Mit Schneeschuhen auf den Schafberg


Publiziert von 1Gehirner , 1. Juni 2014 um 22:27.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:29 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 500 m
Abstieg: 500 m
Strecke:6.9km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto oder öV (nicht um diese Uhrzeit!) nach Tiefenbach
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Albert-Heim-Hütte (bis 13.6. im Winterraum)
Kartennummer:map.wanderland.ch 1:20'000

Als mich ein Bekannter aus der Kirchengemeinde vor einiger Zeit fragte, ob ich an Himmelfahrt Lust auf eine Hochtour hätte, stand zunächst der Dammastock und seine lange Besteigung über den Rhonegletscher im Fokus. Aufgrund der aktuellen Bedingungen wurde dieses Unternehmen allerdings sistiert und stattdessen eine Tour auf den Lochberg mit Abstieg zum Göschener Stausee angepeilt. 3:00 Uhr Abfahrt in Regensdorf, 5:00 Uhr Loslaufen in Realp, damit der Schnee noch trägt.

Der Wetterbericht hatte uns allerdings keine grossen Hoffnungen gemacht -- Temperatur konstant über Null, seit Tagen. Zudem bestand keine Möglichkeit, vom Göscheneralptal per öV zum Auto zurückzukommen, so dass wir vom Lochberg wieder über die Albert-Heim-Hütte hätten absteigen müssen. Als wir in Tiefenbach ankamen und die ersten Schritte auf Schnee machten, bestätigte sich zudem leider, dass der nicht wie erhofft gefroren, sondern bereits recht wenig tragfähig war. Trotzdem war es feucht und schweinekalt, zumindest bis zum (für uns sichtbaren, also verspäteten) Sonnenaufgang...

Für eine schöne, kurze Wanderung zur Albert-Heim-Hütte reichte es aber allemal. Wir stiegen zunächst ein Stück der Betonstrasse entlang auf, schnallten die Schneeschuhe bald einmal an, dann wieder ab, endlich wieder an und verliessen den Weg zur Hütte schliesslich auf etwa 2350m nach rechts, direkt in Richtung P.2542. Querfeldein stiegen wir, teils in dichtem Nebel und ohne Sicht, aber mit zwei Kompassen und zwei GPS ausgerüstet, zur Ochsenalp auf und schwenkten dann leicht nach links zum Schafberg. Zweimal gab es für wenige Meter etwas steilere Stellen (40 Grad), lawinen- oder gar absturzgefährlich war es aber nirgends. Die optimale Wegführung war auch mit Nebel recht gut auszumachen.

Der Gipfel war schnell erreicht und -- hurra! -- die Wolken rissen ein wenig auf, so dass wir wenigstens ein paar Blicke auf die nähere Umgebung werfen konnten. Weiter gings dann Richtung Hütte. Der eigentlich einfache Grat verlangte mir höchste Konzentration und sehr vorsichtiges Gehen mit den -- vom Bekannten geliehenen -- Schneeschuhen ab, vor allem im Abstieg. Eventuell wäre es mit den eigenen besser gegangen, ein klassisches Kommunikationsproblem... er dachte, ich hätte keine, ich dachte, wir bräuchten sie nicht. Letztendlich ging aber alles sehr gut, der Schnee war zu der frühen Uhrzeit noch stabil.

Bei der Hütte angekommen gönnten wir uns im (ausgezeichnet ausgestatteten) Winterraum eine Cola und ein Rivella, bevor wir leicht durchgefroren den Abstieg über den Normalweg antraten. Hier war der Schnee trotz fehlender Sonne schon sehr weich und recht schwer, ich war froh, dass wir keine der angepeilten Touren versucht hatten... Auf etwa 2420m zogen wir die Schneeschuhe endgültig aus, trotz durchgehender Schneedecke, und stiefelten den Rest des Wegs zurück zum Parkplatz, den wir nach 5h Tour erreichten. Am Ende bot sich dann sogar mal sowas wie eine Aussicht, zumindest bis zum Furka-Hospiz und auf die gerade testgefahrene Furkabahn.

Danke an M. für die kompetente und Sicherheit vermittelnde Art der Tourenplanung und -durchführung!

Die Tour ist mit WT4 bewertet, weil die Schneedecke nicht mehr gut trägt und an einigen Stellen bereits Nassschneelawinen zu sehen waren, auch sind wir mehrmals über Steinen eingebrochen. Bei unvorsichtigem Gehen besteht aktuell die Gefahr, sich so an einem Stein zu verkeilen und sich einen Bänderriss oder ähnliches zu holen. Bei umsichtigem Gehen besteht allerdings geringe Gefahr. Ohne die steileren Stellen und die Einbrüche wäre es WT2.

Tourengänger: 1Gehirner


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