der Rede wert, bei White-Out sieht das ganze anders aus, eine Orientierung ist schlagartig nicht mehr möglich, und das Gelände aufgrund der Überwächtung nicht ganz ungefährlich. So nah ist in den Bergen das Kontinuum "Sonntagsspaziergang" und "Achtung - Rückzug".

Fotos gibt es leider keine, wäre aber sowieso immer nur Nebel zu sehen ;)

Tourengänger: Albrist


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