Frust und Freude im Seoraksan-Nationalpark


Publiziert von TeamMoomin , 9. Juni 2014 um 21:25.

Region: Welt » Suedkorea
Tour Datum:25 April 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: ROK 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m

Nach Seoul war meine zweite Destination die ich besuchen wollte der 설악산국립공원, 雪嶽山國立公園 oder zu Deutsch Seoraksan Nationalpark. Er gehört sicherlich zu einem der schönsten Parks des Landes wird auch die Diva Südkoreas genannt. Auch wenn hier einiges nicht so klappen sollte wie ich dachte so kann ich doch bestätigen es ist eine einmalige Landschaft und wer in Südkorea ein paar Tage hat kann man es nur empfehlen....


Mit einer etwa 4 stündigen Fahrt erreichte ich von Seoul aus die Küstenstadt Sokcho (속조) von wo aus im zehnminuten Takt ein Regiobus bis zum Parkeingang fährt (beide Busse zusammen kosten 19.- ). Da es aber schon späterer Nachmittag war fuhr ich nicht ganz bis zum Park rauf sondern bis zum YouthHostel welches etwa 4km vom Parkeingang entfernt ist. Zum Nachtessen gabs dann ein herrliches Bibimbap (비빔밥) mit tollen regionalen Zutaten und mein erstes koreanisches Bier das ganz ok war.
Morgen würde es dann auf einer zweitägigen Wanderung durch den Park und dessen höchsten Gipfel den  대청봉 Daecheongbong gehen.

Am Morgen startete ich bei Sonnenaufgang und fuhr mit dem ersten Bus, welcher schon vor 6Uhr Ortszeit fährt, zum Parkeingang wo noch keine Menschenseele war ausser ein Koreanischer Ticketverkäufer der aber nicht sehr gesprächig war. So kaufte ich mein Ticket mehr oder weniger nonverbal und machte mich dann auf zu meiner Tour.

Zuerst querte ich den grossen Platz welcher beim EIngang ist wo all die geschlossenen Geschäfte etc. stehen, wie es hier wohl am Tag aussehen würde zumal ja heute noch Wochenende war?
Dann passiert man auch schon die eindrückliche Statue des Tongil Daebul, des grossen Buddhas der Wiederverinigung, mit über 19m wirklich ein eindrückliches Monument der Hoffnung auf ein wiedervereintes Korea.

Anschliessend teilt sich der Weg nach rechts kann man zum kleinen Aussichtsberg Ulsanbawi 울산바위 hochwandern oder man geht nach links und taucht in den wilden Teil des Parks ein. Und genau da führte mich mein Weg hin. Zuerst wandert man nun ca. 3km durch einen schönen Wald vorbei/entlang schöner Flussläufe hinauf zum Biseondae 비선대 wo eindrückliche Felszähne einen kleinen Platz umringen und im Flussbett überall sogennante Steingraffitis zu finden sind.

Ab hier wollte ich nun durch das eindrückliche Cheonbuldong Tal zur Yangbok Hütte hinauf wandern, doch plätzlich sah ich mich einem verschlossenen Tor gegenüber! Dort standen auch einige ratlose Südkoreaner und einer konnte englisch. So erfuhr ich dass das Tal wegen Erdrütschen und Waldbrandgefahr bis am 15.05.2014 gesperrt wurde. Sch**** dachte ich, was nun?! Ich hatte schon gehört, dass die südkoreanischen Behörden einzelne Pfade in Pärken oder ganze Areale teilweise kurzfristig oder sogar für Jahr schliessen um der Natur Zeit zu geben oder Sie zu schützen was ich auch sehr gut finde aber aussgerechnet hier und jetzt?!

