3-Gipfel-Tour: Rote Spitze(2130 m), Steinkarspitze(2067 m) und Lachenspitze(2126 m)


Publiziert von ju_wi , 16. August 2008 um 22:21.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 1 August 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1240 m
Abstieg: 1240 m
Strecke:13,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto zum Vilsalpsee - Parkplatz 5€, Einfahrt vor 10 Uhr, danach gesperrt
Kartennummer:BayLV Allgäuer Alpen

Eine schöne und recht stille Tagestour, die wir uns auch wegen etwas mäßiger Wetterlage und -vorhersage ausgewählt hatten. Drei von vier "Hausbergen" der Landsberger Hütte, die auf gut 1800 Hm schön am kleinen Bergsee Lache gelegen ist, werden hierin bestiegen. Jeden der drei Gipfel erreicht man in ca. 1 Stunde von der Hütte und so bietet sich die Tour gerade bei Gewitterlagen oder unsicherem Wetter an, da man immer schnell wieder zurück kann.

Eigentlich hatten wir uns für den letzten Tag unserer Urlaubswoche im Allgäu nochmal was Größeres vorgenommen, aber es waren kräftige Gewitter angesagt. So wählten wir diese Tour und hatten Glück, denn erst spät im Abstieg fielen erste Tropfen und wir konnten alle angestrebten Gipfelziele gut erreichen.

Mit dem Auto fahren wir morgens über Tannheim (Tirol) zum Vilsalpsee (1160 m). Ab 10 Uhr ist die Zufahrt durch den Naturpark gesperrt ! Den Wagen geparkt wandern wir am See westlich Richtung Landsberger Hütte. Nach 10 Minuten Weg am Seeufer biegt der Pfad links ab in den Hang. Es folgt ein Wegstück durch Wald bergan, bis man auf ein offeneres Terrain stösst, nach dem der Weg steiniger und in Serpentinen schön durch eine Felsstufe hinaufführt bis zum Traualpsee. Dieser liegt immerhin schon auf 1650 m Höhe, d.h. die ersten 500 Hm sind geschafft. Man umrundet den Traualpsee auf der linken Seite durch schöne Gras und Blumenwiesen, um im Anschluss eine zweite kleinere Felsstufe von gut 100 Hm hinaufzugehen. Hier ist der felsige Anstieg sogar mit Drahtseilen gesichert. Auf der Stufe erreicht man schnell über grasige Hügel die recht hübsch anmutende Landsberger Hütte (1805 m) - ein AV-Haus mit Übernachtungen. Kurz vor der Hütte fängt es an zu regnen, na ja nicht ganz unerwartet, aber mal sehn, vielleicht wird es ja wieder besser. Wir kehren jedenfalls erstmal auf einen Almdudler ein.

Und wir haben Glück. Schon 20 Minuten später hat der Regen aufgehört, es ist heller geworden und wir setzen unsere Tour fort. Von der Hütte immer rechts haltend streben wir unserem ersten Ziel zu, der Roten Spitze. Die Rote Spitze (2130 m) ist ein Steilgrasberg, der nach N in einer Felsfluh abbricht. Hier finden sich auch die namensgebenden rötlichen Gesteine. Der Pfad führt uns Richtung Westliches Lachenjoch (1970 m). Kurz bevor wir dieses Joch erreichen haben wir noch ein ulkiges Erlebnis mit einer Schafherde. Während wir diese passieren kommen ein paar neugierige Schafe näher und lassen sich mit entspanntem Geblök sogar von Margit kraulen. Und als wenn das die Anderen gelockt hätte, blökt auf einmal der ganze Grashang um uns und bestimmt 200 Tiere stürmen von allen Seiten auf uns zu. Keine Ahnung, was die von uns erwarten. Jedenfalls versammeln sie sich um uns und verlieren dann wieder das Interesse, wo wir weitergehen.

Vom Westlichen Lachenjoch führt ein sehr kleiner Pfad nach rechts über eine Grasrippe hinauf zur Roten Spitze. Der eindeutig wenig begangene Pfad führt recht steil aber technisch einfach hinauf auf einen grasigen Grat mit schroffer Abbruchkante nach Norden über den man in wenigen Metern den Gipfel erreicht. Offenbar ist der Gipfelbereich auch bei Schafen sehr beliebt - jedenfalls findet man kaum Stellen ohne deren Hinterlassenschaften. Unser erster Gipfel ist erreicht: Die Rote Spitze (2130 m) ist dabei auch schon unser höchstes Tagesziel - wenn auch das einfachste. Vom Gipfel steigen wir auf gleichem Pfad ab ins Westliche Lachenjoch und nehmen einen (in Karte gepunkteten) kleinen Steig hinauf, der an der Gratkante der Steinkarspitze zu dieser hinaufführt. Auf 2/3 des Weges stösst man auf den felsigen Gipfelaufbau. Man hat hier die Wahl zwischen Felsgrat (I) und Umgehung rechts zum Gipfel. Wir wählen die Umgehung durch eine steilere Geröllflanke und erreichen mühelos unser zweites Gipfelziel, die Steinkarspitze (2067 m).

Der Abstieg von der Steinkarspitze führt zunächst einige Meter einfach den SW-Grat hinab und biegt dann in die Ostflanke, die gequert wird zur Steinkarscharte (1955 m). Beim Abbiegen vom SW-Grat treffen wir auf ein Mutterschaf mit neugeborenem Lamm, das sich offenbar etwas abgesondert hat von der Herde. Eine schöne Begegnung. Wir beobachten uns gegenseitig, bis Schaf und Lamm ihrer Wege gehen. Von der Steinkarscharte quert der Weg durch Gras und Schrofen in die SO-Flanke der Lachenspitze (2126 m). Es geht steil hinauf und zuletzt in sandig, gerölligerem steilen Terrain hinauf Richtung Gipfel. Ein paar letzte Serpentinen und wir haben mit recht einfachem Anstieg das Gipfelkreuz dieses zur Landsberger Hütte so schroff wirkenden Berges erreicht.

Wir schauen uns den Weiterweg für eine Überquerung an, der nach AV-Führer einfache aber ausgesetzte Kletterstellen (I) besitzt. Wir befinden den Abstieg als gut machbar für uns und steigen gerade zu Beginn ausgesetzt durch steile Geröllbänder mit ein paas Felsstufen nach O hinab. Es folgen ein paar ausgesetzte Meter auf schmalem Grat, bevor es in Serpentinen - zunächst immer noch etwas heikel - durch steile Geröllrinnen geht. Aber es ist nur ein kurzes Stück, dass diese Schwierigkeiten macht, bald sind wir auf einem Querpfad, der durch Gras, Latschen und Schrofen mit einer weiteren leicht ausgesetzten Stelle am Grat hinabführt zum Östlichen Lachenjoch(1915 m). Theoretisch könnte man von hier auch gut noch den vierten Hausberg der Landsberger Hütte, die Schochenspitze (2069 m) mitnehmen, aber das heben wir uns für eine andere Tour auf.

Stattdessen biegen wir links ab auf die Landsberger Hütte zu und vor dieser am Seeufer der Lache rechts hinab zu unserem Aufstiegsweg. Wir kehren noch in der einfach bewirtschafteten Oberen Traualpe (1659 m) ein und steigen dann weiter ab zum Vilsalpsee. Auf dem letzten Stück bekommen wir noch eine Bergrettung per Hubschrauber mit. Eine ältere Frau hatte sich bei der unteren Felsstufe den Knöchel nach Umknicken gebrochen.


Tourengänger: ju_wi

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Geodaten
 249.gpx Rote Spitze, Steinkarspitze und Lachenspitze

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