Von Ebnit via Hohe Kugel und Wendkopf nach Schuttannen


Publiziert von Grimbart , 13. Juni 2014 um 16:43.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Bregenzerwald-Gebirge
Tour Datum: 9 Juni 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-V 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 870 m
Strecke:Ebnit, Heumöser - Schneewald Alpe - Treiet - Hohe Kugel - Fluhereck - Schöner Mann - Wendkopf - Schuttannen
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der Landbuslinie 47 von Dornbirn, Bahnhof, nach Ebnit, Heumöser. Zustieg auch bei der Talstation der Karrenseilbahn möglich. Parkplätze sind bei der Karrenseilbahn und am Dornbirner Bahnhof ausreichend vorhanden.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit dem Wanderbus 55w von Schuttannen nach Hohenems.
Unterkunftmöglichkeiten:Emser Hütte (Naturfreunde) und Berggasthof Schuttannen.
Kartennummer:Wanderkarte Stadt Hohenems (1:18.000) oder Kompass WK-Nr. 21 (Feldkirch-Vaduz) bzw. F&B WK 364 (Bregenzerwald)

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah. Meine Wahl fiel diesmal auf den Emser Hausberg, der hoch über dem Stadtzentrum thront und einen exzellenten Ruf als Aussichtsberg genießt: Die Hohe Kugel. Die Vielzahl an kleineren und größeren Wegen, die aus allen Himmelsrichtungen auf den Gipfel hinaufführen, haben zur Folge, dass einem zahlreiche Anstiegsvarianten zur Verfügung stehen. Die geläufigsten Aufstiege von Viktorsberg, Fraxern, Millrütte und Hohenems sind schon zur Genüge auf Hikr beschrieben worden. Jener von Ebnit über die Schneewaldalpe und den Treiet auf die Hohe Kugel jedoch noch nicht. Fügt man der Hohen Kugel noch die Überschreitung des Wendkopfes hinzu so ergibt sich daraus eine interessante Bergfahrt, abseits der überlaufenen Anstiege.

 

Wie vor zwei Tagen ging's auch diesmal wieder frühmorgens mit der Linie 47 nach Ebnit. Ausgangspunkt ist die Heumöser Alpe oberhalb des Kolping-Feriendorfs. Von dort wandert man auf dem Forstweg geradeaus in Richtung Lindenbachalpe. Nach einem Weidegatter steigt man auf dem rechtsabzweigenden Pfad über Alpweiden und durch Wald hoch bis man die Wiesen der Schneewaldalpe erreicht hat. Über diese schließlich hinauf, bis zu einem Wegweiser und flach hinüber zur bereits sichtbaren Alphütte, die auf einer Geländeschulter liegt.

Von der Schneewaldalpe geht’s nun schräg entlang der Hänge der Hohen Kugel – einen Bacheinschnitt querend – hinauf zur Wegverzweigung „z'Obr Fuassa“. Hier folgt man dem linken weiss-blau-weiss markierten Steig in Richtung Treiet (Anmerkung: nach SSW-Normen wäre der Steig mit weiss-rot-weiss zu markieren). Zunächst etwa 40 Höhenmeter durch Wald hinunter und im Anschluss mehrere Bacheinschnitte und Rinnen querend im abschüssigen Gelände hinauf zum Treiet. An einer Stelle ist Geschicklichkeit gefragt, da eine Hangrutschung den Steig mit sich genommen hat.

Vom Treiet genießt man dann auch die ersten Blicke über das Rheintal und hinüber zu den Schweizer Bergen. Bei der Passhöhe folgt man nun nicht dem Alpweg, der hinauf zur Kugelalpe führt, sondern steigt über die Wiesen direkt hoch an den Waldrand. Danach geht’s im Zick-Zack durch den Wald auf freie Alpflächen und über diese hinauf bis zum höchsten Punkt des Kamms. Von der Kammhöhe sind es dann nur noch wenige Minuten bis zur nahen Graskuppe der Hohen Kugel.

