Alp Sigel 1769 m - Ein Farbenfeuerwerk an einem trüben Tag im Alpstein


Publiziert von Ivo66 Pro , 24. Mai 2014 um 16:38.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:24 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 930 m
Abstieg: 930 m
Strecke:Brülisau - Zahme Gocht - Alp Sigel (P. 1738, P. 1743 und P. 1769 m) - Alp Sämtis - Plattenbödeli - Brülisau
Kartennummer:1:25'000 Säntis

Die Alp Sigel bietet mit ihrer einzigartigen Blumenvielfalt besonders im Bergfrühling schöne Farben und Abwechslung, auch wenn der Himmel von dunklen Wolken und Nebel eingetrübt ist. Vielleicht nimmt man gerade bei solch unfreundlichen Wetterverhältnissen die wunderschönen Pflanzen noch mehr wahr. Nicht nur die Artenvielfalt überrascht mich immer wieder, sondern auch die Dichte, in welcher die Bergblumen hier oben um die Wette blühen, ist beeindruckend. Man ertappt sich immer wieder dabei, wie man sorgfältig über den Blumenteppich wandert, um ja keines der zarten Pflänzlein zu verletzen.

Einen Stimmungsdämpfer erlebten wir gleich zu Beginn der Tour, als die Route von Brülisau durch die Zahme Gocht ohne offensichtlichen Grund als "geschlossen" signalisiert war. Als weiter oben der Hinweis auf die Lawinengefahr und Steinschlag unter dem Verbotsschild hing, war die Verwirrung noch grösser. Nun: Nach kurzem Abwägen schätzte ich die Lawinengefahr in diesem warmen Frühling Ende Mai auf 1500 m. ü. M. etwa gleich gross ein, wie aktuell die Waldbrandgefahr in Grönland - durchaus also im moderaten Bereich. Und Steinschlaggefahr besteht in den Bergen eigentlich immer - da könnte man gerade so gut zu Hause bleiben.

Der Grund für die Sperrung konnte ganz oben dann doch noch ausgemacht werden: Die Stahlseile waren noch nicht fest montiert und boten kaum Halt und der Weg war offensichtlich noch nicht ganz instand gestellt. Trotz der herrschenden Nässe und dem zum Teil schmierigen Untergrund, war aber mit der angebrachten Vorsicht ein Durchsteigen dieses etwas unangenehmen Bereichs nicht mit besonderen Gefahren verbunden. Im Abstieg hätte das Ganze dann schon etwas heikler ausgesehen.

Mitten in der Nebeldecke, begleitet vom einen oder anderen Schauer, schritten wir über die grosszügige Alpwiese, meist entlang der Gratkante und erreichten die kotierten Gipfelpunkte, zuletzt den höchsten bei P. 1769 m, wo wir es uns bei windstillen Verhältnissen gemütlich machten. Immer wieder schien es am Himmel heller zu werden, doch mehr als ein Wechsel von dunkelgrau zu hellgrau lag heute nicht drin.

Ohne irgendeinen Nachbarberg gesehen zu haben, stiegen wir zur Alp Sämtis ab, wo wir auf einige Sennen in traditionellem Gewand trafen. Der eine oder andere Alpaufzug war also bereits erfolgt; es kommt immer mehr Leben in den Alpstein.

Die Alp Sigel mit ihrer Blumenpracht: Sie war auch heute wieder ein sicherer Wert im Rahmen eines Schlechtwetterprogramms in den Bergen.

Tourengänger: Ivo66, Lena


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Kommentare (4)


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BaumannEdu hat gesagt:
Gesendet am 25. Mai 2014 um 11:33
Bravo! Superbilder!

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 25. Mai 2014 um 18:48
Danke:-)

MunggaLoch hat gesagt: Schild...
Gesendet am 25. Mai 2014 um 16:57
Ich war am Mittwoch oben und wunderte mich genau gleich über die Schilder.
Anscheinend ist Ende April etwas gerutscht oben, was auch die Drahtseile z.T. beschädigte.
Ich erachtete die Lawinengefahr aber auch als "vernachlässigbar" ;-)

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:Schild...
Gesendet am 25. Mai 2014 um 18:50
Deinen Bericht habe ich natürlich gelesen. Ja, zum Teil hat es schon etwas zerstört ausgesehen... Die Schilder waren letztlich wohl doch sinnvoll, ist dies doch bei solchen Verhältnissen nicht jedermanns Gelände.

...aber die Lawinengefahr;-)

Gruss Ivo


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