Nord/Ost Abfahrt unterhalb Biancograt


Publiziert von tricky Pro , 26. Mai 2014 um 13:25.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Berninagebiet
Tour Datum:25 Mai 2014
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: S+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Bernina-Gruppe 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1016 m
Abstieg: 1687 m
Strecke:Pontresina - Roseg - CAS Tschierva - Fourca Prievlusa - Pt.3574 - Nord/Ost Flanke - Morteratsch Gletscher - Morteratsch
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Bus, Bahn oder Auto zum Bahnhof in Pontresina. Danach hoch via Pferdekutsche oder zu Fuss zu Chamanna da Tschierva SAC
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Vom Morteratsch Bahnhof zurück

Martin sagte was von einer Skitour im Bernina. Da kam mir gleich der Biancograt in Sinn. Nach ein wenig Überzeugung war Martin dabei. Natürlich auch mit den Ski/Snowboard dort wieder runter zu fahren. So ging ich spät am Abend nach Lenzerheide zu Martin um die Pläne zu schmieden. Wir nahmen es am Samstag gemütlich, auch weil Martin nochmals nach Pfäffikon musste seine Ski zu holen. Obwohl in seiner Wohnung etwa 10 verschiedene Tourenski stehen musste der ganz speziell Ski für dieses nicht zu unterschätzendes Abenteuer her :-)

So gingen wir am Mittag nach Pontresina und nahmen mit drei Italiener die ebenfalls zur Hütte wollten die Kutsche. Ende dem Bachdelta konnten wir unsere Ski anschnallen und hoch zur Tschiervahütte die aber noch nicht bewahrtet ist und wir zu siebt den Winterraum für acht Personen genossen. Wir genossen im Abendlicht das Nachtessen mit Tortellini und Chili con carne und als Dessert Mousse au chocolat. Njam :-) Der Kaffee durfte natürlich nicht fehlen.

Mein Wecker klingelt am 3:00 Uhr. In der Dunkelheit los via Gletscher über Eisspalten und gut griffigem Schnee hoch zum Einstieg vom sogenannten Klettersteig dem Fourca Prievlusa. Noch sehr viel Schnee vorhanden. Die Strecke etwas unterschätzt. Die meisten Stände und Zwischenhaken unter dem Schnee. Keine Bohrhaken oder Klettersteige gesehen. Somit hatte ich im Vorstieg so gut wie nie Sicherungsmöglichkeiten. Die Stände musste ich mir auch meist selber bauen. Mit den Steigeisen an meinen Snowboardschuhe nicht gerade das beste Gefühl im Fels/Schnee Gemisch, aber es ging dann doch. Wir überquerten auch den Pt.3574 mit dem vielen Schnee mussten so manche Grate im Reiterstil genommen werden. Schon von weitem sah man das der Biancagrat viele Stelle mit Eis aufwies. Die Alternative wäre die Überschreitung zu machen und in der Marco e Rosa Hütte zu übernachten. Aber aufgrund dem zu erwartend vielen Schnee vom Fuorcla Prievlusa bis zum Piz Bernina und dem Eis entschieden wir vom Gratsattel abzufahren. Zu sehen waren im unteren Teil alte Spuren. Wir sahen auch einen Unterbruch von Felsen vom oberen zum unteren steilen Schneefeld. Wir probierten es aus und hofften eine Lösung zum Abseilen zu finden. Ich hatte voraussichtlich noch ein Holzscheite von der Hütte mitgenommen um eventuell im Eis oder Hartschnee eine Rückzug Möglichkeit zu haben mittels T-Anker.
So kam es dann auch. Zuerst musste dieser steiler Grat aus Schnee erklommen werden. Mit Seil und einer sehr provisorische Sicherung wagte ich mich mit Board über den sehr ausgesetzten Grat der kurz vor dem Abhang etwa 63° steil war. Ich suchte nach einer Abseilstelle und buddelte wie wild in diesem körnigen Schnee herum. Die Felsen darunter leider alles Abschüssig. So nahm ich meine Holzscheite und eine Bandschlinge, um von diesem Überhang Abzuseilen. Schon etwas mulmiges Gefühl. Das nur ein Stück Holz und Schnee dich vor einem Absturz in die Tiefe bewahrt. Ich zirkelte den unteren Grat an und wie seilten unser Material wie Ski/Snowboard und Rucksäcke Einzel ab. Alles gut gegangen. Die Abfahrt wie auch im oberen Stück nur nicht mehr ganz so steil, super genial im Sulz. Die Gletscherspalte gut umgangen und kamen so auf die Gletscherfläche zu den vielen anderen Spuren. Fahren konnten wir bis ende Gletscherzunge. Der Rest laufen zur Station Morteratsch Bahnhof

Fazit: Sicher eine extremere Tour die wir unternommen habe. Der Winterliche Aufstieg zum Biancograt. Aber auch das sehr Abenteuerliche Abseilen. Gratuliere und danke an Martin. Top Skifahrer und auf dem besten Weg zum Top Bergführer. Der Biancograt verschiebe ich eher auf den Sommer.

Tourengänger: tricky

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Geodaten
 20686.gpx Track am Hütte

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Kommentare (5)


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adrian Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. Mai 2014 um 14:54
Knackige Tour!!! ;-)
Gratuliere! Hat bestimmt Spass gemacht.
Eindrückliche Fotos!

tricky Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 26. Mai 2014 um 19:53
Danke. Die Tour wird uns in Erinnerung bleiben :-)

danski hat gesagt: Jiihaaa!
Gesendet am 26. Mai 2014 um 15:44
Gratuliere zu dieser line! Wir hatten sie ebenfalls in Planung, aber mit Aufstieg via eure Abfahrt. Jetzt wissen wir: NO WAY! Schon abseilen über den Felsriegel hört sich ziemlich abenteuerlich an... ;)

tricky Pro hat gesagt: RE:Jiihaaa!
Gesendet am 26. Mai 2014 um 19:52
Das war wirklich Abenteuerlich. Ansonsten hätten wir die Skistöcke zum Abseilen nehmen müssen. Haben beim Abseilen keine Bohrhaken oder ähnliches für den Aufstieg gesehen. Aber mit weniger Schnee könnte das ganze schon anders sein.

Dolmar hat gesagt:
Gesendet am 26. Mai 2014 um 19:51
Gratuliere, Heftige Tour, nix für schwache Nerven.
Gruß
Markus


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