Piz Tiarms (2918m)


Publiziert von أجنبي , 21. Mai 2014 um 01:01.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:18 Mai 2014
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-UR 
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:890 nach SAC-Führer “Skitouren Zentralschweizer Voralpen und Alpen”: Oberalppass – Hintere Sätz – Hintere Felli – P. 2344 – Fellilücke – Piz Tiarms – retour ungefähr auf gleicher Route
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto bis Oberalppass
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Auto ab Oberalppass
Kartennummer:LK 1:50.000: 256 S Disentis/Mustér / LK 1:25.000: 1212 Amsteg, 1232 Oberalppass

Nach der halbwegs erfolgreichen Pulverschnee-Suche des Vortags *am Müeterlishorn war klar, dass der gute Stoff auch am Sonntag noch irgendwo herum liegen musste. Vom Müeterlishorn hatten wir gesehen, dass am Oberalppass die Sonne noch nicht viel Schaden angerichtet hatte, weshalb wir uns am Sonntag mal dort oben versuchen wollten. Piz Tiarms lautete unser Ziel. Diverse Male waren wir bereits kurz davor, dorthin aufzubrechen, nie hatten wir's bislang getan.

 

Um 6.30 Uhr herum starteten wir auf dem Oberalppass und freuten uns, dass es einigermassen kalt war. Zwischen den Barracken hindurch trugen wir die Skis, danach ging's los. Die erste Steilstufe (Hintere Sätz) hoch lag noch genügend Schnee (was mittlerweile mit dem Föhn wohl kaum mehr der Fall sein dürfte), doch war dieser recht hart. Zu faul, die Harscheisen zu montieren, mühten wir uns den Steilhang hoch, inetwa dem Wanderweg folgend.

 

Bei der Hinteren Felli angekommen, entschieden wir uns dagegen, der Spur am Westhang zu folgen, sondern mehr oder weniger in der Talsohle aufzusteigen. In mässig ansteigendem Gelände ging's so flott zur Fellilücke hoch, wo wir eine 4er-Gruppe einholten – vorerst die einzigen Menschen im Gebiet. Am Pazolastock war da schon einiges mehr los.

 

Von der Fellilücke aus ging's zunächst kurz auf dem Grat weiter, danach links der grossen Mulde hoch in den Westhang des Piz Tiarms. In der Mulde lag eine einzige, wunderschöne Abfahrtsspur des Vortags, welche unsere Vorfreude in unermessliche Höhen steigerte. Für den Aufstieg wäre die Mulde übrigens auch eine Variante gewesen. Vorteil: Wir hätten uns einige Mühsamkeiten und grosse Felsblöcke herum sparen können. Nachteil: Wir hätten uns schönstes Abfahrtsgelände verspurt.

 

Bald einmal rückte der Gipfelhang ins Blickfeld. Der offiziellen Route in die Wyssenlücke zu folgen und von dort über den Nordgrat zu gehen, erschien uns sinnlos, zumal der Grat bekanntlich nicht ganz so einfach ist wie im Tourenführer beschrieben. Die guten Verhältnisse (viel Schnee) liessen einen Direktaufstieg zu. Vorher wartete aber noch einiges an Spurarbeit auf meine Wenigkeit. Spitzkehre um Spitzkehre ging's teils auf herrlichem Pulverschnee, teils auf eisiger Unterlage in die Höhe.

 

Als mir der Hang schliesslich zu steil wurde, veranstaltete ich ein Skidepot. Madame und Kollegin C. gingen noch ein Stück weiter hoch. Danach ging's straight up zum Gipfel. Ich spurte den immer steiler werdenden Aufstieg zum Gipfel hoch ohne Steigeisen. Im oberen Teil beruhigte der Pickel in der Hand das Gemüt. Nach ca. zweieinhalb Stunden Aufstieg im Schatten schien uns auf dem Gipfel endlich – und zum ersten Mal – die Sonne ins Gesicht. Ein Traumtag war das!

 

Nach der Gipfelrast zog auch ich die Steigeisen an. Für den Abstieg waren sie eine höchst willkommene Hilfe und Beruhigungspille. Da nur einer der Tourengänger der anderen Gruppe bis zum Gipfel hoch stieg, schien es denjenigen, die am Skidepot geblieben waren, langsam zu kalt geworden zu sein. Das Resultat: aus unseren first lines wurde nichts, wir kamen 5-10 Minuten zu spät. Schade, doch hatte es ja noch genügend Platz im Hang.

 

Was danach folgte, war eine der wunderbarsten Abfahrten dieses Winters. Der gesamte Gipfelhang bestand aus bestem Eisheiligen-Powder. Da im Gebiet viele Felsblöcke herum liegen, schadet ein offenes Auge für allfällige Hindernisse und eingeschneite Übeltäter nicht. Schliesslich gelangten wir in die Mulde oberhalb der Fellilücke, welche uns im Aufstieg schon viel Vorfreude bereitet hatte. Dies war vielleicht unser letzter Pulverhang des Winters, weshalb wir ihn in vollen Zügen genossen. Danach folgte ein mehr oder weniger fliessender Übergang zu Sulzschnee, der allerdings noch nicht ganz al dente war. Ab der Hinteren Felli wiederum war die Schneedecke noch hart und tragend, was uns auch in der Steilstufe hinunter zum Oberalppass etwas Genuss verschaffte. Um 10.30 Uhr, also ca. vier Stunden nach Abmarsch, erreichten wir die Barracken beim Pass.

 

Bald darauf traf auch TomClancy dort ein. Da ich ihm zuvor noch nie begegnet war, identifizierte ich ihn nicht als solchen. Dieser *Bericht hier belehrte mich schliesslich darüber, mit wem ich bei den Barracken einen kurzen Schwatz gehalten hatte. Als wir bereits beim Panache auf der Restaurant-Terrasse sassen, trafen schliesslich auch noch SchmiGno und die weibliche Hälfte von MaeNi ein, welche dem Pazolastock einen Besuch abgestattet hatten. Schön, euch wieder mal getroffen zu haben – und vielleicht trifft oder verabredet man sich in eineinhalb Wochen ja beim Belvédère...

 

Dank den Eisheiligen ist unsere Skitourensaison längst nicht zu Ende – wie kürzlich noch befürchtet. Die Tour am Samstag wurde übrigens durch ein (kurzes) Bad im Vierwaldstättersee abgerundet – wie es sich für Skitouren im Mai und Juni gehört...!


Tourengänger: أجنبي


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