Naja dann wandere ich eben den viel steileren Pfad zum Sejonbong und von dort dann weiter ins innere des Parks. Also lief ich los und schon nach wenigen Metern wurde der Pfad ziemlich steil. Dies spielt eigentlich ja keine Rolle denn er ist gut befestigt, aber da ich mein ganzes Feriengepäck in meinem Rucksack auf dne Schultern trug (ca. 18kg) kam ich dann doch sehr schnell ins schwitzen ;-)

Leider war dann auch hier nach kurzer Zeit Schluss auch dieser Weg war gesperrt! Warum sperren Sie in dann nicht schon unten dachte ich als mir eine Abzweigung auffiel die ich auf meiner Karte gar nicht drauf hatte. So folgte ich einfach mal aufs geratewohl dieser und kam wenige hundert Meter später auf einem schönen Felsplateau an von wo aus man eine herrliche Aussicht geniessen konnte. Gut hundert Meter darüber ist im Fels eine kleine Höhle, die 금강굴, Geumganggul Höhle welche früher ein Meditationsort für die Mönche war.

So besuchte ich noch diese und machte dann an diesem schönen Aussichtspunkt eine "Znüni" Pause. Bald kamen einige ältere Koreanische Wanderer die hier ebenfalls rasteten und mich mit Bananen, Gurken, und Cherry Tomaten beschenkten. Als ich im Gegenzug Ihnen eine meiner schweizer Schokoladen schenkte war die Aufregung gross ;-)

Etwas später lief ich dann gemütlich zurück zum Parkeingang, wo es unterdessen einiges an Leuten hatte, und dort zum nun geöffneten Infocenter. Dort traf ich einen jungen sehr freundlichen Koreaner an der es sehr bedauerte dass ausgerechnet jetzt wo ich meine Ferien hatte der Park zu war, denn wie ich erfuhr hatten Sie auch die anderen Teile des PArks vorübergehen geschlossen, ausser den Ulsanbawi Felsen.

So beschloss ich wenigsten den zu besuchen, da die Aussicht von diesem auch sehr schön sein sollte. Also lies ich meinen grossen Rucksack bei dem netten Koreaner und lief nur mit meinem kleinen Tagesrucksack und Moomin los.

Zuerst besuchte ich noch den wunderschönen 내원암 Naewonam Tempel welcher auf dem Weg liegt, und dann immer weiter ins Tal hinein. Nach einer Weile beginnt der Weg dann ziemlich steil anzusteigen und hier begegnete ich wieder mal einer südkoreanischer Eigenheit. Wenn es irgendwo steiler wird dann bauen die Südkoreaner Holztreppen ins Gelände (WIe ich später mal erfuhr ist dies aus Sicherheitsgründen, ja Sie sind sehr sicherheitsbewusst auch beim Wandern); also gings nun immer schön "Stägeli uf" wie wir in der Schweiz sagen.

Bald schon kam ich beim 흔들바위 Heundeulbawi dem sogennanten Wackelfelsen an. Dieser Fels lässt sich mit enormen Kräfteaufwand sogar von einer Person bewegen was für seine Grösse (siehe Foto) doch sehr ungewöhnlich ist; und was von jedem Koreaner der hier vorbeigeht auch versucht wird ;-)

Danach gehts noch gut einen Kilometer im Zick Zack die Treppen dem fels empor und schon steht man oben auf dem Gipfel des Ulsanbawi. Und die Aussicht über den Park ist wirklich gewaltig! Die vielen Leute und der ganze Rummel am Gipfel sind zwar nicht so mein Ding aber wer EInsamkeit sucht ist wahrscheinlich in Südkorea an den meisten Orten eh im falschen Land.

Nachdem ich mein Mittagessen etwas unterhalb des Gipfels genossen hatte und die tolle Szenerie des Parks in mir aufgesogen hatte, machte ich mich gemütlich auf den Abstieg zurück zum Parkeingang.

So hatte ich zwar nicht meine Tour machen können aber trotzdem durfte ich einige ganz tolle Bilder und Erlebnisse in mir speichern, es hat sich also allemal gelohnt. Und dafür hatte ich nun einen Tag mehr zur Verfügung für mein nächstes Abenteuer auf zur wilden Insel....

Fazit: Ein sehr eindrücklicher Park der wirklich eine einmalige Szenerie bietet. Von Eintagestouren bis Mehrtages Touren lässt sich alles machen und es gibt einige Ecken vorallem der östliche Teil des Parks wo man auch ganz für sich sein kann. Sicherlich ein Highlight unter den Nationalparks in Südkorea.

Tourengänger: TeamMoomin


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