An der Hohen Kugel angelangt war eine Gruppe von Gleitschirmfliegern gerade mit ihren Startvorbereitungen beschäftigt. So kam ich dann in den nicht alltäglichen Genuss ihnen beim Start zuzusehen. Sie waren an diesem Tag nicht die einzigen, die den Himmel für sich beanspruchten. Auch Segelflieger, die vom nahen Hohenemser Sportflugplatz mit Motorfliegern hinaufgezogen wurden, zogen ihre Kreise über der Hohen Kugel.

Da die Hohe Kugel heute nicht mein einziges Ziel war, sondern auch noch der Wendkopf auf meinem Tagesplan stand, brach ich nach einer guten halben Stunde wieder auf. Über den Kühboden und den N-Grat ging's hinunter zur Briedler Alpe. Den gewaltigen Hangrutsch an der Briedler Alpe wollte ich mir nicht entgehen lassen. Der ursprüngliche Fahrweg hinab zur Emser Hütte ist zwar noch intakt, doch befindet er sich nicht mehr an der Stelle an der er sein sollte. Das gleiche Schicksal hat die vom Gsohlälpele zur Emser Hütte herüberführende Forststraße ereilt. Das Fehlen dieser Verbindung hat die Emser Hütte letztes Jahr ordentlich zu spüren bekommen.

Von der Emser Hütte nun hinunter zum Fluhereck und auf dem linksabbiegenden Fahrweg hoch zur Schönermann Alpe. Bei der Schönermann Alpe nach links auf einen Feldweg und bald einmal über die Alpweiden weglos hoch zum W-Rücken des Schönen Manns. Man orientiert sich beim Aufstieg am Besten an ein paar einzelnen im Gelände stehenden Bäumen. Auf diese hält man zu und danach gerade hoch zum Rücken und nach rechts an den Waldrand. Dort trifft man dann auf ein bescheidenes Steiglein, das durch Gestrüpp und lichten Wald zum Wendkopf führt. Dabei wird der bis obenhin mit Bäumen bestandene und mit Stauden überwucherte Schöne Mann überschritten.

Den irrtümlichen Bezeichnungen in Wanderkarten und in Wanderführern (selbst im AVF-Führer Bregenzerwald und Lechquellengebirge) ist es wohl zu verdanken, dass der Wendkopf und der Schöne Mann nur allzu oft Opfer von Verwechslungen sind. Das Gipfelkreuz, das von Schuttannen aus gut zu sehen ist, markiert den höchsten Punkt des Wendkopfes. Der Wendkopf ist auch um wenige Meter höher als der Schöne Mann. Eigentlich ist der Schöne Mann nichts anderes als ein unbedeutender Vorgipfel des Wendkopfes, würde er vom Tal aus gesehen mit seinen Felsfluhen nicht wie ein eigenständiger Berg wirken.

Vom Wendkopf führt ein deutlicher Steig hinunter zu den Weiden der Hinterberg Alpe. Zum Schluss geht’s allerdings auf einer undeutlichen Wiesenspur hinab zum Fahrweg. Auf diesem nun hinaus bis zum Eulenwinkel und dann die Kehren abkürzend auf Wiesenpfaden bergab nach Schuttannen.

 

Anmerkung:

Wer seinen PKW in Ebnit abgestellt hat, der nimmt bei „Rigla“ (= die erste Wegverzweigung nach der Hinterberg Alpe) den nach rechts abzweigenden Fahrweg hinunter nach Ebnit. Für jene, die bei der Karrenseilbahn ihren PKW geparkt haben, bietet sich von Schuttannen aus der Weiterweg zum Karren an.

 

Gehzeiten:

Ebnit, Heumöser – Schneewaldalpe (ca. 50'') – z'Obr Fuassa – Treiet (ca. 50'') – Hohe Kugel (ca. 30'') – Briedler Alpe – Fluhereck (ca. 50'') – Schönermann Alpe – Wendkopf (ca. 50'') – Hinterberg Alpe – Schuttannen (ca. 55'')


Tourengänger: Grimbart


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