Der Weg zum Paradies(li)


Publiziert von schalb , 23. Juni 2014 um 19:40.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:21 Juni 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:: Eisten, Haltestelle Ahorn, Unneri Galgera – Tirbja – Paradiesli – Hannigalp – Grächen.
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bus von Visp bis Eisten, Ahorn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:um 18:05 direkter Bus von Grächen nach Visp
Kartennummer:274, Visp

beginnt 1 Meter neben der Bushaltestelle Eisten-Ahorn.
Werden wir heute wieder ins Paradies(li) gelangen?

Von dort, vom Tirbelwang, führt ein steiler, unmarkierter Pfad in vielen Kehren durch Felsen und Wald hinauf zur Alp Unneri Galgeri (P.1699). Immer wieder gibt es eindrückliche Tiefblicke zur Saaser Vispe und auf die gegenüberliegende Talseite.
Hier sind wohl eher Leute aus Eisten unterwegs zu ihrer Alphütte, früher einmal auch mit Rindern. Seit es auf der Galgera weniger Wasser gibt, waren die Hütten aber am verfallen. Nun ist man daran, sie wieder aufzubauen.
 Eine Widder-Wasserpumpe bringt jetzt etwas Wasser aus dem Kraftwerkstollen zur Unneri Galgera.

Wir machen einen Abstecher auf überwachsenen und wenig sichtbaren Pfaden zur Oberi Galgera (P.1834). Wir sind erstaunt, als wir an diesem einsamen Platz hoch über dem Saastal Leute vom Dorf antreffen und auch die wundern sich, dass doch mal jemand dort geplant vorbei kommt, und nicht nur, weil man sich in diesem wilden Gebiet verlaufen hat.
Lange plaudern wir zusammen über Jäger und Wildhüten, über Hütten –Renovierung, über Wanderer, die hier diese Pfade unterschätz hatten.
Die grosse, alte Hütte, die jetzt am Verfallen ist, wird abgerissen, damit sie die die Alp nicht verschandelt.
Die Jäger kennen noch einen kleinen Pfad von hier direkt zum Paradiesli.

Dann laufen wir wieder hinunter zur Unneri Galgera.
Der Pfad weiter hinauf Richtung Hannigalp und Grächen wird jetzt nicht mehr unterhalten,
da sich niemand findet, der die Kosten und die Verantwortung dafür übernimmt.

Alte gelbe Markierungen wurden teilweise rot überpinselt und auch die sind kaum noch sichtbar, man muss genau hinschauen, wo der Pfad weiter geht.
Der Eistbach-Graben ist jetzt noch voller Lawinenschnee, mit grosser Vorsicht muss man ihn überqueren. Steil geht es weiter zur Alp Tirbja (P1754),
Dort Rast am Waldrand, das Gras hat den Pfad überwachsen.

Dann im Wald erkennt man wieder eher, wie es weiter geht, immer wieder bergauf, bergab.
Weiter hinten geht der Pfad durch Felsen hindurch, für einmal gut und neu markiert und sogar mit kurzen Sicherungsseilen.
Verwundert sind wir, als auch im Graben der Putzlowina noch einiger Lawinenschnee liegt, auch den muss man vorsichtig queren. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Gräben schneefrei sind.
Mein GPS-Track weicht mehrmals vom auf der Karte eingezeichneten Pfad ab,
das kommt aber nur streckenweise vom schlechten Empfang zwischen Felswänden,
als vielmehr von der im Gelände nicht immer eindeutigen Wegführung.

Beim P.2025 laufen wir noch einmal durch einen trockenen Graben, dann kommt ein steiler Schlussanstieg zur Waldlichtung vom Paradiesli mit dem schönen alten Kreuz.
Die alte Tafel mit dem Ortsnamen Pradiesli haben wir nicht mehr gefunden.
Bald treffen wir auf den Höhenweg nach Saas Fee, doch hat man auf dieser Seite 
alle Hinweise aufs Paradiesli und den Bergpfad hinunter nach Eisten entfernt
weil der Pfad offiziell nicht mehr existieren soll !

Zuhause übers Internet findet man dann eine weitere mögliche Erklärung:
Der Name Paradiesli wurde auf einen Skilift oberhalb der Bergstation der Märchen-Gondelbahn (von Grächen zur Hannigalp) übertragen, so bekommt dort der Name einen grösseren Bekanntheitsgrat als nur für eine einsame Waldlichtung.
Ja, man macht immer wieder „Ersatz-Paradiese“.
 
Heute konnte man wieder die alte Wahrheit erfahren:
Ins Pradies / zum Paradiesli kommt man nur,
wenn man den richtigen Weg gefunden hat und nicht davon abweicht.


