Grönflue 1945m


Publiziert von Bergmuzz , 21. Mai 2014 um 01:11.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum:20 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Entlebucherflühe - Fürstein   CH-LU 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:Stäldeli - Grön - Hurbele - Grönflue - Baumgartenflue - Hurbele - Grön - Stäldeli
Kartennummer:244T Escholzmatt 1:50000 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo

Saisonstart für die kurzen Hosen
 
Fast keine geschäftlichen Termine diese Woche und endlich wieder schönes Wetter. Das heisst dann für mich raus auf eine Tour und den Tag geniessen. Da es bei uns in den Bergen noch immer Schnee hat von den letzten Niederschlägen habe ich heute wieder einmal das Entlebuch besucht. Mit dem ÖV ging es bequem und zügig nach Schüpfheim und von dort mit dem Mobility-Auto nach Flühli und hinauf zum Bergrestaurant Stäldeli. Da das Restaurant montags und dienstags Ruhetag hat war es wie ausgestorben.
 
Vom Parkplatz ging es auf der Strasse zuerst etwas hinunter, über den Bach und danach auf der Strasse hinauf über Änggelauene und Grön bis kurz vor Hurbele. Eher eine Pflichtübung als wirklich Genuss. Aber auch Zustiege gehören zum Wandern. Etwa 500m vor der Alp Hurbele bin ich dann links hinauf gestochen. Für den Normalaufstieg zur Baumgartenflue muss man nicht bis zum Alpgebäude gehen. Man kann schon früher direkt auf eine kleine Anhöhe hinauf ziehen. Von dieser kleinen Anhöhe stieg ich dann auf dem Linken Rücken der Weidemulde hinauf bis etwas unterhalb P. 1920 (Baumgartenflue). Von dort dann mehr oder weniger immer auf dem Grat (kleinen Schneefeldern ausweichend) zum Vorgipfel der Grönflue. Bis hierhin alles easy und lockeres Gehgelände. Nun folgt der spannende Teil des Aufstiegs. Vom Vorgipfel stieg ich in eine erste Gratsenke ab und über den Felsklotz bei der Scharte. Danach auf einem guten Gemspfad rechts hinauf haltend bis zu einem kleinen Felsriegel der kann auf diversen Routen erstiegen oder umgangen werden. Nun mehrheitlich auf Trittspuren über Rasentritte aus der Flanke wieder zurück auf den Grat und über diesen zum Gipfel. Kurz vor dem Gipfel ist dann noch eine kurze mentale Schlüsselstelle zu meistern für alle die nicht gerne Abgründe und schmale Grate hat. Zum Glück gehöre ich nicht zu diesen Menschen.

Auf dem Gipfel habe ich dann nur kurz einen Wipfelschuss gemacht und die Gipfelbuchgamelle wieder etwas besser verstaut. Diese lag einfach auf dem Boden herum. Die Halterung mit welcher sie am Kreuz befestigt war ist abgerissen. Zum Abstieg gibt es nichts zu sagen. Man folgt mehr oder weniger dem Aufstiegspfad wobei vor allem in der Gipfelflanke vor der Scharte und bei dem Felsriegel keine zwingende Route erforderlich ist. Ich bin im Abstieg mehrmals wieder zurück um möglichst viele Varianten zu versuchen. Ich habe die Routen auf folgendem Bild eingezeichnet. Im Abstieg habe ich dann den Felsklotz bei der Scharte unterhalb umgangen. Diese Variante dürfte T4 - T4+ sein. Danach wieder über den Vorgipfel zurück bis zur Einmündung des Normalaufstiegs zur Baumgartenflue. Von hier bin ich dann noch bis zum ersten Grateinschnitt weiter und habe dort meine Mittagspause eingelegt und mein Bankett aufgestellt. Ich kann es einfach nicht genug schreiben aber eine Tour sollte man immer auch geniessen und zelebrieren und entsprechende kulinarische und oder kulturelle Aktivitäten einbauen.
 
Nach meiner ausgiebigen Mittagsrast habe ich dann noch den Grat der Baumgartenflue in Angriff genommen. In der Zwischenzeit bei eindeutig schlechterem Wetter als noch am Morgen. So viel zum Thema sonniger Tag.  Egal… Die Route nach Leitere über die Baumgartenflue folgt eigentlich immer direkt der Gratscheide. Nur an einiger felsigen Graterhebung könnte kurz in die Nordflanke ausgewichen werden. Was aber beim aktuellen Altschnee nicht zum Empfehlen wäre. Grundsätzlich können fast alle Erhebungen im Grat überkraxelt werden. Das hängt etwas von den Kletterkünsten jedes einzelnen ab und dem Mut. Einige Graterhebungen können auch südseitig umgangen werden. Für den Abstieg habe ich mich für die markante Runse entschieden die von Leitere direkt zur Alp Hurbele hinunter zieht. Diese ist extrem gut zu gehen und erstaunlich gut gestuft. Die Schafmatt habe gestrichen, da immer mehr Wolkenfelder aufzogen. Von der Alp Hurbele dann wieder über die Strasse hinunter zum Auto. Im Abstieg habe ich dann Gas gegeben um einen Zug früher zu erwischen. Alp Hurbele – Stäldeli 45min im Abstieg. :D
 
Fazit: Ich muss eingestehen, dass es auch im Entlebuch schöne und spannende T5 Touren gibt. Heute habe ich meine Pendenzenliste um einige Flüe erweitert die ich noch gerne überqueren möchte. Die Grönflue ist ein wirklich abweisender Gipfel der sich dann aber beim Besteigen doch ziemlich gutmütig zeigt. Ebenfalls musste ich heute wieder einmal feststellen, dass die Perspektive bezüglich Steilheit und Begehbarkeit aus der Distanz extrem trügt. An der Grönflue geht es wirklich besser als es aussieht. Was die Tour natürlich auf keinen Fall zu einer einfachen Wanderung macht. Man bewegt sich an der Grönflue immer in abschüssigen Gelände und ein Sturz wäre sicher tödlich. Deshalb ist absolute Trittsicherheit und am besten Trockenheit Voraussetzung. Vom T6 Aufstieg über das Band und die Rinne in der Südflanke ist im Moment dringend abzuraten. Immer wieder gingen Lawinen und Steinschläge in diese Rinne ab. Hier muss zuerst der Schnee Komplet wegschmelzen und alles abtrocknen.

Bergmuzzä Tourenbericht:
http://www.bergmuzzae.ch/wp4/?p=182

Tourengänger: Bergmuzz


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Kommentare (2)


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burrito hat gesagt: Da kommen...
Gesendet am 21. Mai 2014 um 02:10
...Heimatgefühle auf. Ich gratuliere zur schönen Tour!

Bergmuzz hat gesagt: RE:Da kommen...
Gesendet am 21. Mai 2014 um 11:04
Das glaub ich dir gerne. Du bist ja im Moment in einer etwas anderen Gegend unterwegs. Wie ich deinen Berichten entnehme.
Super Berichte hast du da geschrieben aus Ecuador.

Gruss Steven


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