Das war heute wieder ein abwechslungsreicher Weg, aber wenn er nicht mehr gepflegt wird, wird es immer schwieriger ihn zu finden.

Da kommen mir die  Lebenserinnerungen des Thomas Platter (1572) in den Sinn.
-> siehe  dazu letztes Bild.

Tourengänger: schalb

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Geodaten
 21123.gpx Eisten - Galgeri - Paradiesli - Grächen

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Kommentare (5)


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bidi35 hat gesagt: ganz tolle Wanderung...
Gesendet am 23. Juni 2014 um 20:06
...in eurem Alter...gratuliere !!!

LG Bidi

schalb hat gesagt: RE: ganz tolle Wanderung...
Gesendet am 24. Juni 2014 um 06:11
Die freundlichen Leute haben uns dort oben Kafi serviert !

hrd hat gesagt: Danke für den Bericht
Gesendet am 18. Juli 2014 um 20:11
Ich wollte mal den Höhenweg von Grächen nach Saas machen aber der normale Zustieg kannte ich schon von anderen Touren so dass mir beim Surfen dieser Bericht "aufleuchtete".
Also heute bin ich nun mit dem Postauto nach Eisten, Ahorn gefahren (darf man nicht verpassen weil gerade viele Haltstellen bei Eisten kurz hintereinanderliegen). Ist ja schon eine spezielle Haltstelle selber (keine Häuser in der Nähe, etwas in den Berg gebaut) und es startet dort nur dieser Weg (sogar mit Wegweiser u.a. Hannigalp).
Der Weg bis Unneri Galgera ist wunderbar (sogar gemäht worden vor ein paar Tagen) und ich staune immer wieder wenn man hinaufschaut wie solche Wege entstanden sind weil so vom Gefühl würde man meinen da kommt man ohne Klettern nicht hinauf.
Wie berichtet ist der weitere Weg Richtung Hannigalp am verfallen resp. wird nicht mehr unterhalten. Wie gemeldet und leider heute immer noch liegt Lawinenschnee im ersten Graben (Eistbach). Ich traute mich nicht darüber oder durch den Schneetunnel darunter weil ich alleine war und weil ich morgen Dienst habe und wenn möglich kein zusätzliches Risiko eingehen wollte. Also zurück aber ich habe mir noch überlegt direkt von Unneri Galgera auf den Höhenweg hochzusteigen was von der Karte her machbar scheint aber eben heute wenn möglich kein zusätzliches Risiko. Also zurück zur Haltstelle und per Zufall ist gerade ein Postauto vorbeigekommen (ich kannte der Fahrplan später nicht mehr) um mich nach Saas Fee zu bringen.
Nun starte ich also den Höhenweg von Saas Fee statt Grächen aber dass spielt eigentlich keine so grosse Rolle (sprich ob man die Sonne lieber von vorne oder hinten oder links oder rechts ;-). Dann bin ich halt zum Schluss noch den letzten Teil des beschriebenen Weges zum bis zum Paradiesli zurückgegangen aber ich bin mir nicht sicher ob ich das Richtige gefunden habe.
Es war ein wunderschöner Tag - einzig zwei Flatteri haben den ganzen Tag das Tal verlärmt.

Danke & Gruess
hrd

Zaza hat gesagt:
Gesendet am 27. Juli 2015 um 15:53
Wir haben den Pfad vom Höhenweg hinunter nach Eisten / Ahorn gestern begangen und waren zunächst etwas erstaunt, dass sich bei der Verzweigung kein Wegweiser befindet. Der Weg ist dann in relativ gutem Zustand und scheint neu markiert zu sein (rot-weiss). Bei den kritischeren Stellen hat es jede Menge Markierungen. Eine interessante Route!

Der Verbindungsweg von Ob. Galgera zum Paradisli ist übrigens auf älteren Karten (1940er Jahre) noch eintragen, das wäre sicher auch mal ein interessantes Projekt!

LG, zaza

schalb hat gesagt: RE: Pfad Paradiesli
Gesendet am 27. Juli 2015 um 18:22
Ja, dieser Pfad ist immer wieder interessant, auch ein Abstecher zur Ob.Galgera.
Im Herbst sah ich dort schon viele Stei8nböcke.
Wir waren letzte Woche auch in der Gegend unterwegs:
www.braendji.ch/ber2015_07g.htm,
in der Woche davor auf der anderen, wenig begangenen, Talseite.

Man nimmt hier immer wieder Wegweiser fort, weil man die Unterhaltskosten nicht tragen möchte.

und sonst im Juli: www.braendji.ch/ber2015_07a.htm

LG. Schalb


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